08.10.2017 Freising / München

Kardinal Marx ruft dazu auf, die Erde zu schützen

„Wir dürfen diesen Planeten nicht verkommen lassen“

Kardinal Marx
Foto: Huckemeyer
Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, hat beim traditionellen Ehepaarfest auf dem Freisinger Domberg dazu aufgerufen, die Erde zu schützen.

Wer Satellitenbilder des blauen Planeten betrachte, sei überrascht und erstaunt, „dass es das überhaupt gibt, dass dort Leben ist“, erklärte Kardinal Marx in seiner Predigt am Sonntag, 8. Oktober. Durch diese Erfahrung, so Marx, „begreifen wir, wie kostbar das Haus der Schöpfung ist, wie kostbar unser eigenes Leben ist.“ Diese Einsicht müsse „in eine Haltung des Dankes hineinführen“, sagte Marx. Das Leben sei ein großes Geschenk. Gerade Christen seien gefordert, verantwortungsvoll mit der Schöpfung umzugehen. „Wir dürfen diesen Planeten nicht verkommen lassen“, erklärte der Kardinal.

 

Bezug nehmend auf Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika „Laudato si’“ die Erde als „Haus der Schöpfung“ bezeichnet, das allen Menschen und auch den kommenden Generationen gehört, sagte Kardinal Marx: „Wir brauchen viel stärker das Bewusstsein, dass wir eine Menschheitsfamilie sind, die schicksalhaft miteinander verbunden ist.“ Die einen dürften nicht auf Kosten der anderen leben. Dies sei gerade wichtig in einer Zeit, wo einige wieder anfingen, von Nationalismus zu reden und die eigene Nation über andere zu erheben. Christen müssten sich bemühen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen gut auf der Erde leben könnten.

 

Ebenso gehe es darum, sagte Kardinal Marx an die anwesenden Ehepaare gewandt, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, etwas aus seinem Leben zu machen und das große Geschenk des Lebens, das eigene Lebenshaus, anzunehmen und zu gestalten. „Ich möchte Ihnen herzlich danken, dass Sie diese Lebensaufgabe angenommen haben“, so Marx. „Dieses Leben, das uns geschenkt wurde von Gott, das ermöglicht wurde durch die Liebe von Mann und Frau, haben Sie angenommen und gestaltet zusammen mit Ihrem Ehepartner.“ Marx erklärte weiter: „Mann und Frau gehören zusammen. Das ist das Bild der Ehe, da mögen sich die Gesetze ändern wie auch immer, das ist das Bild, das Gott uns gegeben hat.“

 

Zur Gestaltung des eigenen Lebenshauses gehöre auch, sagte Kardinal Marx, sich immer wieder zu fragen, ob man dieser großen Gabe und Aufgabe gerecht werde. Wenn die Ehepaare zurückschauten, sähen sie sicherlich auch „das, was nicht so gut gelaufen ist“. Zu einer Ehe gehörten „die Versöhnung, der Neuanfang, das gemeinsame Tragen des Leids und des Sterbens ebenso wie die gemeinsame Freude, Feste, die Geburt der Enkelkinder“ und damit viele Dinge, die in eine Haltung der Dankbarkeit führten. Christen dürften darauf vertrauen, dass „der Herr uns hilft, unser Lebenshaus zu gestalten“, so Marx. Der Herr sei da, auch in Krankheit, im Alter, in der Hinfälligkeit. „Wir geben unser Leben in Gottes Hand.“ Der Tag des Ehepaarfestes sei ein Tag, so Marx, „wo Ihr Leben gesegnet wird, wo wir erneut Dank sagen dürfen für die wunderbare Gabe des Lebens.“

 

Hunderte Paare waren zum Ehepaarfest nach Freising gekommen, um für die gemeinsamen Ehejahre zu danken. Zahlreiche der Paare begingen in diesem Jahr ein besonderes Ehejubiläum. Unter anderem nahmen Paare teil, die Goldene Hochzeit, also 50 Ehejahre, oder Diamantene Hochzeit und damit 60 Ehejahre feierten. Ein Paar ist bereits seit 74 Jahren verheiratet. Nach dem Festgottesdienst empfingen die Eheleute den Paarsegen durch Kardinal Marx, Weihbischof Bernhard Haßlberger, Weihbischof Rupert zu Stolberg, Generalvikar Peter Beer und weitere Geistliche. Am Nachmittag gab es ein Kultur- und Begegnungsprogramm mit Führungen, Musik und Mitmachangeboten.

Autor: Pressemitteilung

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