20.03.2017 Neutraubling

Realisierungswettbewerb – Das Preisgericht hat entschieden

Begeistert von kreativen Planungen: Neubau der Förderschule St. Vincent

Begeistert von kreativen Planungen: Neubau der Förderschule St. Vincent
Foto: Christine Allgeyer
Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. hat im August 2016 einen Realisierungswettbewerb für Architekten zum Neubau der Förderschule St. Vincent in Neutraubling ausgelobt.

Es wurden 16 Wettbewerbsarbeiten eingereicht. Bei der Preisgerichtssitzung am 8. März 2017 hat das Preisgericht beraten und die Preisträger ermittelt. Den ersten Preis erhielt das Architekturbüro löhle neubauer architekten BDA in Augsburg. Außerdem vergab das Preisgericht drei weitere Preise und drei Anerkennungen. "Ich bin begeistert von den vielen kreativen Planungen, vor allem, wie es gelungen ist die Bedürfnisse der Schüler und der Pädagogen zu berücksichtigen", freute sich KJF-Direktor Michael Eibl, "ich gratuliere dem ersten Preisträger von ganzem Herzen, sie haben eine außergewöhnliche und wunderbare Planung präsentiert", so Eibl weiter. Zur Bekanntgabe der Preisträger sind auch Neutraublings Bürgermeister Heinz Kiechle, der Vorsitzende des Preisgerichts Professor Herbert Meyer-Sternberg, und der Betreuer des Wettbewerbs Architekt Reinhard Pfab aus dem Architekturbüro Pfab, Rothmeier Architekten in Regensburg gerne zusammengekommen.

 

"Wunderbarer Standort für unsere Schule"

Von Seiten des Bauherrn, der KJF Regensburg, begrüßten KJF-Direktor Michael Eibl, KJF-Abteilungsleiter Hubert Tausendpfund, der Einrichtungsleiter von St. Vincent Wolfgang Berg und Schulleiterin Claudia Born die Gäste, besonders den ersten Preisträger Architektin Regine Neubauer, Architekt Rainer Löhle und Landschaftsarchitektin Ursula Hochrein aus Augsburg. KJF-Direktor Michael Eibl überreichte den ersten Preisträgern eine Urkunde. Jeder Preisträger und auch die Anerkennungen erhalten Urkunden und ein Preisgeld. Als Wettbewerbssumme hat die KJF insgesamt 54.000 Euro netto ausgelobt. Der erste Preisträger erhält 18.000 Euro. Professor Herbert Meyer Sternberg lobt die hohe qualitative Dichte der eingereichten Arbeiten und bedankte sich bei allen Beteiligten.

 

Das "Lernhaus" ist Kernelement des pädagogischen Konzepts und war somit auch leitend für die Architektenentwürfe der Förderschule der KJF in Neutraubling. Übrigens: "ein wunderbarer Schulstandort", wie der Einrichtungsleiter von St. Vincent, Wolfgang Berg, sagt. So haben die Preisträger, die Architekten Regine Neubauer und Rainer Löhle aus Augsburg, für das zu bebauende, 12.850 Quadratmeter große Grundstück "An der Haidauerstraße" einen Entwurf eingereicht, der sowohl den Anforderungen des Bauherrn an eine moderne und lichtdurchflutete Schule mit mehreren offenen Lernhäusern gerecht wird, als auch das Wettbewerbsgebiet so nutzt, dass es mit der neuen Schule die bestehenden innerörtlichen Grünbereiche harmonisch vernetzt. 

 

Erster Preisträger erfüllt Anspruch vorbildlich

Bürgermeister Heinz Kiechle freut sich sehr, dass der Neubau der Förderschule St. Vincent Neutraublings Schulangebot um ein wichtiges Angebot ergänzt. "Umgekehrt unterstützt die Stadt gerne das Anliegen, jungen Menschen, die besondere Unterstützung brauchen, die passgenaue Erziehung und Bildung zu vermitteln." Das Grundstück liegt am östlichen Ende einer Aufreihung von Mittelschule, Gymnasium und eines Kindergartens. Die Stadt Neutraubling hatte es bereits im vergangenen Jahr an die Katholische Jugendfürsorge verkauft. Es ist derzeit nicht bebaut und wurde bislang als landwirtschaftliche Fläche genutzt. Direkt angrenzend sind im Norden der Moosgraben und die Moosgrabenstraße mit einem großen Wohngebiet, im Süden Schulsportflächen, eine Kleingartenanlage mit Vereinsheim und Wohnbauten sowie im Osten und Westen landwirtschaftlich genutzte Flächen.

