16.03.2017 Leipzig

Zwischenfinale in Leipzig:

4. Platz für Schülerinnenteam aus Mühldorf beim „Jugend gründet“

Jugend gründet
Foto: Jugend gründet
707 Businesspläne waren im Wettbewerb. Sieben der Besten präsentierten ihre Geschäftsideen in Leipzig.

Zwei Tage Leipzig, Besuch beim „SpinLab - The„HHL Accelerator“, einer alten Baumwollspinnerei, in der heute innovative Gründungsprojekte bei der Umsetzung und dem Wachstum ihrer Vorhaben unterstützt werden und über hundert Künstler ihr Atelier haben, darunter der bekannteste Leipziger Maler, Neo Rauch. Ein Empfang bei der Industrie- und Handelskammer Leipzig. Gespräche mit den beiden Gründerunternehmen Fuzz Tech IT Solutions und tex-lock. Am Abend ein Zeitzeugengespräch mit dem Ex-Stadtpräsidenten und Ehrenbürger von Leipzig und Krakau, Friedrich Magirius, dem heute 83-jährigen Superintendenten i.R. und Pfarrer i.R. der Nikolaikirche, der während der Friedlichen Revolution den Runden Tisch in Leipzig moderierte. 

Eine Rathausführung mit Turmbesteigung am zweiten Tag. Anerkennende Worte von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Wunderbare, als dem alltäglichen Leben abgeleitete Ideen, bei denen die ganze Kreativität von jungen Menschen sichtbar wird. Klasse junge Leute.“ Als Höhepunkt die Präsentation der eigenen Geschäftsidee im Festsaal vom Leipziger Rathaus vor der „Jugend gründet“-Jury und am Ende Platz 4 beim „Jugend gründet“-Zwischenfinale. Diese Reise hat sich gelohnt für Sabrina Zeitvogel, Maria Weindl, Julia Jetzlsperger und Sarah Lippert vom Beruflichen Schulzentrum in Mühldorf am Inn und dem Ausbildungsbetrieb Netzsch (Selb).
Vor Ort im Leipziger Rathaus bewertete die „Jugend gründet“- Jury die Präsentationen von sieben Schüler-Teams aus Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen. Die „Jugend gründet“Präsenz-Jury setzt sich aus hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Hochschule und Banken zusammen.
Die vier Schülerinnen aus Mühldorf hatten sich mit ihrem Businessplan unter 707 eingereichten Businessplänen im laufenden Wettbewerb durchgesetzt und damit für die Veranstaltung in Leipzig qualifiziert. Sie präsentierten in Leipzig ihre Produktidee Fooganizer. 

Ein Teil der Jury zeigte sich von der Produktidee total begeistert, die von den Mühldorfer Schülerinnen in sehr sympathischer Art präsentiert wurde. Nach Leipzig begleitet und während des Wettbewerbs betreut wurden die Schülerinnen von ihrer Lehrerin Dagmar Steiner (Berufliches Schulzentrum) und der Ausbilderin Angelika Gründl (Netzsch, Selb).

Bleibt die Frage, was ist Fooganizer?

Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen. Neben den Herstellern und dem Handel tragen auch Privathaushalte dazu bei. Dahinter steckt selten böse Absicht, zu oft geht im Kühlschrank einfach der Überblick verloren. Die Schülerinnen aus Mühldorf am Inn wollen mit Ihrem Fooganizer der Wegwerfgesellschaft den Kampf ansagen. Ihre Geschäftsidee ist ein am Kühlschrank befestigtes Hilfsgerät in Form eines Tablets. Durch seine besondere Oberfläche erfasst der sogenannte Fooganizer nicht nur die Art, sondern auch das Gewicht der verstauten Lebensmittel. Er verrät jederzeit, welche Lebensmittel sich in welcher Menge im Kühlschrank befinden, erinnert an Verfallsdaten und unterbreitet Rezeptvorschläge. „Wichtige Ressourcen und Geld sparen! Dafür steht Fooganizer – der Food-Organizer“, erklärten die Schülerinnen.
Die Veranstaltung in Leipzig war die erste von drei Veranstaltungen, mit denen die Wettbewerbsteilnehmer für die bestbewerteten Businesspläne belohnt wurden. Neben den sieben Teams in Leipzig wurden siebzehn weitere Teams zu Präsentationsveranstaltungen in Hamburg (27. und 28. März) und Ulm (3. und 4. April) eingeladen.

Zweite Wettbewerbsphase: Das Planspiel

„Jugend gründet“ ist ein zweistufiger Businessplan- und Planspielwettbewerb, der seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und auf der Liste der von der Kultusministerkonferenz der Länder empfohlenen Wettbewerbe steht.
Im Moment läuft die zweite Wettbewerbsphase, das „Jugend gründet“-Planspiel. Dabei heißt es ab sofort, im Planspiel den richtigen Standort auswählen, Mitarbeiter motivieren, qualifizieren, neue Mitarbeiter auswählen, sich Gedanken über Werbestrategien, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit und natürlich auch über Preis und Kosten zu machen. Das alles ohne Risiko, aber mit der Gewissheit Wirtschaftswissen zu erlangen. Die einzige Gefahr dabei ist, vom Unternehmergeistfieber gepackt zu werden.

Bei der hochwertigen Unternehmenssimulation versuchen alle Wettbewerbsteilnehmer, unabhängig von ihrem Abschneiden in der Businessplanphase, ihr virtuelles Unternehmen mit unternehmerischen Entscheidungen durch die Höhen und Tiefen der Konjunktur zu führen. Auch wer keinen eigenen Businessplan eingereicht hat, kann zeitlich flexibel ab sofort in das Planspiel einsteigen.

Die Gesamtbesten aus beiden Wettbewerbsphasen (Businessplan- und Planspielphase) werden Ende Juni 2017 zum Finale nach Stuttgart eingeladen.

Sponsoren und Förderer

„Jugend gründet“ wird von einer Reihe namhafter Förderer bei der Bekanntmachung des Wettbewerbs, bei den Preisen sowie bei den Events unterstützt. Hauptsponsor ist Porsche.

Die Präsentations-Veranstaltung im März, die bereits im dritten Jahr in Folge in Leipzig stattfand, wird von der Industrie- und Handelskammer Leipzig und der Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig unterstützt.

Ausführliche Informationen zum Bundeswettbewerb gibt es auf www.jugend-gruendet.de

Autor: pm/glr
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