07.09.2017 Traunreut

Dubiose Haustürgeschäfte:

1.800 Euro für zwei Stunden Arbeit verlangt

Blaulicht
Für zwei Stunden Fassadenarbeiten hat ein dubioser Reinigungsunternehmer von einer 81-jährigen Hausbesitzerin 1.800 Euro verlangt.

Die Traunreuter Polizei wurde heute früh, 7. September, von einer besorgten Nachbarin telefonisch davon unterrichtet, dass bei ihrer 81-jährigen Nachbarin offensichtlich von einer auswärtigen Firma Fassadenarbeiten durchgeführt wurden und es jetzt zu einer Streitigkeit zwischen dem Auftragnehmer und der alten Dame vor dem Haus kam.

Vor Ort wurden dann von den Beamten die Hausbesitzerin, ein besorgter Nachbar und ein resolut auftretender Unternehmer aus dem Raum Augsburg angetroffen. Der Unternehmer forderte das vereinbarte Entgelt in Höhe von ca. 1.800 Euro für den mündlich erteilten Auftrag, nachdem er bereits am Vortag mit den Arbeiten begonnen hatte.

Die Hausbesitzerin verlangte dagegen, dass die Arbeiten nicht weiter ausgeführt werden, weil weder Art und Umfang der Arbeiten, noch ein Entgelt in dieser Höhe vereinbart war und sie lediglich von einem Preis in Höhe von 300-400 Euro ausging.

Da es sich in diesem Fall um eine rein zivilrechtliche Angelegenheit handelt, wurden die Beteiligten auf eine zivilrechtliche Regelung, den Gang zum Rechtsanwalt und evtl. einen Entscheid durch das Gericht, hingewiesen und lediglich die Personalien festgestellt.

Die Polizeistation Traunreut weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es immer wieder dubiose Firmen gibt, die gezielt auf ältere und alleinstehende Personen zugehen und Reinigungs-/Fassaden- oder ähnliche Renovierungsarbeiten zu überhöhten Preisen anbieten.

Aus diesem Grund wird dringend geraten, keine mündlichen Verträge dieser Art mit solchen Firmen abzuschließen.

Seriöse Unternehmen werden in jedem Fall auf Verlangen ein schriftliches Angebot mit Art und Umfang der Leistungen unterbreiten und dabei einen entsprechenden Preis festsetzen. Im vorliegenden Fall wurde der 81-jährigen Hausbesitzerin lediglich mündlich zugesichert, dass noch ein schriftliches Angebot „nachgereicht“ wird.

Positiv in diesem Fall ist aber auf jeden Fall die Wachsamkeit der Nachbarn zu bewerten, die sich Sorgen um die Nachbarin gemacht haben und die Polizei verständigten. Wie der Polizei bekannt wurde, erklärte sich der resolut auftretende Unternehmer letztlich bereit, auf weitere Arbeiten zu verzichten und es kam auch hinsichtlich des geforderten Geldbetrages zu einer Einigung, die weit unter der ursprünglichen Forderung liegt.

Gerade ältere und alleinstehende Personen sind auf solche Mitbürger zunehmend angewiesen!

Autor: Pressemitteilung

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