11.07.2012 Regen
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Kommentar

Veränderungen...

Arber
Foto: Patricia Laxa


...sind für uns Menschen nicht immer leicht. Die Gebietsreform aus dem Jahre 1972 zum Beispiel haben bis heute viele nicht überwunden – ob es nun Leute im Lamer Winkel sind, die plötzlich nicht mehr zu Niederbayern gehörten, ob es Viechtacher sind, die sich nicht zu Regen gehörig fühlen. Oder auch die Regener selbst, die nach der Gebietsreform immerhin auf ihr Krankenhaus verzichten mussten – zugunsten eines Neubaus in Viechtach. Es gibt alte Wunden, die nur langsam verheilen, während der Landkreis selbst schon sein 40-jähriges Bestehen feiert.


Nun plädiert Kreisrat Stefan Ebner aus Viechtach dafür, den Landkreis umzubenennen: Landkreis Arberland, Arberlandkreis. Er ist davon überzeugt, das könnte das Image des Landkreises deutlich aufpolieren. Arber – das ist für sich schon ein Markenname, der für Tourismus wie auch für die Wirtschaft sicherlich positive Effekte nach sich ziehen könnte. Andere Landkreise in Deutschland machen es ja vor – Main-Spessart-Kreis, Rottal-Inn, Ostallgäu und viele mehr.


Natürlich: Die Idee, den Landkreis umzubenennen, die ist alt. Sehr alt sogar. Es gibt einen Kreistagsbeschluss vom 11. August 1980. Darin legte das Gremium mehrheitlich fest, den Landkreis umzubenennen. Nur: Die Sache wurde – wie auch immer – hinaus gezögert, man ließ sie im Sande verlaufen, bis sie gänzlich vergessen war.


Nun also der neue Anlauf, angestoßen von einem Viechtacher Kreisrat, der sich um die Zukunft seiner Heimat sorgt. Es ist zu hoffen, dass sein Vorstoß nicht auf taube Ohren stößt. Es ist zu hoffen, dass der ganze Landkreis eine offene Diskussion beginnt – und zwar nicht nur in den politischen Kreisen, sondern da, wo Heimat tatsächlich stattfindet: Bei jedem Einzelnen zu Hause.


Klar muss auch sein: Es darf nicht um lokale Interessen gehen – etwa, wenn sich die Stadt Regen als Verlierin sehen würde. Denn: Vielleicht wären die Vorteile auch für die Kreisstadt weit gewichtiger, als es der Nachteil wäre, einen Namen zu verlieren, der einem selbst vermeintliches Image gibt.


Stefan Ebner öffnet mit seiner deutlichen Positionierung den Weg für eine öffentliche Diskussion. Er öffnet den Weg, für eine basisdemokratische Entscheidung, bei der sich jeder Landkreisbürger angesprochen fühlen darf. Vielleicht ist es gerade das, was wir alle so nötig brauchen, um wieder Vertrauen in unsere Demokratie zu gewinnen: Mitsprache. Offener Meinungsaustausch. Und Politiker, die zuhören und offen sind für Veränderungen.

Lothar Wandtner
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Autor: Lothar Wandtner