20.08.2012

Mit Kuhglocken und Maultrommel

Hubert von Goisern live auf der Burg


Auch ohne „Hiatamadl” war von Goisern ein Hit im Burghauser Kultursommer

Dicht gedrängt standen die Fans von Hubert von Goisern am Sonntagabend lange vor Konzertbeginn auf dem Waffenplatz der Burghauser Burg. 3000 waren gekommen, hatten den Goisern-Auftritt zu der am besten besuchten Veranstaltung des Burghauser Konzertsommers gemacht.

 

Anders als in früheren Jahren, als von Goisern meist zusammen mit einer großen Musikerschar auf der Bühne stand, begleitete diesmal nur ein Trio in klassischer Rockbesetzung mit Alex Pohn (Schlagzeug), Helmut Schartlmüller (Bass) und Severin Trogbacher (Gitarre) den 59-Jährigen. Dementsprechend rockig gestaltete sich der erste Teil des Abends, der vor allem die Jüngeren im Publikum begeisterte. Da verpasste von Goisern Janis Joplins "Mercedes Benz" eine österreichische Textversion und den Jazzstandard "Georgia" verwandelte das Quartett in eine Liebeserklärung an Huberts Heimatort Goisern.

 

Aufgrund der kleinen Besetzung seiner Band konnte von Goisern seine vielfältigen Intrumentalkünste einsetzen. Er spielte nicht nur die für ihn typische Steirische Harmonika, sondern auch akustische und E-Gitarre, Slide-Gitarre, Piano, Kuhglocken oder Maultrommel. Weil von Goisern in seiner Band nicht nur erstklassige Musiker vereint, sondern bei ihrer Zusammenstellung auch darauf geachtet hat, dass alle gute Sänger sind, gab es für die mehrstimmigen Gesangspassagen meistens Extraapplaus.

 

Obwohl das "Hiatamadl" nicht dabei war, näherte sich in der zweiten Hälfte des Konzerts dem Siedepunkt, als die an die Volksmusik angelehnten Stücke ausgepackt wurden. Mit "Brenna tuats", Goiserns wohl größtem Hit der letzten Jahre, verabschiedete sich der Österreicher erstmals von seinem Publikum. Die 3000 Fans forderten lautstark Zugaben und von Goisern ließ sich nicht lumpen und hängte noch mehr als eine halbe Stunde dran. "Heast as net" und "Ganz weit weg" tönte es verstärkt von den vielen tausend Kehlen über die Burg. Aber selbst damit war es nicht genug. Ein weiteres Mal musste das Quartett auf die Bühne. Von Goisern bedankte sich bei den Fans fürs Kommen, Mitsingen und Tanzen, ehe sich die Band mit einem A-Cappella-Stück endgültig verabschiedete.

Nach dem Konzert sollte Bürgermeister Hans Steindl Hubert von Goisern noch den "Sold out Award" für das ausverkaufte Konzert überreichen, aber das Burghauser Stadtoberhaupt hatte wohl nach dem verlorenen Spiel der Burghauser Fußballer keine rechte Lust mehr und ließ sich nicht auf der Burg blicken. An seiner Stelle überreichte Konzertveranstalter Oliver Forster den Preis an den österreichischen Ausnahmekünstler.