04.10.2017 Regensburg

Kolumne

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis macht Angela Merkel ratlos

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis liest Texte von Hildegard von Bingen beim Burghauser Kultursommer am 31. August 2017 in der Klosterkirche Raitenhaslach.
Foto: Robert Piffer
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis kommentiert in ihrer Wochenblatt-Kolumne die Bundestagswahl. Vor allem das Verhalten von Angela Merkel macht die Adelige ratlos.

Deutschland hat gewählt und mancher rieb sich am Wahlabend die Augen. Die Union und Kanzlerin Angela Merkel, aber auch die SPD wurden abgestraft. Gewundert habe ich mich nicht. Wir hören ständig nur noch, dass Entscheidungen fallen, die angeblich alternativlos sind. Über wichtige Probleme unseres Landes findet überhaupt keine Debatte mehr statt. Deutschland soll für die Schulden der armen Nachbarstaaten geradestehen. Gleichzeitig werden abertausende Menschen über die Grenzen in unser Land gelassen, die überhaupt keinen Pass vorweisen können und damit nicht einmal nachweisen, wer sie sind. Das verstehen viele Menschen hierzulande nicht, denn wenn man mit abgelaufenem Personalausweis auf der Straße erwischt wird, kann ein Ordnungsgeld drohen. Ein Grenzschutz findet faktisch nicht statt und die Polizei war stellenweise, etwa bei der Silvesternacht von Köln, heillos überfordert. Wir kaufen teure Atomenergie aus Frankreich und Tschechien ein, weil unsere eigenen Atomkraftwerke über Nacht geschlossen werden. Und das alles nur, weil in Japan ein Erdbeben ein Atomkraftwerk beschädigte. Ums Leben kam dabei niemand, dennoch hat dieses Ereignis unseren Atomkraftwerken den Garaus gemacht.


Ich treffe hin und wieder Angela Merkel auf Veranstaltungen, doch ich frage mich, was sie antreibt und warum sie das macht, was sie macht. Natürlich, dass sie sich um eine vierte Amtszeit bewarb, kann man damit erklären, dass es in ihrer Partei keine Alternative gab. Aber das Thema Flüchtlinge hat sie völlig unterschätzt.


Da entscheiden die Brüsseler Bürokraten
Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum ich für meine Hausangestellte Doris aus Kenia sechs Jahre kämpfen musste, um eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen, auf der anderen Seite sitzt plötzlich halb Nordafrika ohne Arbeit bei uns. Wie konnte das passieren?
Das hohe Ergebnis für die „Alternative für Deutschland“ hat mich dementsprechend auch nicht gewundert. Ich weiß noch nicht, was ich abschließend von der AfD halten soll. Man muss beobachten und abwarten, ob sie aus den Kinderschuhen herauswächst und am Ende zu einer erwachsenen Partei wird. Ich kenne jedenfalls Beatrix von Storch, eine geborene Prinzessin von Oldenburg, und sie ist seriös, ehrlich und engagiert.


Wie es jetzt politisch weitergeht? Ich bin da ratlos. Aber eines ist klar: Politik muss die Bürger wieder mitnehmen. Das war doch früher auch so und das ist doch noch gar nicht so lange her, dass das funktioniert hat. Heute werden immer mehr Gesetze in Brüssel verabschiedet und wir müssen akzeptieren, was Bürokraten in Brüssel bestimmen. Da sitzen aber viele Leute, die kein Mensch gewählt hat. Ist das Demokratie? Ich finde nicht. Ich kann der Politik und den Parteien nur raten: geht wieder zu den Menschen und hört zu!

Autor: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

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