18.07.2012 Landshut

Landratsamt: "Das war die günstigste Lösung für den Landskreis Landshut"

Landrat: Der Sohn als Aushilfs-Chauffeur am Steuer

Eppeneder
Foto: Schmid
Die Anfrage der Grünen ist etwas untergegangen in der allgemeinen Aufregung. Im Rahmen der Unterbringung der Asylbewerber in Immobilien der Landratskinder hatte sie einen Fragenkatalog an die Regierung gestellt.

Wissen wollten sie allerdings auch noch etwas, was zwar mit den Flüchtlingsunterkünften nichts zu tun hatte, wohl aber mit der Familie des Landrates Josef Eppeneder und seiner Behörde: "Trifft es zu, dass ein Sohn des Landrats vom Landkreis als Fahrer angestellt wurde?", wollten die Kreistagsgrünen wissen.

Die Antwort lautet: Ja. Das bestätigte jetzt auch noch einmal der geschäftsleitende Beamte des Landratsamtes, Albrecht Alram, gegenüber dem Wochenblatt.

Demnach sei der Landratssohn als Ersatz-Fahrer auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung am 7. März 2009 angestellt worden. Er hätte immer dann "kurzfristig nach Bedarf" als vertretung einsprigen sollen, wenn der eigentliche Fahrer des Landrates nicht zur Verfügung gestanden habe.

"Das war die Günstigste und beste Lösung für den Landkreis", so Alram. Man hätte sonst jemand anders anstellen müssen, was dem Landkreis sicher teurer gekommen wäre. Auch der Personalrat habe zugestimmt. Vor allem natürlich, weil zwischen dem Fahrer des Landrates und dem Behördenchef ein ganz bestimmtes Vertrauensverhältnis nötig sei. Eppeneders Sohn hätte für seine Fahrdienste 12,50 Euro in der Stunde bekommen, sei aber nicht alzu häufig zum Einsatz gekommen. Laut Alram hätte er im Jahr 2011 nur noch einige wenige Einsätze gehabt, im Jahr 2012 gar keine mehr. "Das hat sich mittlerweile ieder erledigt", so der geschäftsleitende Beamte der Behörde.

Die Grünen, die die Anfrage gestellt hatten, wollen die Angelegenheit offensichtlich nicht besonders hoch Hängen. "Ich sehe das nicht so dramatisch", so Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Partei.Allerdings zeige sich auch hier, "dass es für den Landrat offenbar  kein Problem ist, wenn sich dienstliche und familiäre Belange vermischen." Er sehe großzügig darüber hinweg und vergesse dabei, "dass es in der Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird."

Autor: Alexander Schmid

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