11.08.2017 Regensburg

Statistisch im Mittelfeld

So viel Müll produzieren die Regensburger ...

Papiertonne, Papier, Papiermüll
Wenn der Deutsche etwas perfektioniert hat, dann ist es die Mülltrennung und die Müllentsorgung. Müllvermeidung ist das große Stichwort.

In vielen Geschäften gibt es Plastiktüten nur noch gegen Bezahlung – oder auch gar nicht mehr, der Biomüll wird extra gesammelt, die Wertstoffhöfe und der gelbe Sack sind des Deutschen bester Freund. Und trotzdem: Die gerade erst veröffentlichte Statistik in Sachen Müll, die das Online-Portal billiger.de erhoben hat, spricht Bände ...

 

Im Schnitt produziert jeder Deutsche 455 Kilo Haushaltsabfälle im Jahr. 188 Kilo entfallen dabei auf Haus- und Sperrmüll, der Rest sind laut Studie "recycelbare Wertstoffe wie Glas, Papier, Verpackungen und Bioabfall sowie Sondermüll".

 

Die schlimmsten "Müll-Produzierer" leben dabei in Bremerhaven. 347 Kilo Hausmüll fällt hier an – der Durchschnitt der untersuchten Städte und Landkreis liegt bei 197 Kilo. Die Stadt Regensburg liegt hier knapp über dem Durchschnitt: 211 Kilo schlagen hier zu Buche, die Stadt belegt damit Platz 77 von 200 untersuchten Städten und Landkreisen. Zählt man dann aber Bio- und Wertstoffmüll dazu, dann wird Regensburg zur Müllhochburg – 552 Kilo schlagen da nämlich zu Buche! Sieger bei der Gesamtmüllmenge ist Baden-Baden mit 763 Kilo.

 

Die Statistik für den Landkreis findet sich nicht unter den 200 veröffentlichten kreisfreien Städten und Landkreisen. Doch billiger.de stellt auf Wochenblatt-Anfrage die Daten zur Verfügung: "Für das Jahr 2015 verzeichnete der Landkreis ein Haus- und Sperrmüllaufkommen von 30.287 Tonnen. Auf Basis der Einwohner zum Stichtag 31. Dezember 2015 ergibt das einen Wert von 160 Kilo je Einwohner und Jahr", heißt es. Das bedeutet: Die Landkreisbürger entsorgen 51 Kilo weniger Müll als die Stadtbürger – und liegen unter dem Schnitt. "Beim Gesamtmüll, also inklusive Haus- und Sperrmüll, Bioabfall und Wertstoffmüll verzeichnete der Landkreis ein Aufkommen von 91.986 Tonnen. Pro Kopf ergibt das eine Quote von 486 Kilo." Zum Vergleich: In der Stadt sind es 552 Kilo.

 

Sind also die Städter größere Müllproduzenten? Bis zu einem gewissen Grad mag das sogar stimmen: Da, wo der Städter Obst in Plastiktüten kauft, geht der Landbürger zum Wochenmarkt oder erntet im eigenen Garten. Aber letztlich hängt es nur von einem selbst ab, wie umweltbewusst man einkauft ...

Autor: Ursula Hildebrand

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