03.08.2017 Landshut

Kommentar der Woche

Ist es bei Haslinger wirklich besser?

Pöschl Bilanz
Foto: Schmid
In der Landshuter CSU brodelt es – mal wieder. Oder: immer noch. Hierzu ein Kommentar.

Die leidige Debatte um die Bürgermedaille für „Förderer“-Chef Ernst Pöschl beweist es in diesen Tagen eindrucksvoll: In der Landshuter CSU gärt es munter weiter, die Narben sind längst nicht verheilt, die Gräben noch lange nicht zugeschüttet. Es sind zwar nun neue, jüngere Köpfe wie Thomas Haslinger, Maximilian Götzer, Karina Ha-bereder oder Philipp Wetzstein mit am Ruder, doch „das schwarze Schiff“ steuert weiterhin seinen Schlingerkurs zwischen Selbstzerfleischung und Fettnäpfchen.

 

Vor allem die CSU und die Grünen fühlen sich vom Vorschlag des neuen OB überrumpelt, Pöschl die Medaille zukommen zu lassen. Genau über diesen formalen Fauxpas empören sich die Christsozialen nun massiv, während die Grünen aktuell in Deckung gehen – und innehalten.

 

Bei diesem Thema geht es keineswegs um die Sache. Vielmehr will die CSU dem neuen Oberbürgermeister, der den Chefsessel im Rathaus weggeschnappt hat, einmal kräftig vors Schienbein treten. Doch die Außenwirkung ist mal wieder verheerend. Anfang April war Thomas Haslinger als neuer Stadtchef angetreten. Vier Monate später bleibt festzuhalten: In der Öffentlichkeit gibt die Landshuter CSU nach wie vor kein gutes Bild ab.

 

Wenn Karina Habereder und Maximilian Götzer die Bürgermedaille davon abhängig machen, wie Pöschl die „nicht mehr zeitgemäßen Verträge zur Landshuter Hochzeit“ verhandelt, reibt man sich verwundert die Augen. Kurz: Wenn der Förderer-Chef einen Vertrag zum Nachteil seines Vereins unterzeichnet, darf er sich eine Medaille umhängen. Diese Bedingung ist schäbig.

 

Wenn darüber hinaus sieben CSU-Stadträte in einem Leserbrief zurückrudern – „wegen einer Entscheidung, für die sie in keinster Weise verantwortlich sind“ – ist die CSU von einer Einheit etwa so weit entfernt wie eine Spielgemeinschaft des FC Bayern mit den Sechzgern. Grüppchenbildung trifft‘s bei der CSU punktgenau. Was ist heute besser als vor der Haslinger-Ära? Augenscheinlich nichts. Die Truppe um Thomas Haslinger sollte sich ums Kerngeschäft, die Politik, kümmern. Plumpe Attacken gegen den neuen „Staatsfeind Nr. 1“, OB Alexander Putz, sind wenig zielführend. Es ist an der Zeit, dass die CSU Fingerspitzengefühl und Professionalität beweist.

Autor: Tobias Grießer

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