08.09.2017 Traunstein

Katastrophenschutzübung:

Damit jeder Handgriff auch wirklich sitzt

Feuerwehr-Auto
Foto: Rainer Auer
Am Freitag, 15. September, und Samstag, 16. September, findet im Achental und am Chiemsee eine große Katastrophenschutzübung statt. Rund 320 Einsatzkräfte üben am Chiemsee den Schutz von Mensch und Natur vor auslaufendem Öl.

Dabei werden an der Tiroler Ache auf Höhe der Turnhalle des Staatlichen Landschulheims in Marquartstein sowie am Chiemsee im Bereich des Achendeltas und der Hirschauer Bucht kilometerlange Ölsperren eingezogen, ein Separations- und Dekontaminationsplatz aufgebaut sowie ein Versorgungspunkt bei der Gaststätte „Hirschauer Bucht“ eingerichtet. An beiden Tagen werden bis zu 320 Einsatzkräfte erwartet. Beteiligt sind neun Ortsverbände des Technischen Hilfswerks aus der Region, aber auch aus entfernteren Orten wie Kelheim und Landshut. Zudem sind elf Feuerwehren aus dem Landkreis Traunstein, Rettungskräfte von BRK, Wasserwacht und DLRG sowie die Polizei eingesetzt. Die Federführung bei der Übung liegt beim Landratsamt Traunstein.

Mit der Übung wird durch gezielte Maßnahmen sichergestellt, dass im Fall eines Schadens im Einzugsbereich der Tiroler Achen an der 465 Kilometer langen Transalpinen Ölleitung (TAL) von Triest nach Ingolstadt jeder Handgriff sitzt, um eine Verschmutzung des Chiemsees zu vermeiden. Gefordert sind hier vor allem die Kräfte des THW. Zu ihrem Auftrag zählen in erster Linie der Einbau der Ölsperren, die Ölabsaugung, der anschließende Transport des Öl-Wasser-Gemisches ans Ufer und die Ölseparation. Aber auch Feuerwehren, BRK, Wasserwacht und DLRG erfüllen wichtige Aufgaben besonders beim Brandschutz und bei der Rettung verunglückter Personen.

Übungen sind von der Regierung von Oberbayern vorgeschrieben und werden jährlich mit unterschiedlichem Umfang durchgeführt. Normalerweise werden sie vom THW selbst geleitet. Heuer wird jedoch ein vom Traunsteiner Landratsamt in enger Zusammenarbeit mit TAL und THW neu erstellter Sonderplan erprobt. Deshalb übernimmt auf Anordnung von Landrat Siegfried Walch ab einem bestimmten Zeitpunkt die bei der Behörde angesiedelte „Führungsgruppe Katastrophenschutz“ die gesamte Koordination aller Einsätze, so wie es das Bayerische Katastrophenschutzgesetz im Ernstfall vorsieht. Geübt wird in diesem Rahmen auch die aktuelle und umfassende Information der Bevölkerung per Durchsagen, Bürgertelefon und Medien einschließlich schneller und direkter Nachrichtenkanäle wie etwa Facebook sowie die interne Kommunikation per Digitalfunk.

Die regelmäßigen Übungen dienen vor allem dem Umwelt- und Naturschutz. Auch bei der Übung selbst wird größtmögliche Rücksicht auf die hohe Sensibilität des Achendeltas genommen, bei dem es sich um ein äußerst wertvolles Naturschutzgebiet handelt. Bereits Anfang Juli fand auf Einladung von Landratsamt und TAL ein Vorgespräch mit Vertretern des Landesbundes für Vogelschutz und des Bundes Naturschutz sowie Behördenvertretern statt. Dabei wurde von TAL der erfolgreiche Einsatz von Drohnen anstelle von Hubschraubern zur Befliegung des Bojengürtels vorgestellt. Wie in den Vorjahren wird aus Gründen des Vogelschutzes die Übung mit beginnender Dämmerung unterbrochen.

Landrat Siegfried Walch dankt bereits jetzt allen Übungsteilnehmern, die sich am Wochenende freiwillig in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Nur durch ihr Engagement und Fachwissen könne die Sicherheit der Menschen und die Unversehrtheit der Natur gewährleistet werden.

Autor: Pressemitteilung

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