04.10.2016

Vorsorge

Kaum ein Deutscher denkt an die persönliche Risikoabsicherung

Familie mit Kind
Foto: TK Pressefoto Familie mit Kind
Das Marktforschungsinstitut Toluna hat diese aktuellen Zahlen ans Licht gebracht: 74 Prozent der befragten Familien haben keinen ausreichenden Versicherungsschutz. Das heißt im Detail, dass eben diese 74 Prozent keine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben und auch auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten.

Umgekehrt gefragt ist das Ergebnis, das unter versicherungsbote.de veröffentlicht wurde, noch eklatanter, denn: Nur 16 Prozent der Deutschen sichern sich im Rahmen einer Risikolebensversicherung oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Das traurige Pendant ist die Hausratversicherung, über die 67 Prozent der Deutschen verfügen. Grund genug, das Schreckgespenst der Risikolebensversicherung einmal von allen Seiten zu beleuchten.


Für die Schattenseiten des Lebens – Risikoschutz bringt ein wenig Licht

Familie
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Wer sein Glück gefunden und eine Familie gegründet hat, möchte nicht einmal an die Schattenseiten des Lebens denken. Das ist sowohl verständlich wie auch fahrlässig.

Foto: pixabay.com / © PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)
Natürlich möchte niemand an die Schattenseiten des Lebens denken. Wenn etwa im Fernsehen Bauretter anrücken, um ein Haus fertigzustellen, das der Familienvater aufgrund eines tragischen Unfalls nicht mehr bewerkstelligen konnte, dann reagieren die meisten Menschen erschrocken. Viele verspüren Mitleid. Doch nur bei den Wenigsten drängt sich die Idee auf, dass dies auch ihnen selbst passieren könnte. Und genau aus diesem Gefühl der Unverwundbarkeit heraus verzichten viele auf eine Risikolebensversicherung.

Doch nun einmal andersrum betrachtet: Eine Risikolebensversicherung ist letztlich nicht für einen selbst gedacht, sondern dient der Absicherung der Familie. Im Todesfall des Versicherungsnehmers bezahlt die Risikolebensversicherung die vereinbarte Versicherungssumme. Die Hinterbliebenen haben so den Verlust zu ertragen, müssen sich aber nicht mit finanziellen Sorgen plagen. Das „Risiko“, was für den einen oder anderen manchmal vielleicht etwas abschreckend wirkt, liegt eigentlich auf der Seite der Versicherungsagentur. Diese würde bereits nach einer kurzen Versicherungsdauer die Versicherungssumme im Todesfall auszahlen – ohne diese über die Beiträge refinanzieren zu können.


Zur Auswahl der passenden Versicherung

Wer sich die soeben gegebene Definition deutlich macht, der weiß, es geht nicht darum „umsonst“ in eine Versicherung einzubezahlen, sondern das Risiko abzusichern, an das keiner denken mag. Auf der Suche nach der passenden Risikolebensversicherung sollten dabei diverse Faktoren bedacht werden. Eine Hilfestellung für Suchende sind entsprechende Versicherungstests. Unter risikolebensversichung-1a.de gibt es gleich drei Institute, die den Versicherungsvergleich unter die Lupe genommen haben.

  • Ökotest nahm insgesamt 60 Anbieter unter die Lupe und konnte 328 Tarife überprüfen. Das Ergebnis sah so aus: 37 davon erhielten Bestnoten. Viele waren nur via E-Mail, Internet oder per Telefon zu erreichen. Ökotest fand auch Faktoren heraus, die sich positiv auf den Tarif auswirken. Personen, die gesund leben, verheiratet sind und eine Familie gegründet haben, bekommen demnach die besten Tarifoptionen.

  • Stiftung Warentest (Finanztest) nahm 368 Tarife von 41 Versicherern unter die Lupe. Das Ergebnis der Prüfredaktion lautete: Die Leistungen sind meist gleich, Unterschiede gibt’s nur beim Preis. Auch hier werden beispielsweise Raucher stärker zur Kasse gebeten. Auch riskante Hobbys müssen teuer bezahlt werden.

  • Das Deutsche Institut für Service-Qualität legte den Fokus insbesondere auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. 46 Versicherer standen bei der DISQ auf dem Prüfstand. Das Ergebnis: 12 Versicherer erhielten die Bestnote. Diesen stehen 13 Versicherern gegenüber, die die Schulnote 4 bekamen und sogar neun Versicherer, die mit „mangelhaft“ bewertet wurden.

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Der Test hat ergeben, dass gesunden Versicherungsnehmer bessere Tarifoptionen angeboten werden.

Foto: pixabay.com / © energepec (CC0 Public Domain)
Diese drei Testinstitute haben bewiesen: Ein Vergleich der Vertragskonditionen lohnt sich. Im Fokus sollten dabei sowohl die Kosten stehen, aber auch die Leistungen bedacht werden. Die Versicherungssumme sollte darauf ausgerichtet sein, etwaige Rest-Schulden zu tilgen. In diesem Zusammenhang ist auch ein Blick auf die Vertragslaufzeit wichtig. Versicherungssumme und Vertragslaufzeit sollten von der Baufinanzierung, der Kreditsumme, der Haushaltskasse und von den Kreditraten abhängig gemacht werden.




Ein Ratgeber zur Abwägung der Vor- und Nachteile einer Risikolebensversicherung

Wer sich um eine Risikolebensversicherung bemühen sollte? Familien, alleinerziehende Eltern, Kreditnehmer und Hauptverdiener. Singles, Azubis, Schüler und Studenten können das Thema Risikolebensversicherung getrost noch einige Jahre auf die Reservebank schieben. Alle Interessierten sollten sich über die Vor- und Nachteile bewusst werden:

Die Vorteile einer Risikolebensversicherung

Die Nachteile einer Risikolebensversicherung

  • Absicherung der Familie vor finanziellen Problemen nach dem Tod des Hauptverdieners

  • Absicherung von Krediten und Finanzierung nach dem Tod des Kreditnehmers

  • Flexible Vertragsgestaltung

  • Steuerliche Vorteile

  • Auch wenn die Risikolebensversicherung beim Tod eines Menschen fällig wird, ist sie doch eher mit einer Sachversicherung zu vergleichen: Eine Rückerstattung der Beiträge ist nicht möglich.

  • Es gibt keinen Rückkaufswert bei der Risikolebensversicherung.

  • Der Abschluss stellt einen bindenden Vertrag dar. Erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit, erlischt die Beitragsverpflichtung. Eine Auszahlung erfolgt nicht.