12.11.2017, 09:24 Uhr

Fürstenhaus Der ganz besondere Service: Lakaien-Verleih im Schloss!


Wer sich immer mal wie ein Fürst fühlen wollte, kann sich den Wunsch erfüllen – auf Glorias romantischem Weihnachtsmarkt gibt es einen Laikaien-Verleih!

REGENSBURG Klar, die Monarchie ist seit 1918 abgeschafft. Doch welche Stadt kann schon von sich behaupten, noch einen echten Fürstenhof direkt im Herzen zu haben? Eben – die Welterbe-Stadt Regensburg!

Was früher in Regensburg selbstverständlich war, nämlich dass zu Feiertagen und Festen im Fürstenschloss St. Emmeram Lakaien den Herrschaften die Aufwartung machten, das wird zumindest in der Vorweihnachtszeit für all jene wahr, die sich diesen ganz besonderen Service leisten wollen: einen eigenen Lakaien, wie ihn einst auch die Fürsten von Thurn und Taxis beschäftigten!

Die Idee hatte Weihnachtsmarkt-Macher Peter Kittel. Für 300 Euro kann man sich den Lakaien in die kleine Hütte bestellen, die ist für bis zu zwölf Personen gedacht. Abends kostet der Lakai dann allerdings 450 Euro, zudem kommen das Catering für 17 Euro pro Person an Essen und Getränken hinzu. Ganz günstig ist der fürstliche Spaß zwar nicht, aber der Bedarf ist riesig: „Das läuft sensationell gut“, sagte Kittel der Bild-Zeitung, die zuerst über den Service berichtete.

Derzeit sind acht Lakaien im Einsatz, früher waren es viel, viel mehr. Etwa unter Erbprinzessin Helene, der Schwester von Kaiserin Sissi, servierten fein gekleidete Diener Zwölf-Gänge-Menüs in der „Belle Epoque“. Auch Fürst Albert I. setzte diese Tradition fort, die bis Fürst Johannes bestand.

Heute werden die Livréen am Fürstenhof selbst bei Gala-Dinners nicht mehr aufgetragen. Der Adel gibt sich bescheiden. Wohl auch deshalb ist der Service am Weihnachtsmarkt so beliebt, erinnert er doch an eine Zeit, die das Interesse der Menschen weckt – deshalb konnten Serien wie „Downton Abbey“ so erfolgreich werden. Dass es auch in der Gegenwart Märchen gibt, belegt dies: Eine Amerikanerin verliebte sich in einen der Lakaien am Weihnachtsmarkt. „Der Diener zog zu ihr in die USA“, schmunzelt Kittel.


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