13.04.2017 Landshut

Verhafteter 31-Jähriger lebte völlig unauffällig

Schlimmer Verdacht: Zoher J., der nette Terrorist aus Adlkofen

Asylunterkunft Adlkofen
Foto: Unterhauser
Seine Betreuerin beschreibt den in Adlkofen verhafteten Zoher J. als "netten Familienmenschen", der in der Asylunterkunft (Bild) beliebt war. Die Bundesanwaltschaft hat ein ganz anderes Bild von ihm.

Am frühen Mittwochmorgen war es vorbei mit der ländlichen Idylle im verträumten Adlkofen. Dort, wo sonst nur geplante Baugebiete oder Kindertagesstätten für Gesprächsstoff sorgen, marschierte eine Spezialeinheit der Polizei, Beamte aus Baden-Württemberg und Bayern, auf.
 
Die Terror-Fahnder hatten es auf Zoher J. abgesehen. Der 31-Jährige ist neu im Dorf. Er ist ein Kriegsflüchtling aus Syrien. Eine Bombe hat ihm einen Teil der Wade weggerissen. „Wir haben deshalb Mitleid mit ihm gehabt. Er ist ein ganz normaler, netter Familienmensch“, sagt jetzt seine Betreuerin zum Wochenblatt. Jedenfalls war es das, was er zu sein vorgab und was Hannelore Richter zu wissen glaubte. Doch Zoher J. hat offenbar noch eine andere, ein gefährliche Seite.
 
Die Generalbundesanwaltschaft hat jedenfalls ein ganz anderes Bild von ihm: Zoher J. soll ein IS-Kommandeur gewesen sein. Er soll den Auftrag gehabt haben, Terrorzellen in Deutschland zu lenken, um Anschläge zu koordinieren und er soll in Griechenland nicht nur seine Frau besucht, sondern vor allem auch Mitglieder für Terrorzellen rekrutiert haben. „Wie sind wie vor den Kopf gestoßen“, sagt Hannelore Richter.
Die deutschen Strafverfolger sind sich sicher: Zoher J. ist eher ein dicker Fisch als ein kleines Licht. Mit seinem Kampfgefährten Abdulrahman A. A. sowie Abd Arahman A. K. soll er für die terroristische Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ eine Kampfeinheit gegründet haben, die im Raum Aleppo aktiv war. Ab 2013 soll ein Teil der Einheit auch in den Regionen Tabka und Rakka aktiv gewesen sein. „In der Folge führte Zoher J. weiterhin das Kommando in der Region Aleppo, während er die Verantwortung für Operationen im Raum Tabka und Rakka auf den gesondert Verfolgten Abd Arahman A. K. übertrug“, so die Bundesanwaltschaft.
 
Um den Jahreswechsel 2013/2014 fielen weite Teile des Aktionsgebietes dieser Kampfeinheit unter die Kontrolle des IS. Laut den Ermittlungen der Behörden schloss sich der 31-Jährige daraufhin der Terrororganisation an und arbeitete fortan für dessen „Geheimdienst“. In dieser Funktion reiste er spätestens Ende August 2015 nach Deutschland. Von hier aus pendelte er nach Griechenland, um dort in Flüchtlingslagern Mitglieder für Terrorzellen in Europa zu rekrutieren. Außerdem sollte er die bereits in Europa agierenden Terrorzellen koordinieren, um noch nicht näher geplante Anschläge durchzuführen.
Bereits vor seiner Ausreise nach Deutschland hatte Zoher J. einem „Mitkämpfer“, Abdoulfatah A., unter anderem einen mit Sprengstoff präparierten Gürtel sowie eine Handfeuerwaffe übergeben, die dieser für ihn nach Aleppo transportieren sollte.
 
