16.03.2017 Deggendorf

Stallpflicht aufgehoben

Endlich wieder Frischluft für das Federvieh

Hühner
Foto: Ursula Hildebrand
Die Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel wurde am heutigen Donnerstag, 16. März, aufgehoben.

"Das aktuelle Geflügelpestgeschehen bei Wildvögeln in Bayern ist in den letzten Wochen rückläufig", gab die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf bekannt. "Die allgemeine Stallpflicht für ganz Bayern wird gelockert. Ab sofort gibt es nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Geflügelpest. Damit sind bis auf weiteres auch wieder Ausstellungen und Märkte möglich. Eier können wieder als Freilandeier vermarktet werden", so Scharf. Das Umweltministerium hat die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden gebeten, die Maßnahmen zum Schutz des Nutzgeflügels an die aktuelle Lage anzupassen. Die erhöhten Biosicherheitsmaßnahmen auch in Kleinbetrieben gelten weiterhin.

Um eine erneute größere Ausbreitung der Vogelgrippe in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen, führt Bayern jedoch das bestehende Wildvogelmonitoring intensiv weiter.

 

Das Landratsamt Deggendorf hat sofort reagiert. Die Stallpflicht und das Verbot von Ausstellungen, Märkten und Veranstaltungen ähnlicher Art mit Vögeln wurde noch am gleichen Tag per Allgemeinverordnung wieder aufgehoben.

 

Unumstritten war die Stallpflicht ohnehin nie. Die Grünen etwa finden, die wahren Übertragungswege der Vogelgrippe seien noch viel zu wenig erforscht. Nach wie vor werde von der CSU-Staatsregierung krampfhaft an der ausschließlichen Einschleppung der Vogelgrippe durch Wildvögel festgehalten, obwohl viele Vogelgrippe-Fälle bei Nutzgeflügel weitab von Wildvogelüberwinterungszentren liegen, so MdL Rosi Steinberger. „Tatsächlich gab es Ausbrüche auch in großen Stallhaltungen, die hermetisch von der Außenwelt abgeschnitten waren“, weiß die Sprecherin für Verbraucher- und Tierschutzpolitik bei den Grünen.

 

In den vergangenen Monaten sind in Deutschland über 1.000 Fälle der Geflügelpest bei Wildvögeln und über 80 Fälle beim Hausgeflügel bestätigt. In Bayern gab es bei Wildvögeln rund 120 Nachweise in allen sieben Regierungsbezirken und neun Nachweise in hauptsächlich kleineren Nutzgeflügelbeständen.  

Autor: lr/pm