23.02.2017 Dachau

Kunsttransport

Das 2014 gestohlene Tor ist in die KZ-Gedenkstätte Dachau zurückgekehrt

Das Tor wurde von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte, Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten (v.l.n.r.) und Jean-Michel Thomas, Präsident des Internationalen Dachaukomitees (im Hintergrund) in Empfang genommen.
Foto: KZ-Gedenkstätte Dachau
Am Mittwoch, 22. Februar, haben Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Karl Freller, Landtagsabgeordneter und Stiftungsdirektor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, Jean-Michel Thomas, Präsident des Comité International de Dachau, sowie Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, das 2014 gestohlene historische Tor der KZ-Gedenkstätte in Empfang genommen.

Minister Spaenle betonte: "Die Rückkehr des Tores ist für mich ein wichtiger historischer Moment, weil sie den Besucherinnen und Besuchern am authentischen Ort künftig wieder ermöglicht, dieses Tor mit seiner dramatischen Symbolik authentisch zu erleben. Es wird künftig in die Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau einbezogen. Dieses Tor mit der Aufschrift 'Arbeit macht frei' stand und steht für die Erniedrigung jedes einzelnen Menschen und weiter Teile der Gesellschaft durch die NS-Diktatur. Ihr Schicksal wurde mit der Perversion der Sprache – 'Arbeit macht frei' – grausam verharmlost und die menschlichen Werte wurden mit Füßen getreten."

 

Mit Blick nach vorn schloss Ludwig Spaenle: "Die Erinnerungsarbeit werden wir aktiv fortsetzen, das gehört zu den staatspolitischen Kernaufgaben. Der Grundlosung der Gründungsmütter und -väter der Bundesrepublik Deutschland, dem 'nie wieder' mit Blick auf das Unrechtsregime des Dritten Reichs, sind wir verpflichtet. Das Tor steht als stummes Zeugnis für die Entwürdigung und Entrechtung der Menschen unter dem Hakenkreuz. Dem setzen wir den Willen des 'nie wieder‘ entgegen."

 

Zum Verbleib des 2014 gestohlenen schmiedeeisernen Tores mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" hatte es zwei Jahre lang keine aussagefähigen Hinweise gegeben. Ende 2016 war es in Norwegen aufgefunden worden. Das norwegische Kultusministerium hat das Tor in einem Kunsttransport nun wieder nach Dachau bringen lassen. Minister Spaenle dankte dem Norwegischen Kulturministerium für die Rückgabe dieses symbolträchtigen Tores.

Autor: pm / uh

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