09.08.2012 München
Artikel versenden Artikel drucken Leserbrief schreiben

Übergabe von 150.000 Mephedrone-Tabletten verhindert

Internationales Ermittlerteam legt Drogenschmugglern das Handwerk


Bereits im Juli und November 2010 stellten Ermittler des Zollfahndungsamtes München in Rosenheim und Brannenburg rund 155.000 Mephedrone Tabletten sicher und nahmen mit Unterstützung einer Spezialeinheit der Bundespolizei drei Tatverdächtige im Alter von 31 bis 49 Jahren fest.

In einem Pritschenwagen mit österreichischer Zulassung hatten die Schmuggler die Ladefläche mit professionellen Schmuggelverstecken versehen, das Rauschgift auf den Balearen in Spanien eingebaut und nach Deutschland verbracht.

 
Die Gruppierung stand sowohl in Deutschland als auch in Österreich seit längerer Zeit unter Beobachtung der Ermittlungsbehörden. So konnten zuvor Beamte des Landeskriminalamtes Kärnten im Raum Klagenfurt zwei serbische Staatsangehörige anlässlich der Übergabe von 250 Gramm Kokain festnehmen.
 
Bereits bei dieser Gelegenheit zeigte sich das Potenzial der grenzüberschreitend tätigen Gruppierung, da anlässlich dieser Straftat auch bekannt wurde, dass die Täter weder vor aktiver Gewaltanwendung noch vor Betrugsstraftaten Halt machten.
 
Auf Grund koordinierter Maßnahmen zwischen österreichischen und deutschen Strafverfolgungsbehörden war es außerdem gelungen, ein in Slowenien von der Tätergruppierung konspirativ genutztes Haus ausfindig zu machen. Das daraufhin eingebundene Polizeidirektorat im slowenischen Bezirk Celje entdeckte in der Folge eine illegale Marihuanaplantage, stellte mehrere Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana sicher und führte weitere Strafverfahren gegen auf slowenischem
Boden tätige Rauschgifthändler.
 
Nachdem die aus österreichischen, slowenischen und serbischen Staatsangehörigen bestehende Gruppierung nunmehr aufgedeckt, deren „modus operandi“ sowie die äußerst konspirative Vorgehensweise bei den „Geschäftsabwicklungen“ weitgehend bekannt war, gelang auf Grundlage der hervorragenden internationalen Zusammenarbeit der involvierten Behörden im November 2010 ein empfindlicher Schlag gegen drei weitere Mitglieder.
 
Bei einer geplanten Übergabe von 150.000 Mephedrone-Tabletten zu einem Großhandelspreis von 120.000 Euro wurden im Raum Rosenheim im November 2010 die zu diesem Zeitpunkt bereits identifizierten Täter festgenommen. Der Straßenhandelsstückpreis der Tabletten beträgt aktuell zwischen 7 und 10 Euro.
 
Ab diesem Zeitpunkt fokussierten sich die Ermittlungen mit Unterstützung der spanischen Guardia Civil auf den Balearen gegen den dort aufhältigen Hintermann und Lieferanten. Letztlich gelang es im Mai 2012 Beamten der Guardia Civil den 42-jährigen niederländischen Hotelier auf Ibiza festzunehmen. Auf Grundlage eines durch die Staatsanwaltschaft Traunstein erwirkten
internationalen Haftbefehls wurde er zwischenzeitlich nach Deutschland ausgeliefert und wartet nun auf seine Hauptverhandlung vor dem dortigen Landgericht.
 
Bei den international geführten Ermittlungen stellte sich zusammenfassend heraus, dass die Gruppierung seit Ende 2008 mit rund
- 180.000 Mephedrone-Tabletten,
- 15 Kilogramm Grundstoffen zur Herstellung solcher Tabletten sowie
- knapp 40 Kilogramm Marihuana in Westeuropa gehandelt hatte.
 
Ein nicht unerheblicher Teil davon konnte wie beschrieben sichergestellt, 6 Straftäter im Alter zwischen 31 und 49 Jahren festgenommen werden. Bislang wurden davon drei Personen zu Haftstrafen von insgesamt 13 Jahren, zwei weitere Personen zu Freiheitsstrafen von je zwei Jahren (ausgesetzt zur Bewährung) verurteilt.


Autor: we/bi