23.08.2016

Bio-Lebensmittel

Ernährung als Trend - was steckt dahinter?

I am Vegan
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Vegane Ernährung ist einer der Trends der letzten Jahre. Auch wenn sich über den Gesundheitsaspekt streiten lässt, scheint diese Ernährungsweise nicht an Beliebtheit einzubüßen.
Zu Beginn belächelt, sind Bio-Lebensmittel in den letzten Jahren nicht nur für Verbraucher wichtig geworden. Auch aus Sicht der Landwirtschaft spielt Bio eine zunehmend größere Rolle. Beispiel: Knapp neun Prozent der in Deutschland aktiven Landwirtschaftsbetriebe haben ihre Produktion entsprechend Bio-Standards ausgerichtet. Und noch etwas ist interessant. Laut foodwatch lag der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland bei mehr als 8,6 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von etwa 11 Prozent. Zahlen, die eines zeigen: Verbrauchern wird das Thema Ernährung zunehmend wichtiger. Letzteres beschränkt sich aber schon lange nicht mehr ausschließlich auf Bio-Lebensmittel.

In den letzten Jahren sind immer wieder neue Trends rund ums Essen entstanden. Eine Lebensweise, die weitgehend auf Fleischprodukte verzichtet – als vegetarische Ernährung – ist hier nur die Spitze des Eisbergs. Viele Haushalte entscheiden sich bewusst für die Umstellung. Betroffene sind mitunter aber auch dazu gezwungen. Zuletzt sind Erkrankungen wie:
 

  • Glutenunverträglichkeit
  • Histaminintoleranz
  • Laktoseunverträglichkeit

zunehmend in den Fokus gerückt. Diese Krankheitsbilder basieren darauf, dass Betroffene einige Inhaltsstoffe der Nahrung nicht mehr umsetzen können. In Kombination mit Steinzeitdiät oder Vegan ist ein buntes Potpourri verschiedener Ernährungstrends entstanden.


Low Carb - der Dauerbrenner

Einer der bereits seit Jahren ein Begriff, den Verbraucher im Zusammenhang mit Ernährungstrends hören. Kernidee ist die konsequente Reduzierung der Aufnahme von Kohlehydraten. Verfechter greifen hingegen zu Eiweiß und Fett. Verteufelt werden unter anderem:

  • Brot
  • Kartoffeln
  • andere Getreideprodukte usw.

Befürworter wollen so eine bessere Gewichtsreduzierung erreichen und ihre Gesundheit stärken. Das Konzept selbst entwickelte sich bereits im 19. Jahrhundert. Populär wurde Low Carb aber erst in den 1970er und 1980er Jahren.

Ernährungswissenschaftler stehen dem Ganzen eher skeptisch gegenüber. Ein Grund ist die Tatsache, dass Kohlehydrate wichtiger Energielieferant sind – und zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. Low Carb zielt hingegen bewusst auf die einseitige Nahrungsmittelzufuhr ab.

Auf der anderen Seite ergeben sich durch einen hohen Verzehr von Fleisch und energiedichten Fetten neue Probleme. Die Folge einer solchen Fehlernährung können zum Beispiel Gefäßerkrankungen sein. Aber auch die Problematik eines hohen Verzehrs roten Fleischs spielt an diesem Punkt eine Rolle.


Vegan ist in

Eine vegane Lebensweise bzw. der Veganismus ist ein Ernährungsstil, welcher sich erst in den letzten Jahren entwickelt hat. Laut DGE schwanken Zahlen je nach Quelle, vegan ernähren aber deutlich weniger als ein Prozent der Bevölkerung. Ausgangspunkt war der Vegetarismus. Ziel der veganen Ernährung ist die gezielte Vermeidung aller tierischen Produkte. Neben Fleisch wird hier bewusst auch auf Produkte wie:
 

  • Milch
  • Sahne und Joghurt
  • Eier
  • Eierspeisen

verzichtet. Veganismus bedeutet am Ende, dass Gerichte wie Eiernudel oder Käsespätzle vom Speiseplan gestrichen werden. Je nach Grund für die Aufnahme des veganen Lebensstils wird auch in der Kleidung auf tierische Produkte verzichtet und bei Kosmetik zu Produkten ohne Tierversuche gegriffen.

