11.09.2017

Möglichkeiten für eine berufliche Weiterbildung

Brille
Foto: Hans@ pixabay.com - glasses-272399_1280
Die demografische Entwicklung führt Unternehmen in eine prekäre Situation. Immer mehr Arbeitnehmer gehen in Altersrente. Ein deutlicher Facharbeiterkräftemangel droht. Umgekehrt schrumpft das Jobangebot für Ungelernte. Lebenslanges Lernen ist eine Lösung – Weiterbildungen sind das Mittel dazu.

Arbeitslose auf den einen und offenen Stellen auf der anderen Seite

 

Wie kann es sein, dass es trotz vieler offenen Stellen so viele Arbeitssuchende gibt? Eine Antwort auf diese Frage betrifft die berufliche Qualifikation. Denn viele Arbeitslose verfügen über eine schlechte oder oft gar keine Ausbildung. Umgekehrt suchen Arbeitgeber verstärkt nach qualifiziertem Personal.

 

Berufliche Weiterbildungen noch nie so einfach wie heute

 

Nur mit qualifiziertem Personal kann z. B. der Industrie- und Dienstleistungsstandort Deutschland langfristig abgesichert werden. Das sieht auch die Politik so und bietet einige Anreize, um Arbeiter und Angestellten die berufliche Weiterbildung schmackhaft zu machen. Tatsächlich war es noch nie so einfach, sich beruflich weiterzubilden und Karriere zu machen. Attraktiv sind nicht nur die Kurse und Seminare, sondern auch die finanzielle Unterstützung.

 

Weiterbildung wird gefördert – Hilfe gibt es von verschiedenen Seiten

 

Wie sich Arbeitnehmer weiterbilden und wer die Kosten trägt, hängt von den individuellen Umständen ab. Große Betriebe haben die Möglichkeit, die Weiterbildung selbst zu finanzieren. Bei kleinen Unternehmen und Arbeitnehmern, die selbst initiativ werden, kann die Kostenfrage ein Problem darstellen. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Finanzierung zu stemmen.

 

Der Bildungsgutschein für Weiterbildungen

 

Erfüllen die Interessenten für eine Weiterbildung die Fördervoraussetzungen, kann bei der Agentur für Arbeit ein Bildungsgutschein beantragt werden. Gefördert werden:

 

  • Umschulungen
  • Kaufmännische Ausbildungen
  • Vorbereitung auf die IHK-Abschlussprüfung
  • Fremdsprachen
  • Teilqualifizierungen
  • Berufsbezogene Fortbildung

 

Wer genaueres erfahren möchte, sollte sich mit den Beratern der Agentur für Arbeit zusammensetzen und eingehend informieren lassen.

 

AVGS – eine gute Möglichkeit, die Weiterbildung zu finanzieren

 

AVGS steht für Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein und ersetzt die bisherigen Vermittlungsgutscheine. Vergeben wird er von der Bundesagentur für Arbeit. Die Vergabe liegt im freien Ermessen des Beraters. Der AVGS wird direkt zwischen Bildungsträger und Bundesagentur für Arbeit verrechnet. Verrechnen können den AVGS nur zertifizierte Bildungsträger und Arbeitsvermittler.

 

Beantragen können den Gutschein AVGS folgende Personen:

  • Arbeitslose
  • Von der Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitssuchende (darunter fallen Hochschulabsolventen, Berufsrückkehrer, Selbstständige und Arbeitnehmer, die von einer Massenentlassung betroffen sind und in einer Transfergesellschaft betreut werden)
  • Ausbildungssuchende

 

AVGS vielseitig einsetzbar

 

Der AVGS ist vielseitiger Einsetzbar als sein Vorgänger. Aktivierung und Vermittlung stehen für die Nutzung vorhandener Fähigkeiten, die bisher jedoch noch nicht professionell gefördert wurden. Dadurch hat die Bundesagentur für Arbeit die Möglichkeit, vorhandenes Potential durch geeignete Schulungen zu erweitern, was die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt deutlich erleichtert.

 

Außerdem kann der AVGS auch von Einzel- und Kleingruppen genutzt werden. Das gibt Lehrenden und Vortragenden die Möglichkeit, besser auf die Mitglieder ihrer Gruppe einzugehen und deren Stärke und Defizite schneller zu erfassen. Gleichzeitig bieten kleine Unterrichtseinheiten mehr Flexibilität bei der Unterrichtsform. Dadurch können die Seminare individuell gestaltet werden, was den Lernerfolg fördert.

 

Der Bildungsurlaub für die Weiterbildung und die Bildungsprämie

 

Neben dem AVGS gibt es noch weitere Fördermaßnahmen für die Weiterbildung. Arbeitnehmer haben neben dem gesetzlich geregelten Erholungsurlaub z. B. auch Anspruch auf einen Bildungsurlaub. Die Dauer beträgt bis zu 5 Tage in einem Jahr oder bis zu 10 Tage in zwei Jahren. Und auch die Bildungsprämie kann genutzt werden. Damit werden Privatpersonen bei ihrer selbst finanzierten Weiterbildung unterstützt. Die Höhe der Unterstützung beträgt 50 Prozent der Kurs-Kosten, maximal 500,00 Euro. Voraussetzung dafür ist der Umstand, dass das Jahresgehalt 20.000 Euro nicht übersteigt.