04.10.2017 Regensburg

Tanz gegen Vorurteile

'Poledance ist hartes Krafttraining mit extrem hübschen Ergebnissen'

Markus Poledance
Foto: Kölbl
Wer Sport treiben möchte, hat viel mehr zur Auswahl als zum Beispiel nur Fußball, Volleyball und das Fitnessstudio. Immer mehr Menschen entscheiden sich für Alternativen wie zum Beispiel Poledance. Die Sportler Markus und Daniela erzählen, wie und warum Poledance ihr Leben verändert hat.

„Ich sehe keinen Grund, wieso man diese Sportart als Mann nicht betreiben sollte. Seit ich Poledance mache, bin ich ein anderer Mensch geworden“, schwärmt Markus aus Regensburg. Seit Januar 2016 hat die Sportart Poledance ihn in ihren Bann gezogen. Markus war damals auf der Suche nach einer Sportart, die ihn fit hält, die er das ganze Jahr über und alleine betreiben kann und die natürlich auch Spaß macht.

 

Als eine Freundin ihm dann von Poledance erzählte, wurde er hellhörig. Auch wenn Markus keine Sekunde lang davor zurückschreckte, mit einer von Frauen dominierten Sportart zu beginnen, gab es in seinem Bekanntenkreis doch einige verwunderte Blicke. „Diejenigen, die anfangs die Nase gerümpft haben, bewundern mich inzwischen dafür“, erzählt Markus. Und das mit Recht, denn zwei Dinge hat Markus auf jeden Fall: Ehrgeiz und Talent!

 

Der erste Wettkampf steht vor der Tür

Daniela Poledance
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Sechs Mal die Woche, jeweils zwei bis drei Stunden lang, trainiert der Regensburger um bekannte Figuren zu perfektionieren oder neue zu erlernen. „Poledance tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Psyche gut. Denn bei jedem Training sieht man kleine Erfolge. Das verändert einen positiv“, beschreibt er.

 

Das kann auch Daniela aus Beratzhausen bestätigen. Genau wie Markus trainiert sie im Poledance-Studio Rock‘n‘Pole in Regensburg – und das inzwischen schon seit drei Jahren. „Poledance ist noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Es ist wie Krafttraining nur mit hübschen Ergebnissen“, lacht Daniela. Auch ihr Leben hat sich durch die neue Sportart gänzlich verändert.

 

Kurz nachdem sie Poledance für sich entdeckt hatte, hat sie aufgehört zu rauchen und begonnen, sich gesünder zu ernähren. Denn: Der Ehrgeiz hat sie gepackt! Ende Oktober steht nun ihr erster Wettkampf an. Gemeinsam mit ungefähr 300 anderen Sportlern wird Daniela an der Europameisterschaft in Nordrhein-Westfahlen teilnehmen. In ihrer Kategorie werden circa 30 Frauen antreten. Auch wenn die Situation, von einer Jury bewertet zu werden, neu für sie ist, weiß sie eines ganz genau: „Gut zu sein, ist nicht gut genug für mich!“

 

Stangentanz kommt aus Indien und China

Dass Poledance in den Köpfen der Menschen noch immer mit etwas Anrüchigem assoziiert wird, ist den beiden bewusst. „Wenn wir gefragt werden, welche Sportart wir betreiben, sprechen wir immer zuerst von Akrobatik“, sind sie sich einig. Nur die wenigsten wissen nämlich, dass der Stangentanz vor hunderten von Jahren in Asien erfunden wurden. In Indien und China trainierten Männer ihre Körper schon im zwölften Jahrhundert an Pfählen aus Holz. Die Verbindung von Poledance mit Striptease als reine „Frauensportart“ kam erst später.

 

Von diesen Vorurteilen lassen sich Daniela und Markus allerdings nicht beeindrucken. Eine Sache kann sich Markus aber nicht verzeihen: „Ich bereue eins ganz besonders: und zwar, dass ich nicht schon eher mit Poledance begonnen habe!“

Autor: Verena Bengler

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