20.03.2017 Regensburg

Knapp 500.000 Euro Schaden

Geldautomaten gesprengt, die Presse bespuckt und beleidigt

Geldautomaten Pentling
Foto: vb
Mit einem Gasgemisch soll ein Mann im vergangenen Jahr zwei Geldautomaten der Sparkasse in Pentling in die Luft gesprengt haben. Nun muss sich der 44-jährige Pole vor dem Landgericht Regensburg verantworten.

Ihm werden schwerer Bandendiebstahl in zwei Fällen, vorsätzlicher gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

 

Der Angeklagte soll am Freitag, 1. Juli 2016, um 1.30 Uhr mit zwei Komplizen zwei Geldautomaten der Sparkasse in Pentling aufgesucht haben. Das Trio soll die vorhandenen Überwachungskameras mit schwarzer Farbe besprüht haben. Anschließend sollen sie ein Gasgemisch in zwei Geldautomaten eingeleitet und angezündet haben. Beide Geldautomaten wurden dadurch in die Luft gesprengt. Das Trio soll 196.000 Euro Bargeld entwendet und die Flucht ergriffen haben.

 

Nur wenige Stunden später um 7.45 Uhr soll das Trio mit einem Pkw mit gefälschten Kennzeichen in der Nähe der Tschechischen Grenze unterwegsgewesen sein, als sie durch zwei Polizeibeamte einer Verkehrskontrolle unterzogen werden sollten. Der Angeklagte und seine beiden Komplizen sollen daraufhin versucht haben, mit ihrem Pkw zu flüchten und die Polizeibeamten von der Straße zu drängen.

 

Trio erbeutete knapp 200.000 Euro

Nachdem das Trio im Straßengraben gelandet sein soll, soll es versucht haben, zu Fuß zu flüchten. Der Angeklagte soll schließlich von einem der beiden Polizisten zu Boden gebracht und verhaftet worden sein. Die beiden anderen Täter konnten mit der Beute fliehen.

 

Bereits ein paar Monate früher soll das Trio einen Geldautomaten in Kretzschau gesprengt und 57.000 Euro erbeutet haben. Am selben Tag sollen sich die drei Männer eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben. Angeblich warfen sie händeweise Reifentöter aus dem Beifahrerfenster auf die Autobahn und beschädigten so 13 nachfolgende Autos. Die Männer konnten damals entkommen.

 

Am ersten Prozesstag gibt sich der Angeklagte provokant. Er spuckt Pressevertreter an und zeigt ihnen den Mittelfinger. Was da mit einem anderen Herren im Zuschauerraum auf Polnisch gesprochen wird, bleibt – und das ist wohl auch gut so – ein Geheimnis. Stellung zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft will der Angeklagte aber vorerst nicht beziehen. „Zunächst werden wir keine Angaben machen“, stellte der Anwalt des Angeklagten klar.

 

Als erster Zeuge im Prozess trat ein Polizeibeamter in den Zeugenstand. Der Sachbearbeiter des Falles war am 1. Juli nach der Explosion vor Ort. „Das Foyer der Sparkasse war ziemlich verwüstet“, gab er vor Gericht an. Und tatsächlich soll ein Sachschaden von knapp 500.000 Euro entstanden sein. Durch die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera geht der Zeuge davon aus, dass in den Tagen vor der Sprengung Markierungen an den Geldautomaten angebracht wurden. Die Automaten wurden nur wenige Tage vor der Tat mit Bargeld aufgefüllt.

 

Die beiden Komplizen des Angeklagten werden gesondert verfolgt. Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt.

 

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Autor: Verena Bengler

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