22.08.2012 Mainburg

Wenn Kinder mitplanen dürfen

Schweinebratenstraße oder Red Bull-Siedlung?


Die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse der Grundschule Sandelzhausen haben sich intensiv mit dem Baugebiet Sandelzhausen-Mitte befasst, das westlich ihrer Schule entstehen soll.

 

Gemeinsam mit Planer Martin Huber und Stadtbaumeister Sebastian Ecker haben sie sich Gedanken gemacht, wie sie in Zukunft leben wollen. Dabei kamen die unterschiedlichsten Ideen zutage. So finden sich in den Zeichnungen der Kinder bunte Häuser mit Balkonen, mit viel Grün außenherum, Teichen, Türmen und vielem mehr.
 
 
Diese Überlegungen fließen auch in die Planungen zum Baugebiet Sandelzhausen ein. Hier stehen energetische, soziale und städtebauliche Aspekte im Vordergrund. In der eigens dafür gegründeten Projektgruppe aus Bürgermeister Josef Reiser, Stadtbaumeister Sebastian Ecker, Planer Martin Huber, beratendem Architekten Michael Birnthaler, Energieberater Lorenz Schels, Kreisbaumeister Konrad Schwendner und Regionalmanagerin Barbara Mayrhofer wurde ein Kriterienkatalog erarbeitet.
 
 
Um dem Klimaschutz vor allem auch gegenüber kommenden Generationen gerecht zu werden, soll darauf geachtet werden, dass in den Gebäuden ressourcenschonende Strom- und Wärmekonzepte verwirklicht werden. So soll die Nutzung der Solarenergie besonders ermöglicht werden und auch energiesparende Bauweisen wie Passivhäuser oder Sonnenhäuser bevorzugt werden. Grundlage dafür sind unter anderem Verschattungsstudien, die es für jeden einzelnen Bauplatz geben wird, der den optimalen Platz für das Eigenheim ohne Schatten durch Nachbarbauten gewährleistet.
 
 
Da sich das Baugebiet besonders für junge Familien durch die Nähe zum Kindergarten und der Schule hervorragend eignet, wurden die Jüngsten befragt, welchen Namen sie diesem Areal geben würden: auch hier waren sie sehr kreativ, so dass die Vorschläge von der Schulsiedlung, über den Hopfengarten bis hin zur Red-Bull-Siedlung reichen. Ähnlich verhält es sich bei den Straßennamen: Schweinebratenstraße, Hasenhirsch- und Hundebärstraße.
 
 
Besonders die letzten beiden Namen haben Bürgermeister Josef Reiser gefallen: „Hier haben wir den direkten Bezug zu den historischen Funden, die in Sandelzhausen gemacht worden sind, und wofür die Gemeinde weit über die Grenzen hinaus bekannt ist.“ Dabei handelt es sich um etwa 16 Millionen Jahre alte Wirbeltierfunde, die sich u.a. in der Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie in München finden.
 
 
Auch Regionalmanagerin Barbara Mayrhofer zeigt sich begeistert von den Ideen der Kinder: „Die Schülerinnen und Schüler haben in sehr kurzer Zeit viele kreative Ideen entwickelt, die sich mit den Ergebnissen der Projektgruppe decken.” So taucht die Nähe zur Natur und viel Grün immer wieder in den Zeichnungen der Dritt- und Viertklässler auf.
 
Damit das Ganze nicht nur ein Modell bleibt, dafür sorgen Stadtbaumeister Sebastian Ecker und Planer Martin Huber. „Die Ideen sind inzwischen sehr konkret und wir können uns vorstellen, dass der ein oder andere Bauherr bereits im nächsten Jahr mit den ersten Arbeiten in Sandelzhausen beginnen wird”, so Ecker.
 
 
Das Foto (Quelle Regionalmanagement Landkreis Kelheim) zeigt Stadtbaumeister Sebastian Ecker, der den Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klasse der Grundschule Sandelzhausen das Baugebiet vorstellt.
Autor: pm/ik
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