02.12.2016 Passau/Freyung

22-Jähriger aus Spanien eingeflogen

Freyunger Mordfall: Der dringend Tatverdächtige sitzt jetzt in Niederbayern in U-Haft

Dringend des Mordes an der Freundin verdächtig: Dominik R. aus Freyung (mit Sohn).
Foto: Polizei
Der dringend des Mordes an seiner Lebenspartnerin und Mutter des gemeinsamen Sohnes verdächtige Dominik R. ist am gestrigen Donnerstag, 1. Dezember, dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden; in Passau, was anfangs nicht sicher war.

Am 12. November war in einem Freyunger Mehrfamilienhaus die Leiche der 20-jährigen Lisa H. von deren Mutter entdeckt worden – in einem Plastiksack verpackt. Am 19. November konnte in Lloret de Mar (Spanien) der 22-jähriger Tatverdächtige, der mit dem 18 Monate alten Bub auf der Flucht war, festgenommen werden.
Oberstaatsanwalt Walter Feiler bestätigt der Passauer Woche, dass dem dringend Mordverdächtigen gestern in Passau vom Ermittlungsrichter der bestehende Haftbefehl eröffnet wurde, und die Haftfortdauer angeordnet worden sei.
Der 22-Jährige sei darauf hin in eine niederbayerische Justizvollzugsanstalt eingeliefert worden.
Laut Oberstaatsanwalt Feiler habe der dringend tatverdächtige Dominik R. auf Anraten seiner Anwälte keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. R. wird von einem Anwalt aus Passau und einem aus Landshut vertreten, die von der Familie beauftragt wurden. Die Anwälte hätten mit ihrem Mandanten Kontakt über die Deutsche Botschaft in Spanien bekommen, es liege eine Vertretungsvollmacht vor.
Nun bekämen die Anwälte Zeit zur Akteneinsicht, so der Oberstaatsanwalt. Der Tatverdächtige könnte erst vernommen werden, wenn er Angaben machen wolle.
Die Ermittler würden derweil weiter Indizien sammeln. So wird die persönliche Habe von Dominik R. untersucht: Handy etc. Auch das persönliche Umfeld werde befragt.
Haben die Ermittler genügend Indizien gesammelt, werde eine Anklage am Landgericht Passau erhoben.
Der Tatverdächtige kann bis zu sechs Monate in Untersuchungshaft bleiben. Dann entscheide das Oberlandesgericht München, ob der dringende Tatverdacht weiter besteht; das OLG könne dann eine Verlängerung um weitere drei Monate beschließen, so Feiler.
Dass Dominik R. bereits am Donnerstag, 1. Dezember, nach Deutschland geflogen werden konnte, sei auch ein wenig glücklich. Denn es habe bis kurz vor dem Abflug Probleme bei der Buchung der begleitenden Polizisten gegeben, berichtet der Oberstaatsanwalt.

 

Für Aufsehen hatte ein Foto gesorgt, das die spanische Polizei nach der Festnahme veröffentlicht hatte: Der mehrfach tätowierte Dominik R. hat sich an der linken Schulter das Geburtsdatum und den - vermutlichen - Todestag seiner Lebensgefährtin stechen  lassen. Darunter steht „Gracias por todo“. Danke für alles.

 

Weitere Infos zum Fall: Tote von Freyung