06.07.2012 Dingolfing

Großer Schritt zur Serienproduktion von Elektrofahrzeugen

BMW in Niederbayern macht (E-)Mobil

BMW E-Mobilität Hochvoltspeicher Inbetriebnahme
Foto: Stefan Klein
Einen großen Schritt ins Zeitalter der E-Mobilität haben am Freitagnachmittag die beiden niederbayerischen BMW Werke in Dingolfing und Landshut getan. Im Werk 2.1 in Dingolfing wurde symbolisch die erste Montagelinie für Hochvoltspeicher der neuen BMW Modelle i3 und i8 in Betrieb genommen.

Ein Meilenstein für die Serienproduktion von Elektrofahrzeugen bei BMW, zu dem (leicht verspätet) auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (2. v.li.) nach Dingolfing gekommen war. Die Standorte Dingolfing und Landshut werden künftig wichtige Komponenten für die neuen BMW i-Elektrofahrzeuge liefern, deren Produktion hauptsächlich in Leipzig stattfinden wird. Dafür investiert BMW in seine niederbayerischen Standorte 125 Millionen und schafft mehr als 500 High-Tech-Arbeitsplätze.

 

BMW Group Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt (2. v.re.) machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass Mobilität auch in Zukunft ein menschliches Grundbedürfnis bleiben werde, sich in Hinblick auf die ökologischen Herausforderungen aber verändern müsse. Das Automobil und seine Industrialisierung befänden sich in einem technologischen Umbruch. Dies bedeute die "größte Zäsur, die unsere Branche je erlebt hat".  

 

Hierbei gehe BMW zwei Wege: Die Optimierung des Verbrennungsmotors gemeinsam mit dem Ausbau des Angebots an Hybrid-Fahrzeugen einerseits, die schrittweise Entwicklung hin zu emissionsfreier Mobilität andererseits. Dazu gehören als integraler Bestandteil Elektrofahrzeuge, die Ende 2013 unter dem Label BMW i in Serie gehen sollen. Der BMW i3 soll das erste vollelektronische Auto für Ballungszentren sein, der BMW i8 der Sportwagen einer neuen Generation. Beide soll die BMW-typische "Freude am Fahren" verbinden.

 

Dass beide Modelle in Deutschland produziert werden, ist laut Arndt nur folgerichtig. Hier gebe es bestens ausgebildete Mitarbeiter, hier seien Innovationskraft und Pioniergeist zuhause. Damit das so bleibt, sollen die Mitarbeiter an den Standorten laufend weiterqualifiziert werden; wenn es um die Zukunftsfähigkeit der BMW Group gehe, zögen alle Beteiligten an einem Strang. 

 

Die Zielsetzung ist ehrgeizig: Deutschland soll Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität werden. Das heißt eine Million Elektrofahrzeuge im Jahr 2020. Bedenkt man, dass 2011 erst 2.000 verkauft wurden, davon gerade einmal 100 an Privatkunden, kann man die Größe der Herausforderung ermessen.

 

Auf die ging auch Verkehrsminister Ramsauer ein. Er sei vor zweieinhalb Jahren als Verkehrsminister angetreten, um die E-Mobilität zu forcieren. Damals habe es große Widerstände gegeben. Andere Länder könnten das besser, habe es geheißen. Er jedoch sage, Deutschland müsse den Anspruch haben, die beste E-Mobilität zu bauen, genauso wie es bei den Verbrennungsmotoren der Fall sei. Dazu habe man die besten Voraussetzungen. Darüber dürfen man jedoch nicht den Verbrennungsmotor vergessen. "Wir wären doch verrückt, wenn wir das tun würden", so der Minister, "weil wir die besten Verbrennungsmotoren bauen". 

 

Innerhalb der letzten zwei Jahre habe ein gewaltiger Mentalitätswandel stattgefunden. Die von seinem Ministerium festgelegten Phasen, die 2017 zum Einstieg in den Massenmarkt führen sollen, habe man bislang umgesetzt. Anreize aus der Politik seien sicherlich notwendig, um Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen; Kaufprämien, wie von einigen angedacht, könnten es jedoch nicht sein. Dazu fehle einfach das Geld.

 

Entscheidend sei die Faszination, die von den Fahrzeugen ausgehe müsse, "wie von den beiden Modellen, die da hinten rumstehen", so Ramsauer launig mit Blick auf den BMW i3 und i8. "Ich meine natürlich die beiden Primadonnen, die sich da präsentieren." Er freue sich sehr, dass die von BMW installierte "Achse" Bayern-Sachsen die von seinem Ministerium initiierten Modellregionen für E-Mobilität "Schaufenster Elektromobilität" so gut umsetze.

 

Den engen Schulterschluss der Werke Dingolfing und Landshut zeigte dann eine von Moderator Markus Othmer geleitete kurze Gesprächsrunde mit den Werkleitern Wolfgang Stadler (Dingolfing) und Murat Aksel sowie dem stellvertretenden Dingolfinger  Betriebsratsvorsitzenden Erwin Gegenfurtner (re.) und dem Landshuter Betriebsratsvorsitzenden Willi Löw.

 

Die technischen Details erläuterten Barbara Bergmeier (li.), Leiterin der Werks 2.1, und drei BMW-Mitarbeiter aus Dingolfing und Landshut. So entstehen beispielsweise für den i3 die Batterie, das E-Getriebe und die Aluminium-Struktur des Chassis in Dingolfing. Für den i8 fertigt der Standort Strukturteile wie Vorderachsträger, Vorderwagen- und Hinterwagenmodul. Das BMW Werk Landshut wird die Elektromotoren und Range Extender zur Reichweitenverlängerung, aber auch Hochvoltspeicher sowie Motor-Getriebe-Einheiten für die BMW i Modelle produzieren, daneben unter anderem auch Karosserieteile aus Carbon.

 

Abschließend wurde der erste Hochvoltspeicher symbolisch von Frau Bergmeier, Ramsauer, Arndt und Gegenfurtner in Betrieb gesetzt (siehe Bild), ehe der Minister die Montagelinie in Gang setzen durfte.

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Autor: Stefan Klein

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