11.08.2017 Regensburg

Kommentar

'Meine Woche': Fehlende Rettungsgasse, Leserbriefe und beschmierte Wahlplakate

Leserbrief ans Wochenblatt
Foto: uh
Redakteurin Ursula Hildebrand blickt auf eine bewegte Woche zurück.

Rettungsgasse
Kürzlich führte mich mein Weg nach Landshut in unsere dortige Geschäftsstelle. Ich plante meinen Weg über die Autobahn A93 und die Bundesstraße B15neu. Gerade auf der Autobahn, höre ich im Radio, dass an der Anschlussstelle Hausen ein Lkw liegengeblieben ist. Für einen anderen Weg ist es jetzt zu spät, ich rechne also mit Behinderungen. Und so ist es dann auch, etwa zwei bis drei Kilometer vor der Einsatzstelle stockt der Verkehr. Ich fahre auf der linken Spur denke an die Rettungsgasse, sie ist ja in aller Munde und medial präsent. Auch die Fahrer vor und hinter mir reagieren und fahren nach weit links. Der Rest allerdings scheint das Wort Rettungsgasse noch nie gehört zu haben. Der Blick nach vorne sowie nach hinten zeigt nur Blech in Form von Autos und Lastwagen. Ganz "Schlaue" meinen, am Standstreifen vorbei zu kommen. Als ich an der Pannenstelle vorbei bin, löst sich der Stau schnell auf. Trotzdem ärgere ich mich, dass die Rettungsgasse für viele ein Fremdwort ist. Sicher, diesmal war es "nur" ein Reifenplatzer, schon das nächste Mal aber kann es um Leben und Tod gehen!

 

Wahlgetöse
Schon selten dämlich, was da in Niedersachsen gerade abgeht. Eine Grüne, die keine mehr ist (und vielleicht auch nie wirklich eine war) präsentiert sich stolz auf einer Pressekonferenz und verkündet, nun bei der CDU zu sein. Die jubelt, hat man doch damit die Ein-Stimmen-Mehrheit des SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil mit einem Schlag zerstört. Der reagiert nicht eben mal souverän, nein, er sieht die Demokratie in Gefahr und zettelt Neuwahlen an. Dazu muss man wissen, dass am 14. Januar 2018 reguläre Wahlen stattgefunden hätten. Die Neuwahlen sollen also nun am 15. Oktober stattfinden. Es geht also um ganze drei Monate, bei denen sich Weil nicht im Stande sieht, das Land zu regieren. Gut, es fehlt die Mehrheit, aber drei Monate wird man sich ja bis zur regulären Wahl durchretten können. So eine Mehrheit könnte ja auch durch eine längere Krankheit eines Abgeordneten ins Wanken geraten – und nicht jede Krankheit erfordert gleich den Rücktritt von allen Ämtern. So kindisch wie also das Verhalten der Nicht-mehr-Grünen ist, so kindisch gibt sich Weil – 90 Tage hätte man schon überstehen können!

 

Leserbriefe
Zu manchen Themen sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, ziemlich schweigsam, andere aber stacheln Sie geradezu an, uns Leserbriefe zu schreiben. So wie zum Beispiel unser Kardinal Müller, der von Papst Franziskus ins Abseits gestellt wurde. Das finden die einen richtig gut, die anderen stehen auf Müllers Seite. Einige Leserbriefe dazu haben wir bereits veröffentlicht – ein regelrechter Wettstreit ist entstanden. Diesen setzen wir nun online fort: Unter der Adresse www.wochenblatt.de finden Sie die gesammelten Werke! Und wenn Sie uns zu einem Thema schreiben wollen: Schicken Sie uns eine Mail an redaktion-r@wochenblatt.de. Bitte vergessen Sie Ihren Namen und Ihren Wohnort nicht!

 

Nochmal Wahl ...
Letzte Woche hatte ich im „Thema der Woche“ über Wahlplakate geschrieben, Plakate, die zerstört oder bemalt werden. Und schon wieder pflastern beschmierte Plakate meinen Weg zur Arbeit. Nein, man muss die AfD nicht mögen, ja, man kann dazu aufrufen, sie nicht zu wählen. Aber Wahlplakate beschmieren, das ist einfach nur feige. Das ist keine politische Auseinandersetzung, so spielt man diesen Kräften in die Hände. Also, Finger weg von Wahlplakaten. Und wer sich mit den Inhalten auseinandersetzen will, der soll das mit dem Mund tun und nicht mit der Spraydose!

 

Bahn und Lärm
Es gibt Dinge, für die wird gekämpft – und wenn sie dann kommen, findet man wieder ein Haar in der Suppe. So sieht es mit der Elektrifizierung der Bahnstrecken aus. Lange, lange haben Politiker aller Parteien dafür gekämpft, dass die Strecke nach Prag endlich elektrifiziert wird. Und nun? Nun will man Lärmschutz entlang der Bahnstrecken. Manchmal sollte man sich vorher überlegen, was man will. Denn wenn es kommt, könnten plötzlich neue Probleme auftreten. Abgesehen davon kann man eben manchmal auch nicht alles haben, was man sich so den ganzen Tag wünscht. Manchmal muss man sich eben mit der zweitbesten Lösung zufriedengeben. Aber das mit dem Zufriedensein, das ist ja heutzutage auch nicht mehr in, wer nichts zu meckern hat, der fühlt sich doch gleich ganz unbedeutend ...

Autor: Ursula Hildebrand

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