Hinsichtlich der Aufnahme essenzieller Nährstoffe ist Veganismus zwar umstritten, Fehlernährungen müssen aber nicht die Folge sein. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Veganern ein Mangel – etwa an Kalzium oder Eisen und Magnesium – nicht auftritt. Problematisch sind allerdings Inhaltsstoffe, die ausschließlich über tierische Nahrung aufgenommen werden.


Glutenfreie Kost - für wen wichtig?

Als Gluten wird heute eine Proteingruppe bezeichnet, die in Getreide vorkommt. Umgangssprachliche hat sich hierfür der Begriff Klebereiweiß eingebürgert. Von Haus aus greifen Verbraucher allgemein selten zu einer glutenfreien Ernährung. Häufig ist der Verzicht erzwungen – durch das Vorliegen einer sogenannten Glutenunverträglichkeit.

In der Medizin ist dieses Phänomen als Zöliakie bekannt. Hier kommt es zu einer Unverträglichkeit gegenüber Bestandteilen des Klebereiweißes. Prinzipiell hat Zöliakie Merkmale, wie sie von Allergien bekannt sind – weißt aber auch Anzeichen einer Autoimmunerkrankung auf. Derzeit ist die Zöliakie schulmedizinisch nicht behandelbar. Sobald Patienten mit den Eiweißverbindungen in Berührung kommen, entwickeln sich im Darm entzündliche Reaktionen. Diese führen letztlich zu einer Schädigung des Organs. Typische Symptome sind:
 

  • chronischer Durchfall
  • übelriechender Stuhl
  • frühkindliche Gedeihstörungen
  • Erbrechen
  • Anämie

Aufgrund der fehlenden Behandlungsmöglichkeiten bleibt nur die Vermeidungsdiät – sprich der Umstieg auf glutenfreie Nahrungsmittel. Nach Informationen dieses Beitrags wird glutenfreie Kost heute auch gerne mit veganer Nahrung kombiniert.


Superfood – jeden Tag ein neuer Trend

Goji-Beeren
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Der Superfood-Boom begann mit Knüllern wie der Goji-Beere - die Beeren enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, jedoch war der Hype darum stets etwas übertrieben.
Foto: budtobloom (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Goij-Beeren, Acerola oder Camu-Camu – wer damit noch nichts anfangen kann, hat die neuesten Ernährungstrends verpasst. Die Rede ist an dieser Stelle von Superfood. Es handelt sich um Nahrungsmittel – in aller Regel exotische Früchte – für die in Untersuchungen ein sehr hoher Gehalt an verschiedenen Inhaltsstoffen nachgewiesen ist.

Letztere sind Spurenelemente oder Antioxidantien und Vitamine. Durch die immer stärkere Fokussierung auf die Ernährung werden solche Früchte als besonders gesund propagiert. Man hat letztlich Medizin auf dem Teller.


Allerdings ist Superfood umstritten. Auf der einen Seite enthalten heimische Früchte – wie etwa Heidelbeeren – teils ebenfalls entsprechende Mengen der positiven Stoffe. Auf der anderen Seite kann der übermäßige Verzehr zu Überdosierung führen. Und es ist durchaus das Problem des Anbaus – sprich der Belastung mit Insektiziden o. Ä. zu sehen. Da sich die Trends an dieser Stelle schnell abwechseln, sind genaue wissenschaftliche Studien im Zusammenhang mit Superfood meist Mangelware.

Fazit: Ernährungstrends müssen nicht immer gesund sein

Spätestens mit der Bio-Bewegung und dem Vegetarismus sind Ernährungstrends auch in Deutschland angekommen. Eine Tatsache, die nicht per se von Nachteil ist. Sich intensiver mit der Ernährung auseinanderzusetzen, kann zu einem gesünderen Lebensstil verhelfen. Eines darf allerdings nicht passieren: Die Ernährung zu einem Allheilmittel machen. Es ist richtig, dass die Gesellschaft sich in eine bedenkliche Richtung entwickelt hat – speziell beim Fleischkonsum. Trotzdem sollte der Speiseplan vor allem eines sein – ausgewogen. Nur so lässt sich Mangelerscheinungen vorbeugen. Diese Tatsache gilt besonders für Familien mit Kindern. Und noch etwas ist hier von Bedeutung. In der modernen Gesellschaft mit PC und Telearbeitsplatz fehlt es einfach an ausreichend Bewegung. Denn aufgenommene Kalorien landen nur dann nicht auf den Hüften, wenn sie schnell wieder verbraucht werden.