10.03.2017 Piding

Er gab sich als Bulgare aus:

Türke landet in der Zelle der Schleierfahnder

Polizei, Polizist
Foto: Marcel Mayer
Die vermeintliche Abkürzung über das deutsche Eck, kam einen Hochzeitsgast aus der Türkei teuer zu stehen.

Da er keine Chance auf Erteilung eines Schengen-Visums sah, besorgte sich der 26-Jährige kurzerhand ein bulgarisches Komplettpaket - bestehend aus Reisepass, Personalausweis und Führerschein - an Fälschungen. Problemlos reiste er damit im Flugzeug von Istanbul nach Wien und anschließend per Auto über die Grenze nach Deutschland.

Schleierfahnder deckten den Schwindel auf. Nach Beendigung der Anzeigenaufnahme wegen Urkundenfälschung und illegaler Einreise und Hinterlegung einer „Kaution“ in vierstelliger Höhe, wurde der Türke am Freitagmorgen offiziell nach Österreich zurückgeschoben.

Am späten Donnerstagnachmittag, 9. März, stoppte eine Streife der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein einen vollbesetzten VW Golf aus Niederösterreich an der Autobahnausfahrt Piding-Nord. Bei den Insassen handelte es sich um zwei türkische, einem österreichischen Staatsangehörigen mit türkischer Abstammung sowie einen angeblichen Bulgaren. Da bereits bei der ersten fahndungsmäßigen Überprüfung des EU-Bürgers Zweifel an der Echtheit des vorgelegten Reisepasses bestanden, durchsuchten die Beamten den Mann sogleich an Ort und Stelle. Wie erhofft, kamen dabei zwei weitere gefälschte bulgarische Dokumente zum Vorschein.

Nachdem alle Personen zur Dienststelle nach Urwies verbracht wurden, fanden die erfahrenen Fahnder dann noch die in der Reisetasche des gelernten Kochs verstauten türkischen Originaldokumente, allerdings ohne den erforderlichen Sichtvermerk für die Reise in den Schengenraum.

Der wegen Beihilfe zum illegalen Grenzübertritt angezeigte Fahrer, konnte im Anschluss in Begleitung seiner zwei „Landsleute“ die Weiterreise in Richtung Innsbruck antreten.

Der „falsche Bulgare“ hingegen musste bis zu seiner Rücküberstellung nach Österreich eine Nacht in der Arrestzelle der PI Fahndung Traunstein erbringen. Mit dem Vollzug der Zurückschiebung droht ihm die Auferlegung einer mehrjährigen Wiedereinreisesperre für das Bundesgebiet
 

Autor: pm/glr

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