10.05.2012 Riedenburg

Stadt will Rittersaal noch herrichten

Man traut sich auf der Rosenburg


Die Rosenburg thront über Riedenburg und soll noch in diesem Sommer nach dem Willen der Stadträte auch ein Ort für Trauungen sein.

 

Der Burgkeller in der Rosenburg in Riedenburg hat seit März eine neue Pächterin, das ist die aus Tirol stammende Christiane Neurauter. Doch es gibt im Bereich der Rosenburg noch eine weitere Neuerung; der Riedenburger Stadtrat segnete in seiner letzten Sitzung die Genehmigung ab, dass auf der Rosenburg Trauungen durchgeführt werden können.
 
 
Voran gingen Gespräche mit Christiane Neurauter und der Verwaltung der Befreiungshalle, beide waren einverstanden. Die Trauungen werden im so genannten Rittersaal stattfinden und vom Riedenburger Standesamt durchgeführt. „Die Stadt wird den Raum erst noch herrichten”, berichtet Christiane Neurauter.
 
 
So musste sie bereits einen Termin für eine Trauung am 2. Juni absagen. Denn die neue Pächterin des Burgkellers wird Ansprechpartnerin für die Trauungen auf der Rosenburg. Sie erhält die Schlüssel und sorgt für die kulinarische Umrahmung der Trauungsfeierlichkeit – kein Hochzeitsmahl allerdings, sondern voraussichtlich für einen netten Stehempfang. Die Brautleute und ihre Gäste können sich dann auch mit den Greifvögeln der Rosenburg aufs Foto bannen lassen.
 
 
Die Greifvögel spielen auch für den alltäglichen Gastronomiebetrieb im Burgkeller eine tragende Rolle. So kann man, zumindest bislang, die Gaststätte nur besuchen, wenn man den Eintritt zur Vogelschau entrichtet. Die Gaststätte hat nur zu den Zeiten geöffnet, wenn auch die Vögel in Aktion sind, von 10 bis 17 Uhr in den Frühjahrs- und Sommermonaten bis zum Oktober.
 
 
Christiane Neurauter hat größtes Verständnis für die sensiblen Falken, Adler, Geier und was es sonst noch auf der Rosenburg bei den Flugvorführungen besonders und auch in Ruhestellung zu sehen gibt. Denn ihr Sohn ist schon seit drei Jahren Falkner auf der Rosenburg. „Nach 17 Uhr dürfen hier keine Fremden mehr sein”, weiß die neue Pächterin des Burgkellers, „denn dann werden die Adler gefüttert.“ Auch am Abend muss unbedingt Ruhe herrschen im Bereich der Burg. „Wenn jemand nach einem abendlichen Ritteressen fragt, verweise ich sie auf den Gasthof Zur Post, wo es ein stimmungsvolles Gewölbe gibt”, erklärt die Burg-Gastronomin.
 
 
Nun sind es also schon zwei Tiroler auf der Rosenburg, Sohn und Mutter, und wen wundert es da, dass die ansprechende handgeschriebene Speisekarte eine Reihe von Tiroler Spezialitäten zu moderaten Preisen anbietet. Es gibt beispielsweise Tafelspitz, Tiroler Gröstl, Apfelstrudel mit Vanillesoße oder Erdbeerknödel – eine Abwandlung der Marillenknödel, da es derzeit ja keine Pflaumen gibt – in leckerem Quark- oder sollte man sagen Topfenteig gibt.
 
 
Eigentlich ist es schade, dass dieses stimmungsvolle Lokal nur über die Falknerei zu besuchen ist. Denn nicht nur der romantische Innenhof der Burg lädt als Biergarten zum Verweilen ein, auch der Saal mit dem historischen Gewölbe ist ein echter Wohlfühl-Ort. Vielleicht, so hofft Christiane Neurauter nach einem Gespräch mit Bertin Schels, dem Verwalter der Befreiungshalle, kann im Zug der Sanierung der Burg – es muss ja das Dach erneuert werden – ein separater Eingang zum Lokal möglich werden.
Autor: Ingrid Lauerer
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