15.03.2017 Regensburg

In vielen Situationen kann ganz leicht auf Plastik verzichten

2015 produzierten Regensburger knapp 3.000 Tonnen Plastikmüll!

Paprika, Verpackung, Plastik
Die Fastenzeit ist für viele, die bereits bei den Neujahrsvorsätzen versagt haben, die zweite Chance, sich im Verzicht von Süßigkeiten zu üben. Wer den Kampf gegen Schokolade und Gummibärchen aber satt hat, kann in der Fastenzeit auch Mal in anderen Lebensbereichen fasten!

So sieht das Ganze auch der Verbraucher Service Bayern und ruft zum Plastikfasten auf. Denn: Weniger Plastik im Alltag bedeutet weniger Plastikmüll in der Umwelt! Also kann wirklich jeder einzelne dazu beitragen, die Mengen an Kunststoffen, die in die Umwelt gelangen, zu reduzieren.

 

Stephanie Ertl, Umweltreferentin der Beratungsstelle Regensburg, hat selbst schon einiges ausprobiert um Plastikmüll zu vermeiden und gibt Tipps, wie jeder einzelne seinen Plastikverbrauch reduzieren kann. Ansetzen kann man da bereits beim Lebensmitteleinkauf. So kann man zum Beispiel einiges beitragen, indem man auf in Plastik verpacktes Gemüse verzichtet und Paprika, Gurken und Karotten immer lose kauft. Eine Verpackung haben diese Lebensmittel nämlich eigentlich bereits – ihre Schale. Und waschen sollte man sie vor dem Verzehr ja sowieso.

 

Paprika und Gurken am besten lose kaufen

Abgesehen davon empfiehlt es sich generell immer, zu frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln zu greifen – das predigen also nicht nur die Ernährungswissenschaftler. Beim Kauf von Obst, Gemüse oder Brot sollten außerdem mehrfach nutzbare Beutel aus Baumwolle verwendet werden. Laut Ertl gibt es aber noch weitere Situationen, in denen man auf Plastik verzichten kann. Auch indem man zum Beispiel Flüssigseife und Haushaltsreiniger in Nachfüllpackungen und Käse und Wurst an der Theke im Supermarkt kauft, kann man einiges für die Umwelt tun.

 

Diejenigen, die dennoch zu in Plastik verpackten Produkten greifen begründen ihr Handeln häufig mit Bequemlichkeit und mit dem vermeintlich höheren Preis. Für Stephanie Ertl ist das aber kein gültiges Argument. Sie ist der Meinung, dass durch die Portionierungen mit Plastikfolie oft mehr gekauft wird als nötig. „Auf Plastik zu verzichten muss nicht teurer sein. Man kauft viel bewusster und damit gleichzeitig auch nur so viel, wie man wirklich braucht“, ist die Umweltreferentin überzeugt. Auch bei den Kaffeekapseln bewahrheitet sich dieses Argument nicht. Durch den höheren Verpackungsaufwand sind die Kapseln in der Regel sogar teurer als Kaffeebohnen. Generell sei das alles nur eine Frage des Umdenkens und des Planens. So sollte man sich zum Beispiel sein Mittagessen von zu Hause mitnehmen, anstatt zu Salat aus der Plastikschüssel zu greifen. „Diese Umstellung dauert meist nur zwei bis drei Wochen“, ist sich Stephanie Ertl sicher.

 

Und auch in Regensburg gibt es ein großes Potential in Sachen Plastik fasten – das machen die Daten zur Abfallentsorgung aus dem Jahr 2015 deutlich. Genauer hinsehen sollte man dabei auf die Kategorie „Leichtverpackungen“. In dieser Kategorie sind Plastik und andere Materialien wie zum Beispiel Weißblech und Alu zusammengefasst – also alles, was in der Stadt Regensburg in den Gelben Sack wandert.

 

Auf Plastik zu verzichten muss nicht teuer sein

Aus den Zahlen geht hervor, dass 2015 insgesamt 2.924 Tonnen an Leichtverpackungen in der Stadt Regensburg entsorgt wurden. Das entspricht bei einer damaligen Zahl von 143.596 Einwohnern circa 20,4 Kilogramm pro Person. Einen Trend, in Bezug auf die Zahl der entsorgten Leichtverpackungen der letzten Jahre, kann man nicht erkennen.

 

So waren es zum Beispiel im Jahr 2009 2.749 Tonnen und im Jahr 2010 2.582 Tonnen Leichtverpackungen, die in der Stadt Regensburg anfielen. Zahlen aus dem Jahr 2016 liegen derzeit noch nicht vor.

Autor: Verena Bengler

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: