12.09.2017 Traunreut

21-Jähriger bedroht Traunreuter:

Nach Verkehrsdelikt – Autofahrer zieht Waffe

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Foto: 123rf.com
Vergangenen Samstag kam es in Traunreut, nach einer Streiterei wegen einem banalen Verkehrsdelikt, zu einer Bedrohung mit einer Schusswaffe.

Gegen 22 Uhr teilte ein Traunreuter Autofahrer der Polizeistation Traunreut mit, dass er soeben von einem anderen Autofahrer in der Lorenz-Brandl-Straße in Traunreut mit einer Schusswaffe bedroht wurde.

Vorangegangen war offensichtlich eine kurze Diskussion zwischen dem 42-jährigen Mitteiler und seinem 21-jährigen Kontrahenten, der in Grassau wohnhaft ist. Grund der Auseinandersetzung war eine vorausgegangene angebliche Verkehrsbehinderung. Nach Angaben des Geschädigten stieg er gerade vor seinem Haus aus dem Auto aus, als der Grassauer mit seinem Mercedes neben ihm stehen blieb und ihn provozierend fragte, ob er „ein Problem hätte"?

Im Verlauf der weiteren Diskussion stieg der junge Fahrzeugführer schließlich mit den Worten „Warte, ich zeig Dir gleich was!“ aus dem Pkw aus, ging zum Kofferraum und entnahm daraus eine Pistole, mit der er auf den Traunreuter in bedrohlicher Weise zuging. Dieser erkannte die sich eskalierende Situation, bekam es nach eigenen Angaben mit der Angst zu tun, und flüchtete sofort in sein Wohnhaus, woraufhin sich der Täter nach kurzer Zeit entfernte.

Die sofortigen Ermittlungen ergaben, dass der Fahrzeugführer erst seit ein paar Tagen in Besitz einer waffenrechtlichen Erlaubnis - einem sogenannten „kleinen Waffenschein“ - ist. Die Aussage des Geschädigten scheint deshalb absolut glaubhaft. Im Rahmen der Fahndung konnte das Fahrzeug des Täters in der Nähe geparkt festgestellt werden.

Durch angeforderte Unterstützungskräfte, wurde das Fahrzeug dann durch zivile Einsatzkräfte observiert. Der Fahrer wurde trotz längerer Observation in dieser Nacht aber nicht mehr angetroffen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde ein Durchsuchungsbeschluss erlassen und durch Beamte der Polizeiinspektion Grassau am 11.09.2017 vollzogen.

Bei dem völlig überraschten Grassauer wurde dann auch eine Schreckschusspistole im Handschuhfach des Fahrzeugs aufgefunden. Der Vorwurf, er hätte den Traunreuter mit einer Schusswaffe in der Hand bedroht, wurde bestritten, obwohl die Indizien klar dafür sprechen. Die Schusswaffe und die waffenrechtliche Erlaubnis wurden als Beweismittel sichergestellt und neben dem Strafverfahren wegen Bedrohung wird der Vorfall vermutlich auch weitere Konsequenzen nach sich ziehen.

Im vorliegenden Fall bestehen aus polizeilicher Sicht erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des Waffenscheininhabers und es wird ein Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis angestrebt. Die Fahrerlaubnisbehörde wird in diesem Zusammenhang evtl. auch weitere Maßnahmen im Hinblick auf die Eignung des Fahrerlaubnisinhabers prüfen. Aus ermittlungstaktischen Gründen konnte der Bericht erst jetzt verfasst werden.

Autor: pm