06.03.2017 Landkreis Freising

Grüne wollen mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

Mehr Dienstwohnungen und ein Runder Tisch Wohnen

Grünen-Kreistagsfraktion Klausurtagung 2017
Foto: Bündnis 90/Die Grünen Freising
Eine Vielzahl von Themen stand auf dem Klausurporgramm der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Schwerpunkt war jedoch das immer knapper werdende Angebot an bezahlbaren Wohnraum, vor allem für junge Familien.

Das landkreiseigene Personal hat immer öfter Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu finden. Deshalb hat die grüne Kreistagsfraktion nun beantragt, dass der Landkreis sein Angebot an Dienstwohnungen für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitern soll. „Mit der Bereitstellung von genügend Dienstwohnungen übernimmt der Landkreis als Arbeitgeber Verantwortung für seine Angestellten und leistet einen wichtigen Beitrag, um die angespannte Wohnraumsituation im Landkreis zu entschärfen. Gleichzeitig wäre er damit Vorbild für Unternehmen, sich auf dem Wohnungsmarkt zu engagieren und Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen", so die beiden Fraktionssprecher, die damit ausdrücklich auch den „Arbeitgeber Flughafen" deutlich stärker als bisher in die Pflicht nehmen möchten.

 

Es gibt jetzt schon kaum bezahlbare Wohnungen besonders für Familien oder junge Leute. Betroffen davon sind mittlerweile nicht mehr nur finanzschwache Bevölkerungsgruppen, sondern auch Menschen mit mittlerem Einkommen. Immer mehr Einheimische, die gerne in ihrem Heimatort bleiben würden, können sich das nicht mehr leisten.

 

Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird nicht nachlassen. Nach neuesten Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik steigt die Bevölkerung im Landkreis Freising bis zum Jahr 2035 um 20.000 Einwohner, eine Zunahme in der Größenordnung einer Gemeinde wie Neufahrn. Auch die angrenzenden Landkreise erwartet bis 2035 ein deutlicher Zuzug: Landkreis Erding plus 20.000, Landkreis Dachau plus 25.000, Landkreis München plus 50.000 Einwohner. Das sind 115.000 Menschen mehr in unserem unmittelbaren Umkreis. Dazu kommt noch ein Plus von 200.000 Einwohnern für die Stadt München.

 

Runder Tisch Wohnen

 

"Die großen Herausforderungen bei der Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Wir wollen deshalb einen „Runden Tisch Wohnen“ ins Leben rufen“, so Claudia Bosse. Gemeinden, der Landkreis, politische Fraktionen und wichtige Akteure des Wohnungsmarktes sollen gemeinsam Lösungswege erarbeiten und Synergien nutzen. Modell dafür ist der „Arbeitskreis Wohnungsnot und Wohnungswesen“ des Landkreises Ebersberg. Dieser Arbeitskreis bereitet das Thema Wohnen für den dortigen Kreistag zur Beschlussfassung vor. Ein Ziel beispielsweise: 1000 neue sozialverträgliche Wohnungen in 10 Jahren für den Landkreis Ebersberg. "Erste Gespräche, die wir mit Landrat Hauner und anderen Akteuren zu dem Thema geführt haben, stoßen auf großes Interesse. Wir bleiben dran.“

Autor: pm

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