05.08.2017 Regensburg

Politik

Kommentar: Andere hätten gerne eine Wahl – wir haben sie!

Bundestagswahlen 2017
Die Bundestagswahlen rücken näher, Redakteurin Ursula Hildebrand befasst sich heute mit den (leidigen) Wahlplakaten.

Nun stehen sie also wieder – die Wahlplakate! Da grinsen uns die Herren – und mittlerweile auch Frauen – in diversen Formaten entgegen. Keine Kreuzung ist sicher, kein Straßenzug bleibt unberührt. Ja, das kann einen schon nerven: so viel Plastik, so viel Papier. Manche Plakate hängen schon so lange, dass sie bereits verblassen oder in Fetzen vom Plakatständer hängen. Unschön, ja, wirklich, muss nicht sein.

 

Andererseits: Ist es nicht auch immer eine besondere Zeit, wenn unsere Politiker aus den Löchern kriechen und plötzlich feststellen, dass es da ja noch einen Wähler gibt? Dass sie nicht alleine sind in ihren Elfenbeintürmen in Berlin oder München? Dass sie sich gelegentlich doch eine Legitimation für ihr Tun abholen müssen? Dass sie sich messen müssen mit anderen Kandidaten? Insofern macht Wahlkampf ja wirklich Spaß!

 

Und zugegeben, informativ sind die Wahlplakate ja auch – manchmal. Man sieht, wer zur Wahl antritt, man bekommt kurze Statements präsentiert. Und man sieht, wer fleißig war beim Plakatieren und wer eher nicht. Man erkennt, wer viel Geld ausgibt für den Wahlkampf – und wer eher sparsam ist. Alles Dinge, die für eine Wahlentscheidung wichtig sein können. Denn: Nicht jeder beschäftigt sich das ganze Jahr über mit Politik!

 

Und das Allerwichtigste, das ich denen sagen möchte, die über die vielen, vielen Plakate schimpfen: Seien wir froh, dass wir in einem Land leben, in dem es erlaubt ist, Wahlplakate aufzustellen. Seien wir froh, dass wir dieses Recht haben – in so manchen Ländern gibt es keine Wahl. Und somit auch keine Wahlplakate. Aber wollen wir das? Ich jedenfalls will das nicht. Für diese Chance, wählen gehen zu dürfen, ertrage ich dann auch gerne in paar Plakate, die nicht meiner politischen Einstellung entsprechen. Denn auch das ist unsere Demokratie.

 

Eher weniger demokratisch ist es dann aber, Plakate zu klauen, zu bemalen und zu besprühen oder auch zu zerstören. Auch wenn einem die Partei, der Kandidat oder auch der Slogan nicht gefallen, kann man die Plakate noch lange nicht zerstören. 

Autor: Ursula Hildebrand

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