27.01.2017 München

Das Elterngeld wird 10 Jahre:

Frauen wünschen sich souveräne Väter

Eltern, Familie, Kinder.
Im Januar 2017 feiert das Elterngeld seinen 10. Geburtstag. Die damit verbundene Elternzeit hat dazu geführt, dass sich das Rollenverständnis von Mann und Frau verändert hat und neue Lebens- und Arbeitsmodelle entstanden sind.

Wie stehen die Deutschen zu diesem Thema und was bedeutet es für die Partnerschaft? Das wollte LoveScout24, Deutschlands Datingportal Nr. 1, wissen und hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut GfK rund 1.000 Frauen und Männer ab 14 Jahren repräsentativ befragt.

Ob Mann oder Frau: Wer mehr verdient, sollte derjenige sein, der wieder arbeiten geht, sagen 45 Prozent der Deutschen. Doch nur jeder Dritte (34 Prozent) findet es okay, wenn nur Mütter diese Auszeit nehmen. 27 Prozent der Deutschen resümieren: Seit auch Männer Elternzeit nehmen, hat sich das positiv auf das Rollenverständnis von Frauen und Männern und damit auf die Partnerschaft ausgewirkt. Und doch sind es nur 21 Prozent aller Bundesbürger, die für eine gleich lange Elternzeit für Männer und Frauen plädieren.

Faire Aufteilung für glückliche Beziehung wichtig

Deutlich mehr Frauen (38 Prozent) sagen, dass eine Beziehung nur dann langfristig glücklich sein kann, wenn Kinder, Job und Haushalt fair geteilt werden. Dem stimmen nur 29 Prozent der Männer zu. Und was sagt die Beziehungsexpertin? LoveScout24-Psychologin Dr. Katharina Ohana: „Aus Beziehungssicht ist eine faire Teilung zu 100 Prozent wichtig.“ Das bedeute nicht zwangsläufig eine 1:1-Aufteilung aller Aufgaben. Bei einer unterschiedlichen Aufteilung von Job und Kinderbetreuung sind Wertschätzung und Respekt für die Arbeit des Anderen das Wichtigste. Denn: „Der Trennungsgrund Nummer 1 sind Kinder bzw. das Ungleichgewicht, das durch Kinder in Beziehungen entsteht. Da fühlen sich ehemalige Karrierefrauen plötzlich auf dem Abstellgleis der Mutterschaft oder Väter als drittes Rad am Wagen, ausgeschlossen von der Mutter-Kind-Einheit. Man kann die eigenen Sorgen kaum mehr teilen, fühlt sich unverstanden oder viel zu wenig anerkannt in seiner Rolle. Das machen sich viele Frauen nicht klar, die nur noch für ihre Kinder da sein wollen, und viele Karriere-Männer auch nicht.“ 

Souveräne Väter und berufstätige Mütter sind attraktiv

Windeln wechseln, Fläschchen geben oder das Kind ins Bett bringen: Der Großteil der Frauen (59 Prozent) sagt, dass Väter das ebenso souverän beherrschen sollten wie Mütter. Dem stimmen jedoch nur 39 Prozent der Männer zu. Zeit, dies zu überdenken, weiß Beziehungsexpertin Dr. Ohana: „Es macht Männer attraktiv, wenn sie souverän Kinderbedürfnisse erkennen und damit umgehen können, wenn es sie interessiert, wie es den Kindern geht und das auch mitgestalten wollen.“ Und genauso mache es Frauen attraktiv, an der Karrierewelt beteiligt zu sein, nicht nur Themen der Kindererziehung zu besprechen, sondern auch zu wissen, wie der Rest der Welt ticke. Eine Winwin-Situation für alle – auch für die Kinder: „Es tut Kindern gut, wenn sie früh mitbekommen, dass Mama auch noch ein eigenes Leben hat und es da draußen eine Realität gibt, die nicht immer funktioniert, wie man sich das wünscht in seinem kindlichen Narzissmus – beide Eltern aber damit umgehen können und gleichzeitig für das Kind da sind“, so Ohana.

Dr. Ohana: Schon in der Dating-Phase darüber reden Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um all diese Dinge anzusprechen? „Wenn das Thema Kinder in einer Beziehung angedacht wird, ist es wichtig, von Anfang an auch diese finanziellen und organisatorischen Dinge offen und klar zu besprechen“, rät die LoveScout24-Expertin. „Die ehrliche Frage nach dem Familienwunsch gehört – im entsprechenden Alter – ja genau genommen auch schon in die ersten Dates, und viele junge Männer und Frauen haben heute eine genaue Vorstellung, wie sie das mit Job und Kindern mal haben wollen.“ Aber Vorsicht: Viele moderne jungen Frauen denken, sie schaffen das, Kinder und Vollzeitjob – und sind dann später überrascht, wie sehr sich das Leben ändert durch Kinder, wie anstrengend das in Wirklichkeit ist. Deshalb ist es wichtig, frühestmöglich auch weitere Hilfsfaktoren zu klären, so Dr. Ohana. Zum Beispiel: Sind Großeltern in der Nähe oder können wir uns weitere finanzielle Hilfe leisten? Ohana: „Auch wenn ein großer Teil des Gehalts für eine gute Kinderbetreuung drauf geht, sollten beide das langfristig sehen. Die Kinder werden größer, und spätestens dann stehen die Partnerschaft und der Job wieder mehr im Fokus.“ 

Autor: pm/glr

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