09.09.2016

Können Lebensmittel noch preiswert eingekauft werden?


Verbraucher haben oft das Gefühl, für das gleiche Budget, immer weniger in ihrem Einkaufswagen zu haben.

Auch wenn Deutschland mit seinen Lebensmittelpreisen oft unter denen unserer Nachbarländer liegt, steigen auch hier die Lebensmittelpreise stetig an und führen dazu, dass bei den Lebenshaltungskosten mehr Geld für Nahrungsmittel als für Miete ausgegeben wird.
Mit einem Plus von 12,4 % nahmen die Nahrungsmittelpreise seit 2010 zu. Damit liegt die Teuerungsrate deutlich über dem Preisanstieg für allgemeine Güter. Dort stiegen laut Statistischem Bundesamt die Preise nur um 6,9 %.


Welche Lebensmittel sind besonders von der Preiserhöhung betroffen?

• Gemüse stieg um 5,3 % an
• Obst um etwa 5 %
• Schokolade sogar um 11 %
• Honig um 7 %
• Fisch erhöhte sich nur um 2,0 %
• Brot sogar nur um 1,5 %

Wer gerne Butter auf sein Brot streicht, durfte sich freuen, denn Butter wurde erheblich preiswerter. Der Verbraucher zahlt 8,7 % weniger für seinen Brotaufstrich.
Auch Eier, Käse, Quark und Milch werden um etwa 4,3 % günstiger gehandelt.


Was sind die Hintergründe für gestiegene Nahrungsmittelpreise?

Konsumschützer der Arbeitskammer erheben in regelmäßigen Abständen vor allem die Preise für Güter des täglichen Bedarfs. Unsere Lebensmittelpreise werden also unter die Lupe genommen.
In vielen Fällen bestätigten sich dadurch die Ansichten der Bürger, mehr Geld für ihren Einkauf bezahlen zu müssen.
Im Jahr 2015 wurde bei einer Warenkorb-Erhebung amtlich, dass viele Lebensmittel von Jahr zu Jahr im Preis ansteigen. Verglichen wurden die Ergebnisse von 1995 bis 2005, um zu erfahren, ob der Euro wirklich der Teuro war. Denn bis heute geistert unter der Bevölkerung immer noch herum, dass die Einführung des Euro die Lebensmittelpreise hat stark ansteigen lassen.
Das Ergebnis dieser Untersuchung war verblüffend, denn der wirklich extreme Anstieg für Nahrungsmittel begann erst 2005. Den Euro also immer noch als Teuro anzusehen, ist demnach falsch. Es gilt aber auch als sicher, dass die Menschen in den letzten zehn Jahren immer mehr Geld für den täglichen Bedarf zahlen müssen.
Nicht ganz unschuldig daran sollen die Klimaschwankungen und -veränderungen sein. Gründe, wie zu starke Regenfälle oder zu geringer Niederschlag, zu wenig oder zu viel Sonne beeinträchtigen die Ernteerträge maßgeblich. Deshalb verwundert es nicht, dass gerade Obst und Gemüse im Preis stark angestiegen ist.
Experten gehen davon aus, dass mit wachsendem Einkommen die Preise für Lebensmittel weiter ansteigen werden. Auch Bio-Produkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, obwohl diese Lebensmittel teilweise wesentlich teurer sind, als herkömmliche Nahrungsmittel.


Bio-Lebensmittel sind im Kommen

Die Umsätze der Bioprodukte steigen unaufhörlich. Immer mehr Menschen möchten sich gesund ernähren und greifen zu Bio-Lebensmitteln.
Experten sind sich nicht ganz einig, ob die Bioprodukte wirklich gesünder sind und der höhere Preis gerechtfertigt ist. Allerdings kommen einige Studien zu dem Ergebnis, dass eine biologische Ernährung ein positives Ergebnis für die Gesundheit hat. Gegenteilige Thesen gibt es natürlich auch.
So sagt der Präsident des Internationalen Bio-Dachverbandes, dass in Bioprodukten beinahe keine Rückstände von Pestiziden zu finden sind. Es bleibt vielleicht eine Konzentration von 0,01 Milligramm pro Kilogramm zurück. Auch der Geschmack soll besser und intensiver sein. Natürlich kommt bei einer biologischen Ernährung die Gesundheit nicht von allein, es spielen auch noch andere Faktoren, wie zum Beispiel Bewegung, eine Rolle.
Preislich liegen Bio-Lebensmittel weit über den Preisen der herkömmlichen Nahrungsmittel. Die Marktpreise sind je nach Nahrungsmittel und Einkaufsmöglichkeit im Durchschnitt zwischen 50 und 150 % höher.