01.09.2017

Frühling im Winter

Urlaub in Griechenland

Ruinen
Foto: Pixabay.com / GregMontani CC0 Creative Commons
Der Sommerurlaub ist noch nicht ganz zu Ende, da machen sich reiselustige Familien, Singles und Paare schon auf die Suche nach dem perfekten Reiseziel für den anstehenden Winter. Die Angebote sind vielfältig und es ist nicht einfach sich zu entscheiden. Soll es auf eine Südseeinsel gehen? Oder ist eine Städtereise im Winter eine gute Idee. So mancher entscheidet sich für einen Roadtrip und bucht ein Wohnmobil, um die Traumstraßen dieser Welt zu erobern.

Wer es ruhiger mag und lieber rastet statt rast, der sollte seinen Blick auf Griechenland richten. Griechenland ist ein Urlaubsziel, das mit einigen Besonderheiten aufwarten kann. Die schönste Besonderheit: Auf Korfu, Kreta und Rhodos finden Erholungssuchende im Winter traumhafte Bedingungen vor: Es ist nicht zu heiß und nicht zu kalt, die Strände sind leer und über Korfu liegt ein sanfter Olivenduft. Nach der Touristensaison hält nun die Erntesaison Einzug. Die Olivenernte steht an.

Was es im Winter in Griechenland sonst noch zu entdecken gibt? Gastfreundliche Griechen, zauberhafte Wälder und menschenleere Relikte der Vergangenheit.


Eine kleine, aber feine Auswahl griechischer Inseln für den Winter

Die meisten kleinen Inseln verschwinden im Winterhalbjahr aus den Reisekatalogen. Der Grund ist einfach. Sehr viele Hotels sind geschlossen und auch die meisten Tavernen sind zu. Lediglich die Einheimischen beleben die ansonsten wenig besuchten Gassen. Touristenmassen? Fehlanzeige. Dafür menschenleere Strände, die in sanftes Licht getaucht sehr viel Platz für Erholung bieten. Korfu, Kreta und Rhodos sind aber auch im Winter empfehlenswerte Urlaubsziele. Insbesondere bei Erholungssuchenden, die nur zu gern auf den Touristenrummel verzichten und stattdessen die wilde Natur entdecken wollen, sind die griechischen Inseln und auch das griechische Festland im Winter ein Geheimtipp. Früh gebucht lassen sich hier übrigens ein paar Euro sparen.


Olivenernte auf Korfu
Sonnenuntergang
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Winterliche Abendstimmung an Griechenlands Küsten.
Foto: Pixabay / 340357
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Die knorrigen Olivenbäume lassen zum Ende des Jahres die Oliven fallen. Aus diesem Grund legen die griechischen Bauern unter den Bäumen große Netze aus. Diese liegen einige Tage, bis fleißige Erntehelfer kommen, um die reifen Früchte aufzusammeln. Diese werden dann in die nächste Olivenpresse gebracht. Der Olivenduft scheint fast allgegenwärtig zu sein. Als Urlaubsmitbringsel eignet sich frisch gepresstes Olivenöl ideal.





Leere Museen und Ausgrabungsstätten

Auf den griechischen Inseln herrscht zur Winterzeit Ruhe und Stille. Viele Hotels sind geschlossen, doch einige wenige Häuser sind buchbar. Das Hotelpersonal kümmert sich jetzt besonders freundlich um die wenigen Gäste. Ein großes Plus im Winterhalbjahr sind die leeren Museen und Ausgrabungsstätten. Wird man hier im Sommer von Touristenmassen überrannt, bleibt jetzt genügend Zeit für ausgiebige Erkundungstouren und intensiver Betrachtung der historischen Relikte. Knossos ist jetzt das perfekte Ausflugsziel für historisch interessierte Besucher der Insel Kreta.

Ein weiteres Plus: Die wenigen Tavernen und Gaststätten, die geöffnet haben, bewirten im Winter vorwiegend einheimische Gäste. Die Mahlzeiten sind ein wenig größer, die Preisen moderater. Und köstlich schmeckt es natürlich auch!