Hannelore Richter kann das alles gar nicht glauben. Sie kennt nur den anderen Zoher. Den Mann, der ein gläubiger Muslim ist und sich rührend um seine Familie kümmerte, der die Sprache lernte und ein Praktikum beginnen wollte. „Er hat vier Kinder und eine Frau in Griechenland“, sagt sie. Dass er dorthin nicht nur gefahren ist, um sie zu besuchen, das erscheint nicht nur ihr unfassbar. Auch Zoher J. Mitbewohner in der kleinen Flüchtlingsunterkunft in Adlkofen, gleich neben dem Nettomarkt, sind geschockt. „Unsere Jungs sind richtig platt“, sagt die Flüchtlingshelferin. „Sie können nicht glauben, dass sie von all dem nichts gemerkt haben.“
 
Sollten die Anschuldigungen der Bundesanwaltschaft stimmen, dann steht wohl fest: Zoher J. hat den Syrienkrieg, den Terror nach Niederbayern gebracht. Eine unheimliche Vorstellung, die nicht nur Hannelore Richter Angst macht. „Das schlimmste sind jetzt die Anfeindungen“, sagt sie. Autos würden vor der Asylunterkunft halten und die Insassen rausplärren, dass die Flüchtlinge verschwinden sollen. „Unsere Jungs müssen nach Auloh zum Fußballspielen“, sagt sie. In ihrer Heimatgemeinde will man sie nicht haben. Davon will sich Hannelore Richter aber nicht abschrecken lassen. Sie will weiter helfen. „Wegen eines faulen Apfels ist doch nicht gleich der ganze Korb schlecht“, sagt sie.
Autor: Alexander Schmid

Kommentare
Kommentare ansehen 14.04.2017 16:10 | von: unbekannt
Farce
Alles gewollt um mit grossen Drama die Schläfer und Maulwürfe zu entdecken und der Bevölkerung eine Bedrohungslage zu suggerieren.Dahinter steckt unsere Schadregierung! Die syrische Regierung hat der deutschen Regierung ihre Unterlagen zu bekannten IS/Al Nusra Mitgliedern angeboten.Das wurde abgelehnt und man nimmt mutwillig den Tod von Deutschen in Kauf, um seine Agenda durchzudrücken, hochschrauben der Sicherheit, natürlich um den nationalen Widerstand unterdrücken zu können! Übrigens verwies Erdogan verärgert darauf hin, das über 4000 Aktenordner die man der BRD über bekannte PKK Terroristen in Deutschland übergab, sich im Schredder aufgelöst haben, denn die BRD hat nicht die geringst Absicht zu ermitteln.Den Deutschland ist ein Schlaraffenland und Schaltstelle für internationale Terroristen,Radikale,Faschisten und Fundamentalisten, die unter dem Deckemantel der Demokratie teil eines riesigen tiefen Staates sind, der alle Schlüsselstellungen durch Unterstützer an sich gebracht pfeilAntworten
Kommentare ansehen 14.04.2017 08:31 | von: Montecristo
Also doch!
Genau vor Fällen wie dem des "netten Zohar" hat jeder, der noch über ein Resthirn verfügt, im September 2015 gewarnt, als Frau Merkel Tür und Tor geöffnet hat für "Flüchtlinge", die sich nicht ausweisen und/oder registrieren lassen wollten und die man nicht einmal nach ihrem Herkunftsland identifizieren konnte. Die Warner wurden seinerzeit als "rechte Hetzer", "xenophob" oder "Latenznazis" diffamiert und arrogant darüber belehrt, dass "der IS seine Terroristen nicht über die gefährliche Fluchtroute schickt, weil die ganz andere Möglichkeiten haben".

Und so sind der nette Familienvater Zoher J., der Sprengstoffattentäter von Ansbach, der Axtattentäter von Würzburg und der Attentäter vom Weihnachtsmarkt hier bei uns in Deutschland - wieviele mehr da noch sind, werden wir in der nächsten Zeit noch erleben, so oder so.

Ach, was würden wir in Deutschland machen ohne die Besserwisser und Bessermenschen ... (wahrscheinlich wesentlich seltener Meldungen wie die obige lesen). pfeilAntworten
Kommentare ansehen 17.04.2017 10:53 | von: Zumgedenkenankirstenheisig
Menschen mit Hirn
Ich bin derselben Meinung wie Montocristo und habe ähnliche Erfahrungen gemacht.. pfeilAntworten

pfeilalle Kommentare anzeigen

Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist zwei mal zwei: 


pfeil