14.03.2017 Kelheim

Kultur und Natur

Wanderung entlang der Donau: Kelheimer Donaupark ist im Wandel der Zeit

Wanderung entlang der Donau: Kelheimer Donaupark ist im Wandel der Zeit
Foto: Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V.
Bei herrlichem Wetter erkundeten am Sonntag, 12. März, insgesamt 91 Personen den Donaupark in Kelheim.

Neben vielen Einheimischen, die genau an diesem Fleckchen Erde groß geworden sind und die Geschichte von ihrer Kindheit an live mitverfolgt haben, waren auch viele Gäste von weither bei der Veranstaltung des Landschaftspflegeverbandes Kelheim VöF e. V. und der Kelheimer Touristik-Initiative (KTI) mit dabei. Nach der Begrüßung erläuterte KTI-Vorstandsmitglied Lorenz Donauer die Geschichte des Donauparks nach der Industrialisierung zum Ende des 19. Jahrhunderts. Der Schweizer Unternehmer Alfons Simonius errichtete von 1882 bis 1984 die erste Cellulose-Fabrik gegenüber dem alten Wittelsbacher Schloss zu Füßen der Befreiungshalle. Die Gäste lauschten der spannenden Geschichte des Donauparks: Besitzerwechsel, Brände und Unglücke – bis im Jahr 1987 mit dem Organocell-Verfahren die umweltfreundlichste Zellstoff-Produktion der Welt entstand. Die Fabrik musste jedoch 1993 Konkurs anmelden und nach dem Abriss der Gebäude bildete der Landkreis Kelheim zusammen mit der Sparkasse die Donaupark-Wirtschafts GmbH mit Johann Auer als Geschäftsführer. Dieser berichtete neben der Entsorgung der Altlasten auch über die Planung und Weitergabe der Grundstücke. So bekamen Anfang Dezember 2016 das Landratsamt Kelheim und der Hagebaumarkt eine neue Adresse und auch für den Kanuclub Kelheim sind die bald beginnenden Baumaßnahmen bereits abgesteckt. Auf dem Weg entlang der Donau erläuterte Gästeführer Thomas Dorsch auch die unschönen Zeiten des Donauparks. Direkt am Ufer standen Baracken, in denen Zwangsarbeiter, auch Kinder und Jugendliche untergebracht waren und unter unmenschlichen Bedingungen, beispielsweise für die Reinigung der Kanalrohre zur Donau hin, eingesetzt wurden. Ob Arbeiter aus dieser Zeit überlebt haben, ist nicht bekannt.

 

Weiter ging die Wanderung entlang der Donau bis zum westlichen Bereich des Donauparks, bei der der Donaupark-Geschäftsführer auf die Wohnbebauung im hinteren Teil des Donaupark aufmerksam machte. So finden sich neben der Holzbauweise auch barrierefrei gebaute Häuser. Angekommen im Steinbruch erläuterte Franziska Jäger, Gebietsbetreuerin Weltenburger Enge, die Geschichte des Naturschutzgebietes Weltenburger Enge und die Maßnahmen des Landschaftspflegeverbandes Kelheim VöF e. V., die im Steinbruch durchgeführt wurden. Nach der Freistellung der Felsen erfolgt die Nachpflege der Magerrasen, so dass seltene Pflanzen, wie der Diptam oder die Küchenschelle wachsen können. Auch die Felsbrüter, wie Uhu oder Wanderfalke profitieren davon und sind im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge beheimatet. Gemütlich machten sich die Gäste nach knapp über zwei Stunden wieder auf dem Heimweg, bepackt mit den Informationen zur Geschichte des Donauparks. Wer wollte, durfte für die Sanierung eines alten Grenzpfostens ein paar Taler spenden. Dieser weilt derzeit beim alten Landratsamt und soll wieder an den Toren des Donauparks aufgestellt werden, damit er zukünftig die Richtung nach Weltenburg, nach Affecking und ins Mitterfeld weisen kann.

Autor: pm/ jm

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: