04.11.2014 Regensburg
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Magen-Darm-Tag 2014

Darmkrebs erkennen und behandeln


Anlässlich des Deutschen Magen-Darm-Tags am 8. November 2014 weist das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) auf die Risiken von Darmkrebs und die Bedeutung von Früherkennung hin.

Der Fokus des diesjährigen Magen-Darm-Tags liegt auf Schmerzen in der Brust. Denn nicht immer müssen solche Schmerzen vom Herz ausgehen. Manchmal können sie auch auf Erkrankungen des Verdauungstrakts hindeuten. Wenn beispielsweise Darmkrebs Metastasen bildet, kann dies durch Befall von Leber, Lunge oder Bauchfell zu Schmerzen in der Brust führen.



Mit 62.000 Neuerkrankungen im Jahr 2010 ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Nach aktuellen Zahlen des Bayerischen Krebsregisters erkrankten allein im Jahr 2011 1.829 Menschen in der Oberpfalz und Niederbayern neu an Darmkrebs. Bayernweit liegt die Zahl bei 8.798.



Experten gehen davon aus, dass das Erkrankungsrisiko durch bestimmte Faktoren begünstigt wird. Den Lebensstil betreffend, lässt sich ein Zusammenhang von Darmkrebs mit Bewegungsmangel, Übergewicht, hohem Alkoholgenuss, übermäßigem Verzehr von rotem Fleisch sowie Tabak herstellen. Des Weiteren spielt die genetische Veranlagung eine Rolle: etwa fünf von hundert Erkrankungen lassen sich auf eine familiäre Vorbelastung zurückführen. Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn können sich zu einem Karzinom entwickeln.



Auch wenn Darmkrebs immer noch zu den häufigsten Krebsarten zählt, sind Fallzahl und Sterberate in den letzten Jahren rückläufig, was auch auf Fortschritte in der Früherkennung zurückzuführen ist.

„Die Früherkennung ist bei Darmkrebs entscheidend. Bei einer endoskopischen Untersuchung beispielsweise können Frühstadien bösartiger Tumoren schnell identifiziert und gleichzeitig entfernt werden. So kann sich der Krebs gar nicht erst entwickeln“, erläutert Dr. Gabriel Glockzin, Koordinator des Darmkrebszentrums des UKR.

Ab dem Alter von 55 Jahren hat jeder Krankenversicherte das Recht auf eine Endoskopie, umgangssprachlich auch Darmspiegelung genannt. Bei erblich vorbelasteten Menschen werden die Kosten hierfür sogar schon früher übernommen.

Die Endoskopie ist eines der wichtigsten Verfahren zur Diagnostik von Erkrankungen im Bauchraum. Flexible, mit Licht und Kamera ausgestattete Katheter wer¬den schonend in die Bauchorgane eingeführt, um Krankheitsprozesse in der Schleimhaut zu entdecken und möglichst genau beurteilen zu können. Ein großer Vorteil der Endoskopie ist, dass im selben Schritt auch behandelt werden kann, zum Beispiel durch die Entfernung von Schleimhautwucherungen, so genannten Polypen.



Untersuchungen zur Früherkennung können in spezialisierten Praxen, Kliniken oder Zentren wie dem Darmkrebszentrum des Universitätsklinikums Regensburg durchgeführt werden. Spezialisten aus verschiedenen Fachdisziplinen wie Chirurgie, Innerer Medizin, Strahlentherapie, Röntgendiagnostik, Nuklearmedizin und Pathologie arbeiten für eine optimale Diagnostik und Therapie am UKR Hand in Hand.

So finden regelmäßig interdisziplinäre Tumorkonferenzen statt, in denen erfahrene Krebsspezialisten den persönlichen Befund des einzelnen Patienten besprechen. Gemäß den Leitlinien sowie anhand der aktuellsten Studienergebnisse und wissenschaftlichen Standards wird im fachübergreifenden Konsens eine individuelle Therapiestrategie festgelegt. Dies kann je nach Einzelfall eine Operation, eine Bestrahlung, eine Chemotherapie, ein interventionelles Verfahren oder eine Kombinationstherapie sein.

Für die ganzheitliche Patientenversorgung bietet das Darmkrebszentrum darüber hinaus Schmerztherapie, Ernährungsberatung, Physiotherapie sowie psychoonkologische und seelsorgliche Unterstützung.

So sorgt das UKR für ein an einem Ort gebündeltes umfassendes Angebot, um Darmkrebs rechtzeitig erkennen zu können und die Heilungschancen zu verbessern.





Autor: Uniklinik Regensburg Pressestelle

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