11.08.2017 Landshut

Bis 2020 soll alles schöner und barrierefrei sein

Hauptbahnhof wird umfassend modernisiert

Am Landshuter Bahnhof wurde am Donnerstag ein Mann mit 4,75 Promille aufgefunden.
Foto: Tobias Grießer
Das dürfte eine Erleicherung für viele Fahrgäste und die Landshuter Bürger sein: Der in die Jahre gekommene Bahnhof bekommt eine Frischzellenkur - und wird nicht an Privatinvestoren verkauft.

12000 Fahrgäste pro Tag: Landshut erreicht zweithöchste Bahnhofskategorie Günther Pichler, Regionalbereichsleiter Süd der DB Station und Service AG, und Walter Reichenberger, stellvertretender Bahnhofsmanager in Regensburg, haben Oberbürgermeister Alexander Putz bei einem Treffen am Donnerstag im Rathaus zugesagt, den Landshuter Hauptbahnhof bis 2020 umfassend modernisieren zu wollen.
 
 
Kernstück bleibt dabei der seit Jahren geplante barrierefreie Ausbau. Darüber hinaus wurde der Hauptbahnhof von DB Station und Service nun aber auch für die Installation einer Video-Überwachung angemeldet. Positiv: Ein in anderen Städten bereits erfolgter Verkauf von Bahnhofsgebäuden an Privatinvestoren ist in Landshut kein Thema. Außerdem gab Pichler bekannt, dass der Hauptbahnhof in die zweithöchste deutsche Kategorie aufgestiegen ist. Der Grund: Mittlerweile wird die Station werktags im Schnitt von mehr als 12.000 Fahrgästen genutzt.
 
 
Zwischenzeitlich wurden zwar einige Maßnahmen verwirklicht, allem voran der Einbau eines neuen Aufzugs zu den besonders stark frequentierten Gleisen 5 und 6. Seit dem Frühjahr sind auch die öffentlichen Toiletten saniert und an aktuelle Hygienestandards angepasst. Weitere Verbesserungen lassen aber auf sich warten. In dieser Hinsicht mussten die Bahn-Vertreter Putz eine unerfreuliche Botschaft überbringen. Die Ausschreibungen für die nötigen Arbeiten haben nämlich zu keinem akzeptablen Ergebnis geführt, wie Reichenberger sagte. Das günstigste Angebot habe bei rund 4,6 Millionen Euro gelegen. Im Vorfeld war dagegen mit Kosten von etwa 2,4 Millionen Euro gerechnet worden. „Eine solche Steigerungsrate von fast 100 Prozent ist für uns unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten einfach nicht hinnehmbar“, so Reichenberger.
 
 
Das Ausschreibungsverfahren müsse deswegen wiederholt werden. „Wir hoffen, dass wir dann bessere Ergebnisse erhalten.“ Der Haken an der Sache: Der barrierefreie Ausbau der drei Bahnsteige an den Gleisen 1, 3, 4, 7 und 8 wird sich um ein Jahr verzögern, wie die DB-Vertreter einräumten. Der neue Zeitplan sieht nun wie folgt aus: Ab Mai 2018 soll zunächst Bahnsteig vier (Gleise 7/8) barrierefrei werden. Dafür ist neben dem Einbau eines Aufzugs vor allem eine Erhöhung des Bahnsteigs auf 76 Zentimeter über Schienenoberkante nötig. Außerdem wird an Bahnsteig vier das Dach erneuert, eine neue Beleuchtung installiert, ein Blindenleitsystem eingebaut und die Anzeigetafeln zur Fahrgast-Information werden ergänzt und modernisiert. 
 
 
In den folgenden beiden Jahren sind dann die Bahnsteige eins und zwei an der Reihe. Während letzterer in erster Linie einen Aufzug bekommt, ist es damit an Bahnsteig 1 (Gleis 1) laut Reichenberger längst nicht getan: Dort müsse darüber hinaus die alte Dachkonstruktion ersetzt und ein Blindenleitsystem angeschafft werden. Da alle Arbeiten bei laufendem Betrieb erfolgen, können die Maßnahmen nur schrittweise umgesetzt werden – was den Zeithorizont entsprechend verlängert und einen Abschluss des gesamten Projekts vor dem Jahr 2020 unmöglich macht. „Diese neuerlichen Verzögerungen beim barrierefreien Umbau unseres Hauptbahnhofs sind natürlich sehr bedauerlich“, sagte Oberbürgermeister Alexander Putz. „Dennoch müssen wir das nun so hinnehmen, hoffen aber sehr darauf, dass die Arbeiten künftig ohne weitere Verzögerungen durchgeführt werden können.“ Der Umbau werde den Komfort für die Reisenden und Pendler und damit die Attraktivität des Schienenangebots weiter erhöhen.
 
 
OB Putz setzt sich für Radfahrer ein 
 
 
Ein wichtiges Anliegen, das aus der Bürgerschaft immer wieder an den OB, aber auch an Stadträte herangetragen wird, ist das Thema Sicherheit am Hauptbahnhof. Der Verwaltungssenat hatte Putz daher dazu beauftragt, mit der DB über die Möglichkeiten einer Videoüberwachung des Geländes zu sprechen. Das tat Putz am Donnerstag – und erhielt ermutigende Signale. So teilte Regionalbereichsleiter Pichler mit, dass der Hauptbahnhof auf einer Liste von Stationen erfasst sei, die zeitnah mit Video-Überwachung ausgestattet werden sollen. Ein entsprechendes bundesweites Programm werde derzeit ausgearbeitet und dürfte wohl in mehrere Tranchen aufgeteilt werden, wobei anfangs die Bahnhöfe der höchsten Kategorie 1 bedient werden sollen. Wie das Programm aussehen und wann Landshut als Station der zweithöchsten Kategorie an die Reihe kommen könnte, ist noch offen.
 
 
„Die DB wird in Abstimmung mit der Bundespolizei entscheiden, wo der Bedarf besonders groß ist“, so Pichler, ließ aber durchblicken, dass eine Videoüberwachung des Hauptbahnhofs in den nächsten Jahren realistisch ist. Die Kameras dürften jedoch zunächst nur die Verkehrsflächen der DB – vor allem die Gleise, die Bahnsteige und deren Zugänge – erfassen. Putz lobte die Pläne dennoch: „Das würde das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Fahrgäste erhöhen und gleichzeitig die Aufklärung eventueller Straftaten erleichtern.“ Über den Umfang der Videoüberwachung müsse zu einem späteren Zeitpunkt noch konkret geredet werden. Zumal für den nördlichen Teil der Unterführung Richtung Oberndorferstraße und den Bahnhofsvorplatz nicht die DB, sondern die Stadt zuständig wäre. Die wiederum hat vor der Installation einer solchen Video-Überwachung des öffentlichen Raums die strengen Vorschriften der Datenschutzgesetze zu beachten.
 
 
Putz sprach bei dem Treffen auch die mangelnden Parkmöglichkeiten für Fahrräder rund um den Hauptbahnhof an. Die DB-Vertreter sagten zu, dass die Bahn weitere Flächen für den Aufbau zusätzlicher Fahrradständer zur Verfügung stellen wird.
Autor: pm

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