30.08.2017 Regensburg

Gruppe Zutritt zur Bar verweigert

Kneipen und Bars: Nur wer sich gut benimmt, darf rein!

Münchner Merkur, Junggesellenabschied
Foto: Facebook
Berühmt für ihre hohe Kneipendichte, ist die Domstadt seit vielen Jahren eine beliebte Kulisse für Junggesellenabschiede. Beinahe jedes Wochenende pilgern angehende Eheleute mit ihren Kumpanen nach Regensburg um noch ein letztes Mal „in Freiheit“ ordentlich einen drauf zu machen.

Zu erkennen sind Junggesellenabschiede in der Regel an ihrer Lautstärke, ihrem Alkoholpegel und natürlich an ihrer Uniform. Angezogen sind die Männer innerhalb einer Gruppe nämlich meistens gleich. Fast immer tragen sie alle das gleiche T-Shirt mit vermeintlich witzigem Spruch oder den gleichen Hut. Einzig der Bräutigam oder die Braut stechen meist durch ein rosa Röckchen, einen Bauchladen oder eine Fußfessel aus Plastik aus der Gruppe hervor.

 

Weil die Junggesellenabschiede langsam überhandnehmen, wehren sich 15 Wirte aus Regensburg inzwischen dagegen und lassen die grölenden Männergruppen nicht mehr in ihre Kneipen und Bars. Gekennzeichnet sind die Bars und Kneipen durch entsprechende Aufkleber an den Türen.

 

Schlechte Erfahrungen mit „Abschiedlern“

Da ist es auch kein Wunder, dass kürzlich acht Männer, die aus dem Landkreis Dachau zum Feiern in die Domstadt gereist waren, von mehreren Regensburger Wirten durch ihre uniformen Outfits für einen Junggesellenabschied gehalten wurden. Sie alle trugen Lederhosen und kombinierten diese mit Strohhüten und Sonnenbrillen in Neonfarben. Da die Gruppe aus dem Landkreis Dachau optisch wie ein Junggesellenabschied daher kam, wurde ihnen sogleich bei zwei Kneipen der Eintritt verwehrt – nämlich im „Paletti“ und in der Kneipe „Olle Gaffel“. Über diesen Vorfall berichtete in der vergangenen Woche der Münchner Merkur und schob prompt den Regensburger Wirten den schwarzen Peter zu.

 

Junggesellenabschiede verboten, Aufkleber
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Dass sich die Männerrunde darüber geärgert hat, leuchtet ein. Schließlich hatten sie sich auf den Abend gefreut und eine lange Anreise in Kauf genommen. Dennoch ist die Reaktion der Wirte nur zu gut verständlich. In der Vergangenheit wurden mit den Junggesellenabschieden in Regensburg einfach zu viele schlechte Erfahrungen gemacht: Obwohl die Gruppen in der Regel einiges an Alkohol konsumieren und so den Umsatz ordentlich ankurbeln, haben die Wirte oft nichts davon. Durch das Verhalten der Junggesellen werden nicht nur andere Gäste vergrault, sondern geht auch regelmäßig Mobiliar in die Brüche.

 

Nicht die Tracht, sondern das Verhalten war schuld

Das Ergebnis: Ärger mit Anwohnern, Gästen und zusätzliche Kosten. Kein Wunder also, dass die Wirte daher gerne auf Junggesellenabschiede verzichten und sie gar nicht erst in ihre Kneipen lassen. Indem sie die „Abschiedler“ nicht einlassen, machen sie von ihrem Hausrecht Gebrauch. Und das ist völlig legitim.

 

Die Männer aus dem Landkreis Dachau sind dennoch mehr als verärgert und wollen, wie der Münchner Merkur berichtet, Regensburg nun für immer den Rücken kehren. Das Junggesellenabschieds-Verbot hat sie schließlich zu unrecht getroffen. Doch egal ob Junggesellenabschied oder nicht – ausschlaggebend dafür, dass die Gruppe nicht in die Kneipen gelassen wurde, dürfte wohl letztendlich das Verhalten der Männer gewesen sein. Sie sollen angetrunken gewesen sein und sich nicht angemessen verhalten haben.

 

Künftig wollen sie wieder in München feiern, denn dort sei ihnen so etwas noch nie passiert. Die Regensburger Wirte hingegen dürfte das nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Auf Kunden, die sich nicht zu benehmen wissen, können sie nämlich verzichten – egal, ob es sich dabei um Junggesellenabschiede handelt oder nicht.

Autor: Verena Bengler

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