01.08.2017 Burghausen

Ein Happy End für Federico, an dem eine ganze Schule beteiligt ist


Foto: Mike Schmitzer
Mit Unterstützung der Mitschüler und Lehrer besiegte der 15-Jährige seine Leukämie und schaffte sogar noch das Klassenziel

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Die Geschichte von Federico Pieretto aus Burghausen ist ein schöner Beweis dafür, wie Anteilnahme und Unterstützung ein Schicksal positiv verändern können.


Bei dem heute 15-Jährigen wurde im Mai 2016 überraschend Leukämie diagnostiziert. Wie sich herausstellte, kam kein Familienmitglied als Spender in Frage. Federicos Mutter Tina bangte um das Leben ihres Sohnes.


Als die Mitschüler und Lehrer der Maria-Ward-Schule Burghausen von dem tragischen Schicksal des Schülers erfuhren, löste dies eine beispielhafte Welle der Hilfsbereitschaft aus.


Die Schule organisierte spontan eine Typisierungsaktion für „Fedi“, denn nur eine Stammzellenspende konnte sein Leben retten und es galt, einen passenden Spender zu finden.


Viele kleine Hilfs- und Spendenaktionen halfen, die Typisierungsaktion zu finanzieren. Dafür verkauften beispielsweise Mitschüler Erdbeeren und Kuchen. Auch zahlreiche Firmen halfen durch eine Spende.
Die Typisierungsaktion war ein voller Erfolg: 819 Menschen nahmen daran teil, darunter auch die Fußballprofis des SV Wacker nebst Trainer Uwe Wolf. Federico ist selbst ein großer Fußballfan.


Nach zahlreichen Hochs und Tiefs während der vielen Krankenhausaufenthalte des 15-Jährigen wurde schließlich ein Spender gefunden und die lebensrettende Operation erfolgreich durchgeführt.

Am vergangenen Donnerstag, bei der Schulabschlussehrung der Maria-Ward-Schule Burghausen, bedankte sich Federicos Mutter bei den Lehrern und Schülern für deren großartiges Engagement. Tina Pieretto war es nicht möglich, persönlich dabei zu sein, deshalb las die Lehrerin Sabine Beck den rührenden Brief vor, den „Fedis“ Mutter verfasst hatte:


„Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrkräfte,
ich möchte auf diesem Weg allen danken, die uns im letzten Jahr zur Seite gestanden sind und uns durch ihren unglaublichen Einsatz so viel Hoffung gegeben haben. Ihr habt alle Großes geleistet. Meine Familie und ich möchten einfach nur danke sagen.
Durch euren Einsatz habt ihr meinem Sohn Federico und vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, weiter zu leben. Ich denke, ein größeres Geschenk kann man nicht machen.
Liebe Lehrkräfte, liebe Schüler, ihr könnt stolz auf euch sein. Danke, für alles, was ihr getan habt. Ich wünsche euch allen, dass ihr gesund bleibt und genießt eure Ferien. Noch mal ein großes DANKE.
Eure Tina Pieretto.
"

Unglaublich aber wahr: Federico schaffte es nicht nur, seine Leukämie zu besiegen, er konnte trotz enormer Fehlzeiten in die nächste Klasse vorrücken. Um das zu erreichen, unterrichteten die Lehrer den 15-Jährigen freiwillig am Krankenbett. Und so gibt es für Federico gleich ein doppeltes Happy End.

 

Hier ein Videofilm, in dem Lehrerin Sabine Beck den Brief von Federicos Mutter vorliest:

Autor: Mike Schmitzer

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