13.04.2015 Flughafen München

Flughafen München

International gesuchter Drogendealer erwischt

Durchschnittlich zweimal am Tag nehmen die Bundespolizisten am Münchner Airport mit Haftbefehl gesuchte Personen fest. Manchmal hilft auch Kommissar Zufall.
Foto: Klaus Kindermann (Beispielbild)
Die Bundespolizei am Münchner Flughafen hat einen dreisten Serben nach vier Jahren verhaftet.

Der Serbe hatte den Bundespolizisten noch frech erzählt, er wisse um den Haftbefehl gegen ihn. Schließlich sei er schon öfters verhaftet und immer wieder frei gelassen worden. Er sei nämlich gar nicht der Gesuchte. Bundespolizisten haben den 35-Jährigen am späten Dienstagabend, 7. April, bei seiner Ankunft aus Belgrad dennoch festgenommen. Interpol Brasilien hatte seit Mitte 2011 nach dem Mann mit internationalem Haftbefehl gesucht.

 

Die Drogenfahnder in Brasilien hatten den Serben als Mitglied eines international agierenden Drogenrings identifiziert. Er soll zwischen März 2009 und Mai 2011 Kontakte zu verschiedenen Schiffscrews hergestellt und den Transport der Drogen über Häfen im Bundesstaat Sao Paulo koordiniert haben. Den Beschuldigten erwarten in Brasilien bis zu 15 Jahre Haft wegen internationalen Drogenhandels. Da der Gesuchte untergetaucht war, schrieben ihn die brasilianischen Behörden im Juli 2011 über Interpol zur Festnahme aus.

 

Der Serbe blieb schließlich im Fahndungsnetz der Bundespolizei am Münchner Airport hängen, als er bei seiner Ankunft aus Belgrad die Einreisekontrolle durchlief. Anschließend mussten die Beamten ihr ganzes Können aufbieten, um den 35-Jährigen als den Gesuchten zu identifizieren. Die Brasilianer hatten nur ein unscharfes, älteres Foto des vermutlichen Drogendealers geschickt.

 

Nachdem sie sich ob der Identität des Serben sicher waren, führten die Bundespolizisten den Mann am Mittwoch, 8. April, dem Haftrichter vor und lieferten ihn anschließend in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim ein. Dort muss er das durch die Generalstaatsanwaltschaft München betriebene Auslieferungsverfahren abwarten. 

Autor: pm