07.03.2017 Aunkirchen / Neuburg/Inn

Vernissage des „Da Vinci von Aunkirchen“

Artlantis entdecken - das Kunstreich des Multitalents Walter Wanninger auf Neuburg

Der Schöpfer von »Artlantis«: Walter Wanninger, der heuer sein 70. Lebensjahr vollendet.
Foto: Fritz Greiler
Die künstlerischen Facetten eines Mulitalents konnten die vielen Besucher der Vernissage „Artlantis“ von Walter Wanninger in der Landkreisgalerie auf Schloss Neuburg erkunden - Führung am Sonntag, 12. März, 15 Uhr

Der pensionierte Kunstlehrer aus Aunkirchen/Vilshofen beeindruckt in der Werkschau aus 50 Jahren nicht nur mit Bildern in altmeisterlicher Mehrschichtentechnik, sondern auch durch gekonnten handwerklichen Umgang mit Holz und Eisen, wie Laudator Dr. Ludger Drost hervorhob.
Und eine weitere Leidenschaft Walter Wanningers, die fürs Theater, war allgegenwärtig: „Die Lust an der Inszenierung“ (Dr. Drost); wie auch der hintergründige Humor – Wanninger bekannte, ein Karl Valentin-Verehrer zu sein!


Stellvertretender Landrat Klaus Jeggle zeigte sich begeistert, dass der gebürtige Münchner sich 1971 in einen Vierseithof in Aunkirchen verliebt habe (siehe auch unten das PaWo-Portrait vom 1. März) und somit seit Jahrzehnten den Kulturlandkreis Passau bereichere.


Kulturreferent Christian Eberle entlockte dem Künstler viel Privates, auch, dass die Kunst für ihn während einer schweren Krankheit „lebensrettend“ war.

Mehr über sich und seine Werke wird Wanninger bei einer Führung am kommenden Sonntag, 12. März, 15 Uhr, in der Landkreisgalerie erzählen (Eintritt frei)

Landkreisgalerie Passau im Schloss Neuburg, Am Burgberg 5, 94127 Neuburg a. Inn

Zu sehen bis 17. April, Di-So 11-17 Uhr. 

 

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Multitalent Walter Wanninger: Der "Da Vinci von Aunkirchen"

 

Wie er da sitzt in der gemütlichen Küche seines vor 155 Jahren als Vierseithof erbauten Anwesens und erzählt, wie er seine große Werkschau auf Schloss Neuburg gestalten will, da ist ihm die Freude über diese Ehre und Möglichkeit, seine Kunst aus 50 Jahren zu präsentieren, anzusehen: Walter Wanninger, ein wahres Multi-Talent, vollendet am 23. Juni 2017 sein 70. Lebensjahr.


Aus diesem Anlass darf der geistige Vater des Vilshofener Atriums (inoffizielle Stadthalle) und frühere Kunstlehrer am dortigen Gymnasium das Ausstellungsjahr in der Landkreisgalerie beginnen. „Eigentlich könnte ich sogar aus 55 Jahren Werke zeigen. Ich habe noch eine Zeichnung, die ich bei einem Schulausflug mit dem Rupprecht-Gymnasium von der Passauer Höllgasse gemacht habe. Schon damals habe ich mich in die Gegend hier verliebt“, blickt der gebürtige Münchner zurück.


Als Student der Germanistik und an der Münchner Akademie der schönen Künste verliebte er sich nachhaltig in besagten Vierseithof aus dem Jahr 1862, mitten im niederbayerischen Aunkirchen. Seither restauriert er ihn originalgetreu.
Als Lehrer förderte er seine Schüler nicht nur in der Kunst, sondern auch als Leiter der Schultheatergruppe: Über 30 Inszenierungen schrieb er selbst oder um, führte Regie, machte Bühnenbilder und fantasievolle Requisiten. In der Münchner Studentenzeit hatte Wanninger sogar mal mit dem später weltberühmten Filmregisseur Rainer Werner Fassbinder (und Hanna Schygulla) Theater gespielt.

Neben dem Hof restauriert Wanninger auch Möbel sowie Oldtimer, von denen er einige in der Hof-Remise stehen hat – und bald wieder den einen oder anderen ausfahren wird. Zudem schnitzt er seit Jahrzehnten an einer riesigen Hauskrippe, die er Besuchern gerne zeigt.
Obwohl an einer der meistbefahrenen Strecken Niederbayerns gelegen – Wanninger setzt sich für die seit Jahren versprochene Ortsumfahrung ein – hat sich der 69-Jährige ein wahres Idyll in seinem Vierseithof erschaffen. Sein Reich, bevölkert mit unzähligen seiner Kunstwesen und Bilder.


„Artlantis“ ist passend der Titel seiner großen Werkschau auf der Neuburg, die er sehenswert in Szene setzen wird. Eine Wortschöpfung aus dem lateinischen Begriff für Kunst und dem sagenumwobenen, versunkenen „Atlantis“ – Artlantis“: das fantastische Reich von Walter Wanninger. Oberste Pflicht ist dort Humor. Davon besitzt Wanninger ebenso reichlich wie Talente. „Artlantis“ wird bevölkert von fabelhaften Wesen, gemalt in „altmeisterlicher“ Technik und im Stile der Wiener Schule des Phantastischen Realismus – Wanninger studierte beim letzten lebenden Surrealisten: Mac Zimmermann. Es wird viele Porträts zu sehen geben, viele Metallobjekte wie auch „profane Reliquare“; und Objektkästen.

 


Ein Gang durch „Artlantis“ wird eine spannende Reise – auch durch die Kunstgeschichte, denn der pensionierte Kunstlehrer am Gymnasium Vilshofen lässt vergessene Techniken und Darstellungsweisen wiederauferstehen.
So unterhaltsam wie Wanninger seine Ausstellung inszenieren wird, so wird auch bestimmt die Vernissage werden! Man darf gespannt sein auf den kommenden Freitag, 3. März, wenn um 18.30 Uhr „Artlantis“ die Tore öffnet. Für die musikalische Umrahmung sorgt Thomas Weber aus Pfarrkirchen, auf einer alten Drehleier; in das Werk führt der Kunsthistoriker Dr. Ludger Drost aus Kößlarn ein.

Autor: Fritz Greiler