19.04.2017 Regensburg

Namen

Kurioses vom Standesamt: Wenn das Neugeborene Ajatollah heißen soll

Baby schreit
Maximilian und Marie sind auch in Regensburg 2016 die häufigsten Namen für Neugeborene gewesen. Doch auch Kurioses war wieder mal dabei.

Regensburg. Es gibt wohl nichts Persönlicheres, als den Vornamen eines Menschen – er begleitet einen ein Leben lang, während Nachnamen bei Frauen – und bei Männern immer öfter – durch Heirat wechseln. Und die Regensburger sind offenbar genauso konservativ geworden wie der Rest Bayerns und Deutschlands: Wie kaum zuvor, so sind alte Namen wieder völlig modern. Und so wurden im Jahr 2016 in Regensburg 96 Knaben auf den Namen Maximilian, 94 auf den Namen Alexander und 66 auf den Namen Lukas getauft, gefolgt von Elias (61), Felix (59), Johannes (59), Michael (55), Josef (53) und Paul (53), dann folgen Jonas (47), David (45), Simon (45), Leon (43) und Anton (41). Ebenso konservativ ist die Auswahl bei den neugeborenen Mädchen: An erster Stelle steht, wie bayernweit, der Name Marie (118 Mädchen wurden so genannt), Maria (114), Anna (91), Sophia (76), Sophie (70), Emilia (52), Katharina (52), Johanna (50), Emma (49) und Lena (46).

 

Hier finden Sie alle Vornamen, die 2016 am Standesamt Regensburg vergeben wurden:

 

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Abgelehnt hat das Standesamt Regensburg vergangenes Jahr übrigens keinen Namen. Das kann das Amt auch nur dann, wenn das Wohl des Kindes durch einen Namen gefährdet wäre, der es etwa verächtlich machen würde. Einzig einem Elternpaar riet man davon ab, den Zweitgeborenen die selben Vornamen wie den Erstgeborenen zu geben, nur in anderer Reihenfolge.


Kinder können also schlecht Klaus Peter und Peter Klaus Meier heißen, denn in Deutschland gibt es keine Reihenfolge der Vornamen – der einst unterstrichene Rufname fiel weg. Eine echte Renaissance erleben übrigens lateinische Namen. 14 Knaben etwa wurden Julius genannt 2016, zwölf Mädchen Olivia. Und auch kuriose Klassiker wie ein Michelangelo finden sich auf der Liste. Der kleine Sterling klingt zwar nach einer Währung, doch sogar für ihn gibt es historisch verbürgte Namensvettern. Die Eltern der kleinen Leya orientierten sich wohl eher an Star Wars. Kurioses gibt es auf der Liste der Vornamen, doch oft drückt sich die Vielfalt der Nationen aus, die zwischenzeitlich hier leben. Und offenbar werden auch türkischstämmige Eltern wieder konservativer. So gibt es auf der Liste der Vornamen 2016 beispielsweise einen Öztürk und immerhin vier Jungen mit einer abgewandelten Form des Namens Mohamed, dem Namen des islamischen Propheten. Nun kann man da vielleicht noch keinen mangelnden Integrationswillen ablesen, denn in Südamerika beispielsweise ist es auch üblich, sein Kind Jesus zu nennen, in Deutschland eher nicht.

 

Was sich allerdings die Eltern des kleinen Ajatollah gedacht haben, der so heißt wie der Titel des Revolutionsführers im Iran lautet, das können wohl nur sie selbst beantworten. Allerdings wird ihm der kleine Chance im Kindergarten in nichts nachstehen, was Namensscherze anbelangt.

Autor: Christian Eckl

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