Schneebedeckte Gipfel auf Kreta

Chania, eine belebte Hafenstadt auf Kreta, bietet auch im Winter Abwechslung für Touristen. Zwar ticken die Uhren hier jetzt etwas langsamer, aber ein gemütliches Plätzchen in einer der zahlreichen Hafenkneipen lässt sich bestimmt finden. Eine Tour mit dem Boot entlang der Küste ist jetzt besonders spektakulär. Im Hintergrund des pittoresken Ortes bieten sich postkartenreife Motive. Die weißen Berge (Lefka Ori) dominieren mit ihren schneebedeckten Gipfeln die Szenerie. Diese reichen bis auf 2000 m Höhe. Die Winterluft ist kühl und klar und es hat den Anschein, als läge das Gebirge unmittelbar hinter Chania. Die farbenfrohen Altstadthäuser bilden einen beeindruckenden Kontrast.


Abwechslungsreiche Wetterlage

Die griechischen Inseln sind im Sommer kein Sonnenparadies. Dafür bieten sie aber etwas anderes, nämlich abwechslungsreiche Wetterlagen. Wanderer sollten immer Regenkleidung dabeihaben und auch eine Thermosflasche mit wärmenden Tee ist empfehlenswert.
Leuchtturm Kreta
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Wolkiger Himmel über Kreta - typisch für die kühlen Monate.
Foto: Pixabay / Tinunanek
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Ein bewegter Wolkenhimmel, dessen Wolkenformationen zwischen strahlendem Weiß und Anthrazit variieren, erweitert das Landschaftsbild um ein beeindruckendes Detail in der kühlen Jahreszeit. Dauerregen, wie es in Deutschland im November oder Dezember schon einmal vorkommen kann, ist auf den griechischen Inseln nur selten zu finden. Vielmehr sorgt die exponierte Meereslage dafür, dass der Wind die Wolken wegpustet und schon bald wieder Platz für milde Sonnenstrahlen ist.



Spaziergänge am Meer – ausgedehnte Wanderungen ins Hinterland

Da die Strände in den Wintermonaten weder von Touristen, noch von Sonnenliegen oder Schirmen bevölkert sind, bietet sich dem Griechenland Urlauber ein ungewohntes Bild. Fast menschenleere Strände, die man für sich alleine nutzen kann. Sie laden geradezu zu ausgedehnten Spaziergängen ein. In einer geschützten Bucht kann man allerdings auch im November noch ein Sonnenbad nehmen. Allerdings ist lange Kleidung ratsam, denn der Wind kann schnell auffrischen und für Abkühlung sorgen. Besonderes Highlight: Die wunderschönen Dünenstrände von Falassarna auf Kreta.

Wanderungen über die Inseln Kreta, Korfu oder Rhodos sollten Touristen sorgfältig planen. Es ist nämlich durchaus möglich, dass sie stundenlang überhaupt niemanden treffen, vielleicht abgesehen von ein paar trägen Ziegen, die auf den Felsen dösen. Und da im Hinterland selten ein Mobilfunknetz verfügbar ist, ist ein GPS-Gerät zur Orientierung besonders wichtig. Wer Kartenmaterial in Deutschland besorgen kann, ist auf der sicheren Seite. Doch auch Touristen Informationen in den Hauptstädten halten Wanderkarten mit detaillierten Routen-Beschreibungen bereit.


Mit der Fähre nach Kalymnos

Nicht nur Korfu und Kreta oder Rhodos sind für den Winter geeignete Inseln. Einige andere bieten sich ebenfalls für einen ruhigen Urlaub mit Erholungsgarantie an. Die Insel Kalymnos gehört dazu. Die Hafenstadt Pothia ist dabei eine gute Standortwahl. Die belebte Ortschaft bietet Touristen auch im Winter Abwechslung. Cafés und Tavernen haben vielfach geöffnet, denn die Fischer, die auf dem Meer ihrem Tagewerk nachgehen, bevölkern diesen Ort auch im Winter. Zudem ist Kalymnos für sportliche Aktivitäten gut geeignet. Kletterer finden hier beispielsweise spannenden Herausforderungen für jedes Level.


Stille Spaziergänge auf Rhodos

Wer Rhodos im Sommer kennt, der weiß, wie voll die Gassen der Altstadt sind. Im Winter ist das nicht der Fall. Ein Spaziergang durch die menschenleere mittelalterliche Stadt lässt Winter-Reisender in sommerlichen Touristenmagnet mit ganz anderen Augen sehen. Außerhalb der Saison ist es hier ruhig. Tipp für Fotografen: die frühen Morgenstunden eignen sich besonders gut für gestochen scharfe Aufnahmen.