28.10.2011

Wuff!

Deggendorf wurde eine Woche lang zu „Dog-City“


Fotoshow: Hundeschule trainierte mitten in der Stadt unter den neugierigen Augen der Anwohner.

„Wilma, hier!“, hallt es über den Oberen Stadtplatz Deggendorfs. Blitzartig setzen sich vier kurze Beine in Bewegung. Wie ein kleiner Wirbelwind saust die Mischlingshündin „Wilma“ ihrem Herrchen entgegen – vorbei an staunenden Passanten, die sich das Spektakel schmunzelnd eine Weile ansehen. Hin und wieder fragt ein Vorbeikommender interessiert, was denn hier los sei. Hundetraining natürlich! Die Hundeschule „Hexenhof“ aus Schöllnach hielt eine Woche lang sämtliche Trainingsstunden unter erschwerten Bedingungen in der Innenstadt Deggendorfs ab. „Wir arbeiten unter Ablenkung mit fremden Hunden, Menschen, Autos“, erklärt Hundetrainerin Elke Fiebert. 

 
In der vertrauten Umgebung der Hundeschule in Neuhof bei Schöllnach klappen die Kommandos mittlerweile alle wie am Schnürchen. Doch folgt der mittlerweile schon gut ausgebildete „beste Freund des Menschen“ seinem Frauchen oder Herrchen auch, wenn um ihn herum Autos hupen, Menschen hektisch ihrem Tagesgeschäft nachgehen oder fremde Hunde die Trainingsgruppe anbellen? „In der Stadt kommt es ja darauf an, dass mein Hund gehorcht“, sagt eine Teilnehmerin. „Deshalb wollte ich das Training auf alle Fälle mitmachen.“
 
Den zwei- und vierbeinigen Kandidaten wurde nichts geschenkt. Die Hunde wurden beispielsweise auf der einen Seite des Oberen Stadtplatzes in „Platz“ gelegt. Dort mussten sie dann still verharren, während ihr Frauchen oder Herrchen sich entfernte. Teilweise wurde noch andere Hunde als „Hindernis’“ in den Laufweg gelegt. Oder es kam eine „fremde“ Teilnehmerin zu dem abgelegten Hund, um dem Fifi zu schmeicheln. Trotzdem durfte er sich nicht aus seinem „Platz“ erheben. Nichts durfte sie ablenken, bis von der anderen Seite des Platzes schließlich das erlösende Kommando des vertrauten Menschen erklang: „Hier!“ 
 
Es wurde „bei Fuß“ in Formation marschiert, um Pylonen herum im Slalom gelaufen oder der Hund aus dem Gang heraus abgelegt. Kurz: Das ganze Unterordnungsprogramm.
 
Das alles unter den interessierten Augen der Passanten. Viele blieben stehen, um sich eine Zeit lang über die Hunde oder die Übungen zu unterhalten – oder um einfach nur zuzusehen. So hatten vor allem auch die Zuschauer etwas von dem ungewöhnlichen Training mitten im Herzen der Donaustadt. „Das hat viel für das Verständnis zwischen Mensch und Hund beigetragen“, ist eine Teilnehmerin überzeugt.
 
Nach dieser spannenden Woche, in der sich Deggendorf schon fast in „Dog City“ verwandelt hat, gings wieder zurück zum Trainingsplatz in der Hundeschule. Nur eine „Outdoor“-Stunde wird wie gehabt weiterhin in Deggendorf abgehalten. Doch nach diesem Erfolg will Hundetrainerin Elke Fiebert wieder mehr Kurse in der Stadt anbieten. 
 
Übrigens: Am Sonntag, 20. November, wird in der „Hundeschule Hexenhof“ in Neuhof 7 bei Schöllnach ein Adventsbasar abgehalten. Der Erlös aus der Veranstaltung kommt wie immer einem wohltätigen Zweck zugute.
Autor: lr