06.10.2017 München/Landshut

Der Zustand des Grundwassers ist weiter besorgniserregend

Nitrat: Vor allem in Niederbayern ist es kritisch!

MdL Rosi Steinberger, Landtagsabgeordnete der Grünen.
Foto: Grüne-Fraktion Bayern
Der Zustand des Grundwassers in Bayern ist nach wie vor besorgniserregend. Das ergab eine aktuelle Landtagsanfrage der Grünen. „Besonders kritisch ist es in Niederbayern“, stellt Rosi Steinberger, Abgeordnete aus Landshut fest.

Gerade in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten spüre man die Auswirkungen aufs Grundwasser. Auch das Landesamt für Umwelt habe für den Bereich südlich der Donau eine negative Prognose abgegeben, so Rosi Steinberger.

 

Aktuell wurden in Niederbayern seit 2005 49 neue Brunnen erschlossen. Gründe dafür sind unter anderem die zu hohen Werte für Nitrat und Pflanzengifte. Die Wasserversorger reagieren damit auf ihren öffentlichen Auftrag, jederzeit Wasser unter den gesetzlichen Grenzwerten auszuliefern. Damit ist es aber noch nicht genug. Denn die Unternehmen kämpfen weiter mit den hohen Werten. In Niederbayern weisen bei 33 Wasserversorgern einzelne Brunnen Werte über 25 mg Nitrat pro Liter auf. Der Grenzwert von 50 mg wird bei 13 Versorgern schon fast erreicht.

 

„Die Tendenz ist leider steigend“, stellt Rosi Steinberger fest. Etwa die Hälfte der hoch belasteten Brunnen ist erst in den letzten drei Jahren dazu gekommen. Deshalb bestehe jetzt akuter Handlungsbedarf. Die neue Düngeverordnung erlaube es den Landesregierungen, in hoch belasteten Gebieten Sondermaßnahmen anzuordnen. „Es muss auf alle Fälle die Düngemenge reduziert werden“, fordert Steinberger. „Und das muss dann auch überprüft werden.“ Dazu könnte die Staatsregierung verpflichtende Stickstoffmessungen im Herbst anordnen.

 

Ebenso bedenklich ist die Belastung mit Pflanzengiften. Bei 13 Wasserversorgern in Niederbayern wurden Werte über dem Grenzwert im Rohwasser gemessen. Anders als bei Nitrat, das nur durch Vermischen mit weniger belastetem Wasser unter den Grenzwert gedrückt wird, können Pflanzengifte mit Aktivkohlefiltern eliminiert werden. Bei sechs Wasserversorgern sind diese Aufbereitungsanlagen bereits in Betrieb. Es kommen aber ständig neue hinzu, weiß Steinberger. Zum Beispiel wird in Mallersdorf im Landkreis Straubing gerade eine solche Anlage installiert.

 

„Es ist Zeit zu handeln“, stellt Steinberger fest. Die Grünen haben deshalb bei ihrer Klausur in Landshut vor einigen Wochen eine Strategie zur Minimierung von Pestiziden gefordert. „Wir haben die Verpflichtung, den kommenden Generationen gesundes Trinkwasser zu hinterlassen“, so Steinberger.

Autor: lw

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