20.03.2017 Bernhardswald

Generalversammlung

Agenda Bernhardswald 2.0: Arbeitskreise stellen ihre bisherigen Ergebnisse vor

Agenda Bernhardswald 2.0: Arbeitskreise stellen ihre bisherigen Ergebnisse vor
Foto: Dr. Otto Pfranger
Die Generalversammlung im Gasthaus "Zur Hüttn" wurde am Freitag, 10. März, von Dr. Otto Pfranger, Initiator der Agenda Bernhardswald 2.0, eröffnet.

Er merkte an, dass die Idee der Agenda vor Jahr begann und seit sechs Monaten sehr erfolgreich umgesetzt werde. Die Entwicklung mit bis heute weit über 50 Mitgliedern läge weit über seinen Erwartungen. Er betonte, dass sich seitdem in Bernhardswald sehr viel getan habe: "Mittlerweile wird über neue Baugebiete im Ort diskutiert, die Bebauung des zentralen Dorfplatzes ist bald auch kein Thema mehr. Das Gewerbegebiet hat bereits ein zweites Gebäude bekommen und Kürn eine aktive Dorfgruppe." Pfranger betonte, dass allgemeine Zufriedenheit in der Bevölkerung über die Existenz des Bürgerforums herrsche. Sein besonderer Dank galt der aktiven Bürgerbeteiligung, insbesondere den engagierten Teilnehmern der einzelnen Arbeitsgruppen. Wiederum lud Otto Pfranger alle Interessierten zu den einzelnen Arbeitskreissitzungen ein. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden von den Sprechern der einzelnen Arbeitskreise Themenschwerpunkte und Einzelergebnisse vorgestellt:

 

Gewerbe-/Bau-/Entwicklung Dorfkern – Referent: Helmut Blindzellner

"Damit über den Ortskern und die Entwicklung im Dorf gesprochen werden kann, ist es sehr wichtig, die historischen Hintergründe zu kennen.", so Helmut Blindzellner. Diese stellte er vor und kam auf das markanteste Gebäude, das Schloss (17. Jahrhundert) mit Schlosskapelle sowie die Kirche St. Bernhard (1950) zu sprechen. In den vorangegangenen Arbeitskreissitzungen wurden verschiedene Möglichkeiten für einen Ortskern aufgegriffen. Als geeignete Areale kristallisierte sich nördlich und südlich der Regensburger Straße (Netto-Kreuzgasse) oder auch nördlich der Pfarrkirche heraus. Er zählte einige Punkte auf, die ein Ortskern enthalten sollte, zum Beispiel einen verkehrsberuhigten Bereich, Grüninseln, Geschäfte usw. Hier könne man zum Beispiel mit Wettbewerben oder Ausschreibungen erfolgreiche Lösungen und Verschönerungen bewirken. Zudem solle die Wirtschaftskraft in Bernhardswald gesteigert werden. Hierfür könnte auch ein ehrenamtlicher Wirtschaftsförderer eingestellt werden. Die nächsten Schritte des Arbeitskreises wurden vorgestellt sowie der Aufruf an die Bürger, Ideen und Anmerkungen gerne einzubringen.

 

Gemeinde/ Finanzen / Infrastruktur – Referent: Alexander Ernst

Alexander Ernst stellte die bisherigen Ergebnisse des Arbeitskreises vor. Eine Idee war die Erschaffung fester Buslinien innerhalb des Gemeindegebietes. Diese wurde allerdings aus Kostengründen verworfen. Stattdessen unterstützt die Agenda die Initiative „Helfende Hände“ unseres Gemeindepfarrers Herrn Alois Schmid. Die Kosten dafür trägt Pfarrer Schmid derzeit allerdings privat. Sowohl auf unserer Homepage als auch den Flyern wird zum Spenden dazu aufgerufen. Interessenten, die unterstützen möchten, können sich an das Pfarrbüro wenden. Pfarrer Schmid beklagte den Mangel an Transportmöglichkeiten für Jugendliche und Senioren. Hierfür wären weitere Fahrer notwendig, die allerdings über 25 Jahre alt sein müssen. An die Gemeinde wurde ein Antrag zur „Einführung einer Bürgerfragestunde vor der Gemeinderatssitzung“ gestellt. Laut Sitzungsordnung sei dies momentan nicht möglich. Derzeit sei in Prüfung durch die Gemeindeverwaltung, ob bei expliziten Antragstellungen der Antragsteller ein „Rederecht“ zur Beantwortung von Fragen der Gemeinderäte erhalten solle. Beim Vergleich von verschiedenen Gemeindehaushalten stellte sich heraus, dass Einsparungen im Personalhaushalt von Bernhardswald derzeit schlecht möglich seien. Die Idee „Bürgeranleihen“ zum Schuldenabbau wurde ebenso verworfen, weil diese nur unter Einhaltung enormer bürokratischer Hürden zu bewerkstelligen wären.

 

Freizeit / Kunst / Kultur/Familie – Referent: Jens Pohl

Das Ziel des Arbeitskreises sei, Naherholung und Freizeitgestaltung in der Gemeinde attraktiver zu machen. Jens Pohl stellte die Ergebnisse kurz vor. Die aktuell behandelten Themen sind die Erstellung von digitalen Wander-, Mountainbike- und Radtouren rund um Bernhardswald. Die Routen werden mittlerweile online bereitgestellt. Ebenso wurde ein Flyer "Outdoor Aktivitäten in und um Bernhardswald" entworfen. Pohl betonte, dass zum Schwerpunkt "Kultur und Veranstaltungen" zusätzliche Angebote geschaffen werden sollten, wie zum Beispiel Lesungen, Malerei oder die Bereitstellung von Proberäumen für Jugendliche zum Musizieren. Die Befragung der umliegenden Gaststätten, ob Interesse an kulturellen Veranstaltungen bestünde, brachte ein großes Interesse hervor. Es sei auch die Erstellung eines Veranstaltungskalenders, der für jeden zugänglich sei, über die Homepage der Gemeinde in Arbeit.

 

Energie und Umwelt – Referent: Martin Rehm

Martin Rehm referierte über die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe. So lud er zum ersten Arbeitskreis-Treffen verschiedene Referenten ein, die das Thema "Zentrale Energieversorgung in Bernhardswald" behandelten. Einvernehmlich wurde diskutiert, dass ein Blockheizkraftwerk für unseren Ort großen Sinn machen würde, um Schule, Kindergarten und weitere Gebäude anzuschließen. Daraufhin wurde Mitte Januar der Antrag gestellt, dass die Agenda mit der Gemeindeverwaltung einen Energieleitplan erstellen solle. Nach Aussage der Energieagentur wäre momentan eine Pelletsheizung für die Schule in Bernhardswald zwar günstiger als eine Hackschnitzelheizung, allerdings könnte die Hackschnitzelanlage von den zahlreichen Waldbauern aus der näheren Umgebung versorgt werden.  Ernst Semmelmann, Bürger der Gemeinde Bernhardswald, stellte in einem umfassenden Vortrag die Vor- und Nachteile von Hackschnitzelanlagen, Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen und so weiter vor.

 

Im Anschluss an diesen letzten Vortrag sprach Dr. Otto Pfranger allen Anwesenden seinen Dank aus und schloss die Veranstaltung. Die Termine der Arbeitskreise werden zeitnah bekannt gegeben sowie die Bürger zur weiteren Beteiligung aufgerufen. 

Autor: pm/ jm

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