13.03.2017 Wonneberg

Bruder Barnabas verschonte niemand:

6. Starkbierfest beim Wirt in Weibhausen


Foto: Günter Buthke
Beim „6. Starkbierfest beim Wirt in Weibhausen“ ging es wieder sehr lustig zu. . Bürgermeister als Orgelspieler nur zweite Wahl

Sehr lustig zu ging's wieder beim „6. Starkbierfest beim Wirt in Weibhausen“ im vollbesetzten Saal des Gasthauses Alpenblick. Da durften der Fastenprediger Bruder Barnabas (Alfons Mader) und seine Protagonisten, die Musikkapelle St. Leonhard, die Kapelle „ois Dabei“, der Kirchenchor und der Witzeerzähler Sepp Löx, auch ungeschoren die Zeit überziehen; in bester Manier wie einst die Fernsehshowmaster Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld. Nach vier Jahren stieg Bruder Barnabas wieder in den Ring. Nachgeholfen hatte angeblich die Androhung, andernfalls werde er die Rolle selbst übernehmen, wie Bürgermeister Martin Fenninger in seiner Begrüßung augenzwinkernd sagte.

Bruder Barnabas gab es Fenninger gleich zurück. Er habe die besten Voraussetzungen für einen Bürgermeister: gesellig, lustig, trinkfest, ein guter Ziachspieler. Sogar die Orgel könne er spielen. Allerdings wäre er bald der Organistin Wally Hasenknopf bei der neuen Orgel in die Quere gekommen. Im Oktober war die Einweihung der neuen Orgel. Hasenknopf ging natürlich davon aus, dass sie als erste auf der Orgel spielen dürfe. Konkurrenz habe sie plötzlich vom Bürgermeister bekommen, der nach einem ausgiebigen Wirtshausbesuch in der Nacht heimlich auf der Orgel geübt habe. „Die Begabung unseres Bürgermeisters zum Orgelspielen hat sich in Grenzen gehalten. Darum hat unsere Wally als Erste bei der Einweihung auf der neuen Orgel gespielt.“ Bei der Einweihung habe er angeblich gesagt, die Gemeinde habe eine super Blaskapelle, einen hervorragenden Chor und jetzt die wunderbare Orgel, sodass man sich in St. Leonhard sogar auf das Sterben freuen könne.

Außerdem habe er Großes vor, denn er möchte sich als „König von Plattenberg“ mit einem großen Bauwerk in St. Leonhard verewigen: den König-Martin-Palast. Die Gegner hätten sich schon formiert, denn sie befürchteten die Beschattung und dass man den Leonharder Kirchturm aus der Ferne nicht mehr sehen werde.
Ob denn Pfarrer Kaspar Müller ein ganz normaler katholischer Pfarrer sei, wollte Bruder Barnabas wissen, denn ihm sei zu Ohren gekommen, dass er „strumpfsoggad“ in die Kirche geht. „I kenn des hoid bei den Moslems, dass die de Schuhe ausziagn.“

Pfarrer Andreas Ager komme bei jedem Wetter, bei Nacht und Nebel mit dem Fahrrad von Waging nach St. Leonhard. Damit ihm nichts passiert, hatte der Fastenprediger ein gelbe Warnweste mit der Aufschrift „Unser Pfarrer“ dabei. Mit dessen Aussage bei der Pfarrversammlung in Otting, in Otting könne man am besten sterben, könnten die Leonharder gut leben.

Gespart werde beim Arbeiter- und Burschenverein, denn beim Leonhardiritt habe die Fahnenabordnung in der Kirche nur aus dem Fähnrich und einem Fahnenbegleiter bestanden. Die Maß Bier und die Brotzeit für den zweiten Fahnenbegleiter habe sich der Verein gespart.
Die Schnalzer seien bekannt für Feste über mehrere Tage. Auf den Plakaten stehe dann zum Beispiel Freitag „Erdäpfelkraut, Samstag „Schnalzertreffen, Sonntag „Frühschoppen“. Die Schnalzer täten am Sonntag aber bereits zusammenräumen. Weil jedoch ein Haufen Leute zum nicht stattfindenden Frühschoppen komme, könnten sie beim Zusammenräumen gleich mithelfen.

Die Wahl zum Jagdvorstand habe gleich dreimal stattgefunden. Man habe zwischendurch schon geglaubt, es seien Aufführungen vom Theaterverein. „Derjenige, der sich am besten über das „Kasperltheater“ gefreut hat, war mit Sicherheit der Wirt“, vermutete Bruder Barnabas.

Sparsamkeit bescheinigte er der Kindergartenleiterin Birgit Bleibinger. Wenn die Kinder hin und wieder Gummibärchen bekämen, würde sie jedes Gummibärchen mit der Schere in der Mitte durchschneiden. Damit die Kinder auch einmal ganze Gummibärchen bekommen, schenkte der Fastenprediger ihr ein Küberl mit Gummibärchen.

Zum Thema „Mit dem Taxi heimfahren nach dem Starkbierfest“ hatte der Fastenprediger die Geschichte von zwei Gemeindebürgern parat, die beim Wirt in Weibhausen sauber „getankt“ hatten und zu Fuß in Richtung St. Leonhard gegangen sind. Nach kurzer Zeit haben sie ein Auto angehalten. Es war die Polizei. Weil die Polizisten die Gefahr erkannt haben, dass die zwei es nie bis St. Leonhard geschafft hätten, haben sie sie bis vor die Haustür gefahren.

Beim Witzeerzähler Löx-Sepp habe der Maler das Haus etwas außergewöhnlich angestrichen, dass einen die Augen tränten. „Wir haben uns in der Zwischenzeit an die Hausfarbe gewohnt. Des schlimme ist, dem Maler ist anscheinend Farbe übrig geblieben und er führt jetzt sein Unwesen in Oberwendling fort. Man kann nur hoffen, dass die Farbe jetzt endgültig aus ist.“

Vor drei Jahren sei Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der Wahl in Traunstein zu Fall gekommen und es habe ein kräftiges Erdbeben gegeben. „Ist doch klar, wenn's 130 Kilo auf einmal umhaut“, so Bruder Barnabas. Der Boden unter Traunstein sei seitdem nicht mehr so richtig zur Ruhe gekommen. Wöchentlich gebe es immer wieder Nachbeben: Bürgerentscheide zur Landesgartenschau und Güterhalle, Tiefgarage Karl-Theodor-Platz, Klosterkirche, Schulden, Haushalt usw. Trotzdem behalte Oberbürgermeister Christian Kegel sein Lachen bei. Der Fastenprediger vermutete, dass ihm ein Chip eingepflanzt worden sei, der dies bewirke. Bei den Bürgerentscheiden sei dann doch einmal das Lachen kurz vergangen. Kegel habe in einer Debatte über die Einsparungen vom Haushalt gesagt, man wolle bestimmte Kühe nicht gleich schlachten, nur nicht mehr so gut füttern. „Herr Kegel, fragen sie einen Landwirt, ob das Sinn mach.“ Er übergab dem Oberbürgermeister eine Checkliste von A bis Z, die er in den kommenden Jahren abarbeiten soll.

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Gewisse Stadträte in Traunstein klammerten sich schon seit Jahrzehnten an ihr Stadtratsmandat. „Manche haben sogar im Sitzungssaal ihr Testament hinterlegt. Darin steht unter anderem: „Mein Vermögen bzw. meine Schulden soll die Stadt Traunstein erhalten, da ist es eh schon egal.“ Dem Uwe Steinmetz, der um die 40 Jahre im Stadtrat ist, empfahl er, schon mal einen Zinnteller für seine besonderen Verdienste um die Stadt Traunstein zu gravieren. „Wenn du mal in den schönen Wald im Norden von Traunstein umziehst, dann ist wenigstens was da, womit deine Verdienste gewürdigt werden.“

Außerdem wollte er vom Traunsteiner Stadtrat wissen, was für einen Kaffee er jetzt trinke. Vor einigen Jahren habe es doch über die Fairtrade-Kaffee geheißen „Den kannst ned saufa“. Jetzt sei Traunstein aber Fairtrade-Stadt.

Aus Taching habe er gehört, dass sie dort Probleme mit dem Feuerwehrhaus hätten. Es habe überall Risse. Zur Bürgermeisterin Ursula Haas sagte er, sie hätten dort ihre Gemeinderatssitzungen, wo auch mal auf den Tisch gehauen werde. Für so etwas sei ein Feuerwehrhaus einfach nicht geeignet.

Ein Singspiel führte wieder der Kirchenchor unter der Leitung von Wally Hasenknopf auf. Die Texte zwischen den Liedern trugen Mathilde Tradler, Heini Gebauer und Martin Brandner vor. Als erstes nahmen er sich der schwindenden Stammtischkultur an und sang zum Lied „Griechischer Wein“ den Text „Der Stammtisch is leer, es is zum Rean“. Danach griffen sie die Idee auf, die der Fastenprediger bereits angesprochen hatte. Ein Bürgersaal muss her. Die Gemeinde habe aber kein Geld. Als billige Alternativen wurden der Umbau des Wirtssaals in Weibhausen oder ein fahrbarer Bürgerbauwagen vorgeschlagen. Dann kam der Kirchenchor auf die Idee, man könnte mit den Gemeinderäten einen Film drehen. Man war sich einig, dass sich St. Leonhard hervorragend für einen Westen eignen würde, denn hinter Plattenberg fange – frei nach „Truck Stop“ - der Wilde Westen an. Den Gemeinderäten wurden in lustiger Weise ihre Rollen zugewiesen. Für die Rollen der Banditen werde noch freiwillige Gemeindebürger gesucht. Nach dem Bonanza-Lied sang der Chor fröhlich „Am Wonneberg ist Westernzeit, jetzt pack' ma's“. Alle waren am Schluss überzeugt, dass der Film so gut werde, dass er einen „Oscar“ bekomme. Die Finanzierung des Bürgersaals sei damit gesichert. Der Namen war auch schon befunden. „Bürgermeister-Martin-Fenninger I.-Saal.

Wie immer wurde das Starkbierfest, um Gemeindebürgern, die schuldlos in Not geraten sind, finanziell unter die Arme zu greifen. Die Protagonisten verzichteten alle auf eine Gage. Der Wirt, das Hofbräuhaus Traunstein und die Privatbrauerei Wochinger Traunstein stifteten jeweils 50 Liter Starkbier, das verkauft wurde und in den Erlös ging.

Vereine, Firmen und Einzelpersonen spendeten ansehnliche Geldbeträge. Zudem gingen Leute mit Körben herum, die statt des freien Eintritts freiwillige Spenden einsammelten. Mit einem deftigen Buffet sorgte der Wirt dafür, dass keiner Hunger leiden musste. Für den Durst gab es genügend Starkbier und andere Getränke.

Auf jedes Getränk wurden 50 Cent aufgeschlagen, die ebenfalls in den Erlös eingingen.

Autor: Bjr/glr

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