11.10.2017 Deggendorf

Koordinierende Kinderschutzstelle

Wenn Mama immer weint

Träne weinen
Foto: 123rf.com
Was können Krippen und Kindergärten tun für Kinder psychisch kranker Eltern tun?

Psychische Krankheiten und Krisen sind weit verbreitet. Hierzulande ist statistisch gesehen jeder sechste Mensch langfristig oder nur vorübergehend davon betroffen ist, weiß Jana Schmid, Psychologin am Bezirksklinikum Mainkofen.

Zu diesem wichtigen Thema informierte Schmid pädagogische Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Tagesmütter und – Väter und Familienpaten im Landratsamt Deggendorf. Eingeladen hatten hierzu Christine Blöchl, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen am Amt für Jugend und Familie sowie Anneliese Hellauer und Ellen Tsalos-Fürter von der Koordinierenden Kinderschutzstelle – kurz KoKi.

Die Fachkräfte aus den Kitas erfuhren von der erfahrenen Psychologin, dass neben der erkrankten Person selbst fast immer das familiäre Umfeld stark mitleidet. Besonders betroffen sind Kinder, denn viele sind durch die Erkrankung des Elternteils auf sich alleine gestellt. Kinder erleben ständig Situationen, die ihnen Angst machen, Schuldgefühle hervorrufen und denen sie ohnmächtig gegenüberstehen.

Darauf reagieren sie mit verschieden Verhaltensweisen wie Rückzug oder auch Aggressionen. Gerade für diese Kinder und Eltern ist es wichtig, in den Krippen und Kindergärten für ihre individuelle Belastungssituation Verständnis und Unterstützung zu finden. Für betroffene Eltern ist es beruhigend zu wissen, dass die Kinder in ihrer Kita einen Ort haben, in dem sie unbeschwert spielen und sich wohlfühlen können. Dazu braucht es Erzieherinnen, die auf die individuellen Bedarfe der Familien eingehen und Eltern und insbesondere deren Kinder begleiten können. Dabei sollen sie feinfühlig auf die Kinder eingehen und ihnen als verlässliche und umsichtige Erwachsener zu Verfügung stehen.

Was Kitas und Tagespflegestellen tun können, um den Kindern und Eltern hilfreich zur Seite stehen zu können, konnten die Teilnehmer in Zusammenarbeit mit der Referentin und den begleitenden Fachstellen des Jugendamtes Deggendorf im Anschluss an den Fachvortrag austauschen.
Viele Fachkräfte, auch außerhalb von Kindertageseinrichtungen, sehen großen Bedarf, betroffenen Eltern und Kindern unterstützend zu Seite zu stehen. Um möglichst passende Hilfen und Entlastungen für die Kinder leisten zu können, hat sich bereits im Sommer dieses Jahres ein „Arbeitskreis für Kinder psychisch kranker Eltern“ gegründet, der derzeit weiter ausgebaut wird.

Weitere Infos und vertrauliche Auskünfte:
Koordinierende Kinderschutzstelle im Landratsamt Deggendorf
0991 3100 -308 Anneliese Hellauer oder -214 Ellen Tsalos-Fürter 

Autor: dw
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