30.08.2017, 08:30 Uhr

Gefunden Geschwister sehen sich nach 72 Jahren wieder

Foto: aletia / 123RF Lizenzfreie Bilder (Foto:Schmid)Foto: aletia / 123RF Lizenzfreie Bilder (Foto:Schmid)

Zwei Geschwister verlieren sich nach Kriegsende aus den Augen. Erst nach 72 Jahren voller Sehnsüchte finden sie sich wieder und liegen sich in den Armen.

Ganze 72 Jahre hat es gedauert, bis sich sich die Geschwister Christel und Günter gefunden haben. Nur ein Kinderfoto erinnerte die große Schwester an ihren kleinen Bruder, den sie seit Kriegsende im ostpreußischen Memel aus den Augen verloren hatte. Damals war sie gerade einmal sieben Jahre alt, Günter erst zwei.

Die heute 79-jährige Schwester lebt mittlerweile in Mecklenburg. Ihr fünf Jahre jüngerer Bruder in Sachsen. Ein halbes Leben habe er laut der Berliner Morgenpost vergeblich nach seinen familiären Wurzeln gesucht. Warum ihm die Suche erschwert wurde, fand er 2013 heraus, als er erfuhr, dass er ursprünglich nicht Günter Peleiski, sondern Günter Pelekies hieß. Die Behörden haben wohl aus unbekannten Gründen den Namen geändert.

Nun hatte er aber endlich den Namen seiner leiblichen Mutter. Diese war jedoch bereits verstorben. Doch mit Hilfe des DRK-Suchdienstes findet er drei Jahre später doch noch ein Familienmitglied: seine große Schwester. Christel bekam einen Brief vom Roten Kreuz, dass ihr kleiner Bruder nach ihr suche. Im März folgte dann das erste Telefonat, gekrönt vom langersehenten Wiedersehen, bei dem die große Schwester endlich "Hallo, mein kleiner Bruder" sagen konnte.

Die Zeit der Ungewissheit und inneren Zerrissenheit ist nun vorbei. Beide kennen jetzt ihre Wurzeln und fühlen sich tief verbunden. "Da war nichts Fremdes", sagt Christel. "ich spürte sofort: Das ist mein Bruder."


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