12.10.2017 Regensburg

Asyl

Jetzt wird es Ernst: Leiter für neues Transitzentrum gesucht

Asylbewerber kommen an
Foto: Ursula Hildebrand Asylbewerber kommen an
Die Regierung der Oberpfalz hat die Stelle des Leiters für das neue Transitzentrum ausgeschrieben. Verlangt wird vor allem Konfliktfähigkeit - kein Wunder, die darin Untergebrachten haben nichts mehr zu verlieren.

Die Regierung der Oberpfalz will zwei zentrale Stellen zur Koordinierung der Asylbewerber in Regensburg besetzen. Das geht aus Stellenausschreibungen hervor. Besonders eine Personalie dürfte umstritten sein: Die Regierung betreibt formell seit 1. Juli in der ehemaligen Pionierkaserne ein Transitzentrum als Teil der Erstaufnahme-Einrichtung. Dort werden jene Asylbewerber untergebracht, die kaum Chancen auf ein Bleiberecht haben. Gegen die Einrichtung eines solchen Zentrums gab es massive Proteste, vor allem von linken und linksextremen Gruppen.


Ausgerichtet ist das Zentrum auf bis zu 800 Personen. Während einer Demonstration Ende Juli gegen dieses Zentrum wurde bekannt, dass vorwiegend Asylbewerber aus Moldawien und Äthiopien dort untergebracht waren. Wie hoch die Zahl derzeit ist, ist nicht bekannt.
Jetzt sucht die Regierung nach einem Leiter des Asylzentrums in Regensburg. Aufgabenschwerpunkt ist laut Ausschreibung die Unterbringung und Versorgung der Untergebrachten. Diese Aufgabe dürfte nicht einfach sein, denn wer im Transitzentrum landet, weiß, dass er kaum Chancen darauf hat, zu bleiben. Zudem soll der neue Leiter des Zentrums die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Verbänden sowie Dienstleistern koordinieren: Zum einen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), zum anderen mit der Polizei und den Kommunen. Dienstleister wie der Sicherheitsdienst sind zudem zu koordinieren.


Beschulung der Kinder ist nun geklärt
Der Freistaat hat Wert darauf gelegt, dass die Zustände in den Transitunterkünften so gut wie möglich sind. Vor allem die Beschulung der betroffenen Kinder ist deshalb wichtig. Auch hier soll der neue Leiter das schulische Angebot koordinieren. Kurzzeitig hatte es einen Disput zwischen Sozialministerin Emilia Müller, Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gegeben. Fatal wäre, wenn es Abschiebungen geben würde und Kinder, die in Regelschulen beschult würden, plötzlich nicht mehr auftauchen.
Die Anforderungen an den neuen Leiter sind deshalb auch breit gefächert: Von Durchsetzungs- und Konfliktvermögen ist ebenso die Rede wie Offenheit im Umgang mit Menschen „auch bei schwierigen Gesprächssituationen.“ Weniger konfliktfähig muss indes die neue Ombudsfrau oder der neue Ombudsmann sein, den die Regierung ebenfalls ausgeschrieben hat. Diese Position soll eingerichtet werden, um in der Erstaufnahmeeinrichtung die Anlauf- und Beschwerdestelle einzurichten.

Autor: Christian Eckl

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