 

Das Preisgericht hatte die Messlatte hoch aufgehängt. Denn eine moderne Schule muss baulich die Basis für eine gute und professionelle Bildungsarbeit legen – auf viele Details kommt es dabei an. Einrichtungsleiter Wolfgang Berg sieht dies im Entwurf von Löhle und Neubauer grundgelegt. "Wir wollen eine sympathische und offene Schule für die jungen Menschen, deren Eltern und unsere Kooperationspartner sein." KJF-Direktor Michael Eibl ist vom Modell des ersten Preisträgers überzeugt: Ein außergewöhnlicher Grundriss in Z-Form, unterschiedliche Geschosshöhen einzelner Gebäudeteile, so dass ein Dachgarten möglich wird, mehrere Außenbereiche, eine zentrale Mitte. "Moderne Architektur in Kombination mit einer angenehmen funktionalen Zweckmäßigkeit. Ein besonderer und äußerst gelungener Entwurf", bringt es Wolfgang Berg auf den Punkt.

 

Neubau dringend notwendig

Die St. Vincent Schule, eine Schule zur Erziehungshilfe in der Johann-Hösl-Straße in Regensburg verzeichnet seit Jahren steigende Schülerzahlen, so dass schon seit längerem die Oberstufe in ein anderes Gebäude im Kinderzentrum St. Vincent, dem die Schule angegliedert ist, ausgelagert wurde. Dieses Provisorium wird mit dem Neubau endlich Geschichte, freut sich Schulleiterin Claudia Born. An dem Förderzentrum mit Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung werden diagnostizierte Kinder und Jugendliche unterrichtet, die mindestens durchschnittlich begabt sind, aber in ihrer Selbstwahrnehmung, ihrer Fremdwahrnehmung und vor allem in ihrer Selbststeuerungsfähigkeit noch großen Lern- und Entwicklungsbedarf haben.

 

Probleme, die oft vorhanden sind, liegen in den Bereichen: Motivation, Ausdauer, Konzentration und Leistungsfähigkeit. "Unsere Aufgabe ist es, die Kinder und Jugendlichen mit einer umfassenden Förderung zu stabilisieren und sie entweder als Primärziel an die Regelschule zurückzuführen, ihnen bei uns einen Mittelschulabschluss / Quali zu ermöglichen oder sie in eine geeignete berufsvorbereitende Einrichtung zu vermitteln", erklärt Claudia Born. Sie freut sich schon sehr auf die neue Schule: "Wir hoffen wir mit dem neuen Lernhaus-Konzept und der intensiven Entwicklung zur bewegten Schule unseren Kindern und Jugendlichen noch mehr gerecht werden zu können."

 

Weiterführende Informationen:

Der Neubau der Förderschule St. Vincent in Neutraubling wurde im Rahmen eines begrenzt offenen Realisierungswettbewerb für Architekten und Architektinnen nach RPW 2013 mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren nach VOF ausgeschrieben. Wettbewerbsbetreuer waren Pfab, Rothmeier Architekten in Regensburg. Als Vorsitzender des Preisgerichts war Professor Herbert Meyer-Sternberg von der Hochschule in München beteiligt. Nach folgenden Beurteilungskriterien wurden die eingereichten Entwürfe bewertet: Städtebauliches Gesamtkonzept, Freiflächenkonzept, architektonische und räumliche Gestaltung, Umsetzung des schulischen Konzepts, Erfüllung von Raumprogramm und Funktionalität, Energie, Ökologie und Nachhaltigkeit sowie Wirtschaftlichkeit, Baubetrieb und Unterhalt.

 

Die weiteren Preisträger sind für den zweiten Preis Mvm und Starke Architekten PartG mbB aus Köln, der dritte Preis geht an Dohle und Lohse Architekten GmbH aus Braunschweig und der vierte an die Twoo Architekten GmbH, Köln. Anerkennungen werden vergeben an: Bär Stadelmann Stöcker Architekten aus Nürnberg, pedevilla Architects aus Bruneck sowie AV1-Architekten GmbH aus Kaiserslautern. Die Wettbewerbsausstellung findet statt in Haus Hemma in Regensburg. Die Ausstellung der Modelle kann täglich bis Freitag, 24. März, jeweils von 12 bis 17 Uhr besucht werden.

Autor: pm/ jm

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