13.03.2017 Landshut

Bundespolizei warnt vor Gefahren auf den Bahngleisen

Gefährlicher Leichtsinn: Steine auf Gleise gelegt

An dieser Stelle hatten Unbekannte die Steine auf die Gleise gelegt.
Foto: Bundespolizei
Am Sonntag haben Unbekannte Steine auf die Bahngleise gelegt und damit einen Zug und dessen Fahrgäste massiv gefährdet.

Am Sonntagnachmittag, 12. März, haben unbekannte Personen im Bereich der Wolfgangsiedlung/Pfettrachbrücke in Landshut mehrere Schottersteine auf die Bahngleise gelegt. Der Lokführer eines ALX-Zuges meldete gegen 14.20 Uhr der Bundespolizei Landshut, dass er während der Fahrt in Höhe des Bahnkilometers 74,4 einen Schlag an seiner Lok verspürt hatte.

 

Auf den Gleisen konnten die Polizeibeamten der alarmierten Bundespolizei Landshut noch deutliche Mahlspuren auf einer Länge von 50 Zentimeter feststellen, glücklicherweise wurde niemand verletzt und kein Zug beschädigt. Aus Sicherheitsgründen wurde für die nächsten Züge eine sogenannte "Langsame Fahrt" angeordnet, es kam zu nicht unerheblichen Beeinträchtigungen im Zugverkehr.

 

Die Bundespolizeiinspektion Passau ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffes in den Schienenverkehr und bittet Zeugen, die Beobachtungen am Sonntag, 12. März, im Bereich der Pfettrachbrücke gemacht haben, sich bei dem Bundespolizeirevier Landshut unter Telefon (0871) 963765-0 zu melden.

 

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang:

Steine auf Gleise zu legen, ist kein harmloser Zeitvertreib, sondern ein lebensgefährliches Spiel. Moderne Züge sind schnell, leise und dadurch erst sehr spät zu sehen und hören. Niemand darf sich darauf verlassen, dass er einen herannahenden Zug rechtzeitig bemerkt – zu oft werden Bundespolizisten mit tragischen Unfällen konfrontiert, die genau durch dieses falsche Selbstvertrauen provoziert wurden. Schnelles Anhalten beim Erkennen eines Menschen auf dem Gleis ist für einen Triebfahrzeugführer so gut wie ausgeschlossen: Der Bremsweg auf der Schiene beträgt bis zu 1.000 Meter!

Hier sind noch deutlich die Mahlspuren zu sehen.
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Hier sind noch deutlich die Mahlspuren zu sehen.

Von einem Zug überfahrene Steine bilden scharfkantige Splitter, die wie bei einer Explosion unkontrolliert umherfliegen und schwere Verletzungen verursachen können. Durch das Zermalmen von Schottersteinen entstehen zudem in aller Regel sowohl am Radreifen des Zuges als auch am Schienenkopf selbst sogenannte Eindruckspuren. Dies kann einen kostenaufwändigen Radsatztausch bzw. einen Austausch des betroffenen Schienenstückes notwendig machen. Im schlimmsten Fall können Züge beim Überfahren der Steine oder anderer Gegenstände sogar entgleisen.

 

Auch außerhalb der Schienen droht durch die Sogwirkung schnell vorbeifahrender Züge Gefahr. Menschen können vom Luftwirbel mitgerissen werden. Besonders gefährdet sind Kinder, weil sie ihre Umwelt anders wahrnehmen als Erwachsene: Im Spiel vertieft, vergessen sie leicht, auf ihre Sicherheit zu achten.

 

Die Bundespolizei bittet in diesem Zusammenhang insbesondere alle Eltern, auf ihre Kinder und Jugendliche einzuwirken, sich von den Gleisen fernzuhalten und die Bahnanlagen – dazu zählen nicht nur die Schienen und Bahnbrücken, sondern auch der Bahndamm – nicht als Abenteuerspielplatz zu missbrauchen. Gerade Eisenbahnbrücken sind besonders gefährlich, da hier ein schnelles Verlassen der Gleise bei einem herannahenden Zug oftmals nicht mehr möglich ist.

 

Wer sich unbefugt im Gleisbereich aufhält bzw. Gleise an einer nicht dazu vorgesehenen Stelle überschreitet, begibt sich nicht nur in Gefahr, sondern begeht auch eine Ordnungswidrigkeit. Nach der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung kann dies mit 25 Euro Verwarngeld geahndet werden.

Autor: tg

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